Pilzticker RP 60:
Pilzfunde vom 18.10.2020 - 20.10.2020



Pilzticker RP 60




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Emmelshausen, Rhein-Hunsrück-Kreis: Bei den Röhrlingen liegen derzeit die Espenrotkappen vorn


Margit und Oliver schreiben am 20. Oktober 2020:

»Heute besuchten wir neue, uns unbekannte Gebiete, und zwar bei Emmelshausen im Hunsrück.

Auf einer Wiese am Waldrand entdeckten wir unzählige junge geschlossene Parasolpilze und einige Wiesenchampignons; alle wanderten in die hungrigen Pilzkörb.

Wir gingen dann einen Feldrand entlang und fanden dort einen Schönfußröhrling mit leicht roten Tönen an der Basis und leuchtend gelben Röhren. Da ich einen sehr robusten Magen habe, probierte ich ein Stück von dem Pilz. Er schmeckte sehr mild, nicht bitter. Diese Pilzart soll bei manchen Menschen heftige Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Später suchten wir einen weiteren Waldrand ab und fanden einen Pulk von vier eng befreundeten Hainbuchröhrlingen, alle im Bestzustand (2. Foto rechts). Gleich darauf entdeckte Margit noch Weißstielige Rotkappen (Espenrotkappen).

Daraufhin durchquerten Margit und meine Wenigkeit einen Rotbuchen-Eichen-Wald, in dem wir hin und wieder Parasole gefunden hatten. Statt ihrer fand ich auf einer Wiese drei herrliche Espenrotkappen (z. B. 3. Foto rechts). Sie sind in dieser Gegend derzeit am häufigsten von allen Röhrenpilzen zu finden.

Am Ende des Tages konnten wir uns wieder an einer recht passablen Fundmenge erfreuen, bei der dieses Mal lediglich die Steinpilze fehlten. Die lassen sich scheinbar noch immer nicht so häufig blicken, aber auch andere Pilzarten sind uns sehr willkommen.

Margit hat zur Bereicherung des Pilztickers wieder einige Fotos gemacht.

Alles Gute vom Pilzteam Nahe-Land«

(3 Fotos © Margit)

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Das Pilzsuchteam Nahe-Land durchkämmt begeistert die Wälder

»Keine Pilzart der Welt toppt das Glücksgefühl so sehr wie Steinpilze in all ihrer Pracht«


Margit und Oliver schreiben am 18. Oktober 2020:

»Servus Heinz Wilhelm,

Samstagfrüh fuhr ich meine Margit zu ihrem Vater und dessen Lebensgefährtin, damit sie ihnen die Haare schneiden konnte; sie ist ja gelernte Frisörin. Das war meine Chance, auf den Kuhberg bei Bad Kreuznach zu fahren!

Dort angekommen, stiegen gerade drei Pilzsucher in ihr Auto, um wieder fortzufahren. Das sind keine gute Aussichten, dachte ich bei mir, denn es war ja erst gegen neun Uhr in der früh.

Bei meinem Gang konzentrierte ich mich besonders auf die Waldränder und einige Wege. Doch meine Suche blieb erfolglos. Ohne Pilze wollte ich aber nicht bei Margit auftauchen. Also suchte ich nach mir bekannten umgestürzten Bäumen, um vielleicht Austernseitlinge zu ergattern; damit hatte ich ja mehrfach Glück gehabt in letzter Zeit. Und das sollte sich tatsächlich wiederholen. Üppig war der Fund allerdings nicht (2. Foto rechts).

Frühe Austernseitlinge

Danach besuchte ich noch den Rheingrafenwald, denn dort hatte ich unlängst noch einen einen Wirtsbaum von Lungenseitlingen entdeckt. Als ich dort ankam, traute ich meinen Augen nicht: der liegende Baum war reichlich besetzt mit frischen Austernpilzen (3. Foto rechts) - außergewöhnlich früh für unsere Region. Was für mich bedeutet, dass ich ab sofort regelmäßig ein Auge auf allen mir bekannten Nestern haben muss, um ihren Reifepunkt nicht zu verpassen.

Nach diesem Erfolgserlebnis holte ich meine Margit wieder ab und wir fuhren gemeinsam auf die Rheinhöhen bei Sankt Goar. Hier konzentrierten wir uns ganz auf Bodenpilze - und wurden im Moos auch fündig. Heute hatte ich den goldenen Riecher und fand einen Fichtensteinpilz nach dem anderen, alles herrliche Pilze (z. B. Foto rechts)!

Keine Pilzart der Welt toppt für mich das Glücksgefühl, wenn man sie findet, so sehr wie Steinpilze in all ihrer Pracht. Vergleichbar ist es vielleicht, wenn der Pilzsucher herrliche  Kaskaden von Austernpilzen an stehenden Bäumen vorfindet. Ich denke, dass mir da so mancher Pilzsucher beipflichten wird.

(Pilzticker RP 60)

Neu entdeckte leckere Reifpilze

2 Kilo absolut madenfreier Steinpilze kamen zusammen. In einem Graben fand ich noch drei grandiose Eichenrotkappen und auch noch sehr leckere Reifpilze, deren Bekanntschaft ich kürzlich dank Margits Fund und Heinz-Wilhelms Bestimmungsgeist kennenlernen durfte. Für jeden Pilz, den ich mit den Jahren kennenlernen darf, bin ich wirklich froh und dankbar. Denn wenn am Abend eine Mischpilzpfanne angerichtet wird, dann wird man um so reicher belohnt, je größer die Vielfalt ist.

Es sollte aber noch besser werden, denn wir fanden auch nochmals viele Goldröhrlinge und Margit entdeckte auch noch etwa zehn Kuhmäuler (Große Gelbfüße). Hier kann ich nur den Rat geben, dem Pilz am besten gleich an Ort und Stelle die schleimige Haut abzuziehen, denn sonst verschleimen die anderen Pilze im Korb nur zu gerne, sobald sie mit den Kuhmäulern in Berührung kommen.

Vier prallvoll gefüllte Körbe

In einem Übergang vom Nadel- zu einem Eichenbestand fanden Margit und meine Wenigkeit zeitgleich jeder noch eine Krause Glucke im Bestzustand. Sie waren glücklicherweise wenig verschmutzt, was viel Arbeit erspart. Zum Würzen der Mischpilzpfanne am Abend fanden sich auch noch einige Pfefferröhrlinge.Soviel zu unserem gestrigen Waldtag.

Und auch heute waren wir wieder unterwegs. Fanden zusammen noch viele Parasole, die einen großen Einkaufskorb füllten. Sie waren teils im tellerförmigen, teils noch im  geschlossenem Zustand. An weiteren Arten gesellten sich ihnen noch ein Steinpilz, einige Espenrotkappen, Goldröhrlinge, Reifpilze, herrliche Wiesenchampignons und  Schopftintlinge hinzu.

Alles in allem hatten wir am Samstag und Sonntag zweimal den roten Pilzkorb und einmal unseren Weidenkorb randvoll gefüllt, dazu unseren Einkaufskorb. Alle Pilzfunde sind auf den Fotos nicht zu sehen, weil wir die Parasole immer oben auf den Korb legen.

Alles Gute und prall gefüllte Pilzkörbe wünschen wir allen Pilzsuchern und Besuchern des Pilztickers!

Das Pilzsuchteam Margit und Olli aus dem Nahe-Land«

(6 Fotos © Margit & Oliver)

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Foto: Jetzt wird's bunt. In den großen Einkaufskorb passten gerade so einige Mischpilze sowie die teils tellergroßen Parasole.

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