Pilzticker RP 68
Funde vom 12.11.2020 - 15.11.2020



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Ein perfekter Pilz- und Waldtag bei Traben-Trarbach mit kaum noch für möglich gehaltenen 30 Steinpilzen


Foto: Mit diesem Fund hatten Beatrice und Jürgen niemals mehr gerechnet: rund 30 Steinpilze, fast alle in bester Qualität, haben sie am Wochenende gefunden. (3 Fotos © Jürgen)

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Jürgen schreibt am 15. November 2020:

»Guten Abend Heinz-Wilhelm,

gestern waren wir auf Wunsch von Beatrice noch einmal im Hochwald, der Anisegerlinge wegen. Und tatsächlich, zehn Stück haben wir zur Freude von Beatrice noch gefunden. Nach noch zwei Steinpilz- und zwei Flocki-Funden drehten wir jedoch ab, da mehrere im Wald grölende osteuropäische Stimmen zu hören waren.

Unsere vage Hoffnung, auf der anderen Seite des Parkplatzes noch Maronen und eventuell sogar noch einen Steinpilz zu finden, erfüllte sich mehr als reichlich. Und zwar bei den Steinpilzen! Gezählt habe ich sie nicht, aber es dürften um die 30 Stück gewesen sein.

Darunter zwei besonders schöne und große Prachtexemplare, die zusammen knapp 800 Gramm auf die Waage brachten. Dazu kamen der strahlende, beim Suchen teilweise schon störende Sonnenschein und Temperaturen um 16 Grad - es war einfach alles perfekt.

Auch wenn die Temperatur ab Montag runtergehen und es regnen soll, wir sind uns noch nicht sicher, ob dieser herrliche Pilzgang wirklich unser letzter in dieser Saison war...

Kurzer Nachtrag: Am Freitag waren wir mit den Hunden oberhalb Trarbach in einer anderen Ecke unterwegs; den Korb hatten wir natürlich dabei und er füllte sich fast gänzlich mit knackigen Maronen und einem Steinpilz.

Allen Pilzfreunden weiterhin eine schöne Zeit - und bleibt gesund!

Liebe Grüße Beatrice & Jürgen«

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Foto: Dies ist einer der zwei im Text erwähnten Prachtsteinpilze...

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Foto: ... und dies hier der zweite. Beide zusammen wogen nahezu 800 Gramm.

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Margit hat ein zweites Dörrgerät bestellt - gegen die Massen bester Steinpilze ist sonst nicht anzukommen


Foto: Zu wahren Titanen wachsen derzeit die Steinpilze im Soonwald heran. Hier liegt die Ernte, an der nicht eine Made zu beklagen ist, im schönen Weidenrutenkorb in einem Fichtenwald. Aber jetzt wachsen sie auf einmal auch im Laubwald. Margit und Oliver kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

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Margit und Oliver schreiben am 14. November 2020:

»Mit Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad und bestem Wetter war es wieder ein herrlicher Tag für Pilzwachstum und beste Funde. Sie schießen wie verrückt aus dem feuchten Waldboden, selbst die Schnecken können derzeit mit ihnen nicht mithalten.

Im Sommer haben wir die Pilzsucher in Nordamerika, im Spätsommer die aus den Skandinavischen Ländern und in den russischen Pilzparadiesen beneidet, die ihre Pilzvideos im Internet gepostet haben. Nie im Traum wäre es uns eingefallen, dass die Pilze bei uns in Rheinland-Pfalz so spät in dieser Fülle und Güte sprießen würden.

Nun wachsen die Steinpilze sogar in den Laubwäldern. Margit und meine Wenigkeit waren wieder im Soonwald unterwegs. Wir fanden abwechselnd in Buchen-, Roteichen- und Fichtenwäldern herrliche Fichtensteinpilze, einer knackiger und schöner als der andere.

Getrocknete Anisegerlinge sind die bessere Alternative zu Kartoffelchips

Margit hat ganz schnell noch ein zweites Pilzdörrgerät bestellt, wir hoffen, es wird schnell geliefert, bevor die Pilze aufhören zu wachsen.

