Pilzticker RP 82:
Funde vom 17.07.2021 - 19.07.2021



Pilzticker RP 82




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Die Dörrautomaten im Nahe-Land laufen schon wieder auf Hochtouren - sogar für Griechenland


Foto: Dieser Korb zeigt einen Gesamtfund für sich, das 2. Foto einen weiteren geschlossenen Gesamtfund.

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Margit und Oliver schreiben am 19. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

diesmal waren wir in den Laubwäldern in der Nähe von Bingen und Umgebung unterwegs. An Hang eines lichtdurchfluteten Eichenwaldes fanden wir wunderschöne Steinpilze (2. Foto rechts ein Sommersteinpilz), Filzröhrlinge, Perlpilze, Maronenröhrlinge, Birkenpilze Frauentäublinge und Parasole.

Nach etwa drei Stunden Suchmarathon wechselten wir das Gebiet, indem wir etwa einen Kilometer mit dem Auto weiterfuhren und noch gut dieselbe Strecke zu Fuß weitermarschierten. Im Gebiet angekommen, suchten wir noch weiterere anderthalb Stunden, wobei wir trotz intensiver Suche nicht an den Erfolg des Morgens anknüpfen konnten.

Es gesellten sich noch weitere Filzröhrlinge und zum Schluss ein herrlicher Herrenpilz, den sie an der äußersten Ecke einer Waldspitze fand, in Margits Korb hinzu.

Am späten Nachmittag trockneten wir unseren Fund in unseren Dörrgeräten. Auf diese Weise konnten wir schon in den vergangenen Tagen unser Trockenpilzdepot wieder auffrischen. Heute gingen gleich zwei volle Gläser Trockenpilze nach Peleppones in Griechenland, zu unseren Freunden, die jedes Jahr für drei Monate hier in Deutschland in ihrem Waldhäuschen Urlaub machen und auch Pilzsucher sind.

Im Korb sieht man einen Gesamtfund für sich, die Pilze auf der blauen Folie sind ebenfalls ein geschlossener Fund für sich.

Das war es wieder vom Pilzsuchteam Margit und Olli aus dem Nahe-Land"

(5 Fotos © Margit)

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2 Fotos: Der Parasol (links) scheint auf etwas wackeligem Beinchen zu stehen. Die zwei schönen Riesenegerlinge stehen dagegen auf sichtlich stabilerem Fuße.

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Ein seltenes Angebot:

Rolf führt interessierte Pilzfreunde gerne durch sein Paradies der Leistlinge an der Südlichen Weinstraße


Foto: Die Milchbrätlinge waren für Rolf ein Erstfund. Er räumt ein, dass es mit ihrer optimalen Zubereitung noch nicht so recht klappte. (5 Fotos © Rolf)

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Foto: Auch die Samtigen Pfifferlinge fand Rolf zum ersten Mal überhaupt. Wegen ihres intensiven Gelbs, das leicht ins Orangene geht, hielt er sie zunächst für Falsche Pfifferlinge. Auf dem nächsten Foto rechts sind sie noch einmal in groß zu sehen. Das 2. Foto rechts zeigt vorne Pfifferlinge, rechts zwei Blasse Pfifferlinge und hinten Samtige Pfifferlinge.

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Rolf reicht Funde vom 14. bis 18. Juli nach:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

ich bin gerade voll im Pilzfieber. Durch den anhaltenden Regen über eine relativ lange Zeitdauer zeigen sich Pilze, die ich schon lange nicht mehr oder noch gar nicht gesehen habe. Insbesondere finde ich derzeit allerlei Arten von Leistlingen, die meist unter Esskastanien wachsen.

Neu ist für mich der Samtige Pfifferling, den ich aufgrund seiner intensiven orangenen Farbe zunächst für einen Falschen Pfifferling gehalten hatte. Er ist aber kompakter, hat einen dickeren Stiel und deutliche hellere Leisten.

Er wächst oft in freundlicher Eintracht mit dem Blassen Pfifferling und dem gewöhnlichen Pfifferling. Gefunden habe ich ihn bei Burrweiler und Elmstein.

Weitere Erstfunde für mich sind die Krause Kraterelle und der Graue Leistling. Erstaunlicherweise wuchsen sie auf einem Waldstück von ca. 30 x 30 Metern, flächendeckend! Ihre Tarnung ist derart perfekt, dass oft nur im Knien der gesamte Umfang ihrer Ausbreitung sichtbar wurde.





Foto: Krause Kraterellen wie diese haben im Gegensatz zu den Grauen Leistlingen eine braune Grundfarbe und gewellte Hutränder. Beide sowie Herbsttrompeten wachsen nicht selten im gleichen Habitat.

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Möglicherweise wachsen beide Arten nebeneinander. Einerseits sind es eher einzelne Exemplare mit dunklem Hut und grauen Leisten, andererseits wachsen büschelig eher braune Gesellen, die sich am Hutrand kräuseln. Gefunden habe ich beide bei Rhodt unter Rietburg.

Im gleichen Habitat fand ich zum ersten Mal in meiner langen Pilzsammellaufbahn den Brätling! Ein ganz markanter Pilz in schönen Farben und stolzer Wuchsform. Er sondert weiße Milch ab, riecht nach Hering und bräunt bei Verletzungen: eindeutig der Milchbrätling. Ich gebe zu, dass unsere Art der Zubereitung wegen fehlender Erfahrung dem Potential des Pilzes nicht gerecht wurde. Ich bin aber lernwillig

  • Falls einer der Cracks, auch aus Baden-Württemberg, Interesse am einen oder anderen Fund hat, bin ich gerne bereit, durch meine Fundstellen zu führen.

Ganz herzliche Pilzgrüße, Rolf"

(Pilznachricht nachgereicht am 22. Juli 2021)

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Markus und Thomas sind begeistert von der Pilzvielfalt im Rhein-Hunsrück-Kreis


Markus und Thomas schreiben am 17. Juli 2021:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

gestern haben wir einen Ausflug ins Obere Mittelrheintal gemacht, das zum Weltkulturerbe zählt, und immer einen Besuch wert ist.

Bei der Gelegenheit schauten wir in den Wäldern des Rhein-Hunsrück-Kreises nach Pilzen und waren begeistert von der Vielfalt: Unzählige Täublinge jeglicher Sorte, Größe und Farbe, Perlpilze, Pfifferlinge, Sommer- und Fichtensteinpilze, Rotkappen, Birkenpilze, Parasole, Hainbuchenröhrlinge, Ziegenlippen, Hexenröhrlinge, Schönfußröhrlinge und viele weitere Arten.

Besonderes Glück hatten wir mit dem Fund von vier(!) Eichhasen, die in einem nassen und dunklen Hainbuchen-Eichenwald aus dem Boden wuchsen.

Außerdem sammelten wir Stinkmorcheleier, von denen zwei, die beim Sammeln noch komplett geschlossen waren, auf der Rückfahrt aus dem Ei brachen und sich zu ausgewachsenen Stinkmorcheln entwickelten. Das war wie aus einem Alien-Film.

Viele Grüße, Thomas und Markus"

(4 Fotos © Thomas H.)

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Foto: Eines der Hexeneier, die Markus und Thomas gesammelt haben. Aus zwei von ihnen schlüpfte während der Heimfahrt eine Stinkmorchel.

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