Nun wachsen im Soonwald sogar prächtige Fichtenreizker und Lila Rötelritterlinge. Wir wissen beinahe nicht mehr, welche Pilze in die Körbe kommen sollen, so rasch wachsen sie nach, so üppig ist das Angebot. Auch finden wir zur Zeit knackige Anisegerlinge, die, so denke ich, mit am besten geeignet sind zum Trocknen. Diese Pilze schmecken getrocknet so lecker, dass sie sogar die beste Alternative zu Kartoffelchips und Co. sind. Und je später der Herbst, desto häufiger lassen sich die Flockenstieligen Hexenröhrlinge finden.

Da wir jetzt auch wieder mehr in Buchenwäldern suchen, finden wir auch hin und wieder Austernseitlinge. Für uns sind diese Holzbesiedler richtige Feinschmeckerpilze.

Die kürzeren Anfahrten bedeuten mehr Zeit für die Pilzsuche

Was mich auch sehr erfreute, war der Fund von einigen herrlichen, knackigen Maronen ohne Wurmbefall. Damit müssen wir nicht mehr so weit fahren, wie es in letzter Zeit der Fall war, und können die gewonnene Zeit für die längere Suche nutzen. Einfach Klasse.

Natürlich hoffen wir jetzt, wenn dieses feuchtwarme Wetter anhält, dass die Röhrlinge bald auch direkt bei uns im Nahe-Land wachsen. Das wäre der absolute Höhepunkt dieser Pilzsaison fürs Pilzsuchteam Nahe-Land.

Was uns besonders auffiel: die Steinpilze wachsen bei dieser Witterung zu wahren Titanen heran. Der in unserem letzten Bericht gezeigte riesige Fichtensteinpilz war nicht der letzte seiner Art.

Die Vorratsbehältnisse gehen aus

Heute Nachmittag bekam Margit von ihrem Vater noch ein paar große Dosen, damit wir darin die getrockneten Pilze lagern können, denn die Behältnisse werden langsam knapp.

Trotz der vielen Arbeit mit unseren Pilzen hat es Margit nicht versäumt, wieder einige Fotos für den Pilzticker RP zu knipsen.

Bis zum nächsten Mal,

Margit und Olli aus der Region Nahe-Land«

(4 Fotos © Margit)

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Altenkirchen, Westerwald: Die Maronen boten sich Markus wie von selbst an


Foto: Steinpilze wie dieser sprangen Markus beiläufig in den Korb. Er konzentrierte sich aus gegebenem Anlass, weil sie sich einfach anboten, auf Maronen. Eine schöne, entspannte Art, Pilze zu sammeln, selbst noch im fortgeschrittenen November. (3 Fotos © Markus E.)

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Markus schreibt am 13. November 2020:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

heute war ich wieder in meinen angestammten Revieren in Kreis Altenkirchen im Westerwald unterwegs.

Bei schattigen 4° Celsius hatte sich lediglich ein weiteres Sammlerpärchen zu früher Stunde dorthin verirrt, aber augenscheinlich schnell wieder aufgegeben.

Mich stört es ja nicht, wenn ich längere Zeit nichts finde, aber heute bin ich schon nach zwei, drei Schritten in den Wald über eine erstaunlich große, aber tadellose Marone gestolpert. Das hat mich dazu angeregt, mich heute auch auf diese Pilzart (siehe z. B. 2. Foto rechts) zu konzentrieren und entsprechende Stellen aufzusuchen.

Insgesamt hat das prima geklappt, auch wenn ca. jede zweite Marone ungebetenen Besuch hatte. Dafür kamen noch ein paar vorwitzige Steinpilze und ganz junge Birkenpilze in meinen Korb. Alles tadellose Exemplare!

Da auch weiterhin kein Frost in Sicht ist, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass ich auch in der zweiten Novemberhälfte nochmals auf die Pirsch nach Röhrlingen gehen werde.

Liebe Grüße Markus«

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Vier Körbe bester Soonwald-Steinpilze, alle für den immer noch hungrigen Dörrautomaten


Margit und Oliver schreiben am 12. November 2020:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

es gibt in punkto Pilzwachstum noch Lichtblicke für unseren geliebten Soonwald!

Diese Woche entschlossenen wir uns endlich, einmal wieder den Soonwald zu besuchen. Wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit waren wir allerdings eher skeptisch.

Zuerst suchten wir unser Gebiet auf, das von dick überpolsterten weiten Mooslandschaften beherrscht wird. Hier entdeckten wir einen kleinen Fichtensteinpilz, den ersten für dieses Jahr im Soonwald. Das Schöne: es sollte nicht der letzte sein.

Margit fand unter einem ganz jungen Fichtenbäumchen den ersten Flockenstieligen Hexenröhrling und gleich darauf einen weiteren Steinpilz. Das war es dann aber auch von dort. Immerhin, der Anfang war gemacht, sagten wir uns, als wir Gebieten entgegenfuhren, von denen wir uns noch reichere Funde versprachen.

Als nächstes suchen wir einen lichten Bestand von Roteichen auf. Diese Baumart zeichnet sich durch besonders große Blätter aus, in deren Laub sich Steinpilze sehr gut verstecken können. Margit lief an einem solchen, mir aus den Vorjahren schon bekannten Blätterversteck in ein paar Metern Abstand vorbei - und übersah prompt die herrlichen Steinpilze, die nun für mich wie bestellt dastanden. So war mein Korb in nur fünf Minuten schon mehr als respektabel gefüllt.

Margit suchte nun Steinpilze im Nadelwald, fand dort aber nicht einen. Als sie sich dann wieder in meine Richtung bewegte, rief ich ihr von weitem zu, dass mein Korb bereits voll sei. Sie konnte es kaum glauben...

Nach dieser gelungenen Überraschung wechselten wir das Gebiet und durchsuchten einen noch recht jungen, schnellwüchsigen Fichtenwald, in dem wir ebenfalls noch fündig wurden. So endete dieser Pilzgang mit einem besseren Ergebnis, als wir gehofft hatten. 

Unser nächster Tag gehörte noch einmal dem Soonwald. Da sollte es fast noch besser kommen, denn mit zwei prall gefüllten Körben voller Steinpilze kamen wir zum Auto zurück. Wir hatten zwar auch Maronen gefunden, doch da sie uns zu weich waren, blieben sie an Ort und Stelle zurück.

Das Wetter auf den Höhen des Soonwaldes war sehr schön, denn die Sonne setzte sich ab ungefähr fünfhundert Höhenmetern durch und verdrängte den Nebel. Auf der Fahrt hin und wieder zurück musste ich im Tal die Nebelscheinwerfer einschalten, derart dicht war der Nebel. Alles in allem fanden wir in zwei Tagen vier Körbe knackige Steinpilze, bestens geeignet zum Tocknen.

Niemals hätten Margit und ich nach der Pilzschwemme auf den Rheinhöhen gedacht, in unserem geliebten Soonwald noch so spät einen solchen Schub an feinsten Steinpilzen zu erleben. Für uns ist dieses Jahr eines der besten Pilzjahre unseres gemeinsamen Lieblingshobbys, dem Schwammerlsuchen.

Margit hat auch wieder Fotos für den Pilzticker abgelichtet.

Wir wünschen allen Pilzsuchern und Besuchern des Pilztickers noch viele Pilze - und bleibt gesund!«

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2 Fotos: 766 Gramm wog der größte Steinpilz, den Margit und Oliver im Soonwald fanden. Er war an Hut und Stiel ganz hart, hatte nicht eine Made. Und rechts im Laub wartet schon das nächste Prachtexemplar. Seit Wochen und Monaten hatten sie dieses Jahr auf die Steinpilze im Soonwald gewartet. Jetzt, Mitte November, sind sie da. (4 Fotos © Margit)

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