Pilzticker RP 49 (Rheinland-Pfalz 49):
Funde vom 11.10.2019 - 20.10.2019



Pilzticker RP 49




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Rheinland-Pfalz




Vor dem Heideplacken standen die ersehnten Fichtensteinpilze im Bestzustand


Foto: Hauptsächlich ihretwegen zog es Margit und Oliver in die Wälder bei Bingen. Sie freuten sich, erstklassige Fichtensteinpilze am Rande eines Plackens (Waldlichtung) zu finden. (4 Fotos © Margit)

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Margit und Oliver schreiben am 20. Oktober 2019:

»Viele Grüße von Margit und Olli aus dem schönen Nahe-Land!

Gestern Nachmittag hatte uns wieder das Pilzfieber gepackt, also auf! Diesmal fuhren wir in die Wälder in der Nähe von Bingen am Rhein.

Schon eingangs entdeckten wir auf einer Wiese scharenweise Wiesenchampignons in hervorragendem Zustand. Die Pilze waren überwiegend geschlossen und hatten schöne rosafarbene, allenfalls ganz leicht bräunliche Lamellen. Ein guter Beginn!


Foto: Einen verheißungsvollen Auftakt boten die Wiesenchampignons am Waldrand, die, wie man sieht, in Platzwettkämpfe verstrickt waren.

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Gar nicht weit davon standen 20 junge Mönchsköpfe, ebenfalls im Topzustand. Für Liebhaber dieser Pilze wäre das ein toller Fund gewesen. In einem Buchenwald entdeckten wir unzählige Parasole, von denen wir in letzter Zeit einige Körbe für uns und unsere Freunde gesammelt haben.

Nach beträchtlicher Zeit entdeckte Margit auch einmal wieder Stockschwämmchen, die ja  sehr gute Suppenpilze sind. In einem Buchenwald standen die Nebelkappen von herrlichem Wuchs dicht an dicht. Wir kennen Pilzsammler, die diese Pilze sehr schätzen und eifrig sammeln, wir gehören aber nicht dazu.

In einem Birkenwald fanden wir ein paar Birkenpilze und einige Birkenrotkappen mit schwarzen Stielschuppen. Leider haben auch in diesen Wäldern die Harvester regelrechte Verwüstungen angerichtet, denn überall lagen abgesägte Bäume und Äste, wie nach einem Angriff von Gozilla.


Foto: Eine Birkenrotkappe von strammer Statur, der der Nachwuchs auf dem Fuße folgt.

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In einem schmalen Waldabschnitt mit Eichenbewuchs zwischen einem Waldweg und einem heideartigen kahlen Placken (Waldlichtung) fanden wir endlich die heiß begehrten Fichtensteinpilze. Es waren Pilze im Bestzustand, ohne Wurmbefall. In einem benachbarten Waldgebiet fanden sich noch einige Rotfußröhrlinge und Maronenröhrlinge. Margit freute sich auch noch über den Fund von Edelreizkern.

Es wachsen zur Zeit auch sehr viele Goldröhrlinge, die wir aber ungern mitnehmen, weil sie so schleimig sind.

Nach dem erfolgreichen Pilzsuch- und Findetag belohnten wir uns mit einer großen gemischten Pilzpfanne mit Semmelknödeln. Dazu gab es eine kleine Auswahl an Federweißem, Rotem Dornfelder und Weißem Müller-Thurgau. Margit entschied sich für den Weißen..

Sie hat einmal mehr einige schöne Fotos für den Pilz-Ticker geknipst.

Bis zum nächsten Mal!«

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Foto: Hinterher ließen es sich Margit und Oliver schmecken. Es gab eine Pilzpfanne mit Semmelknödeln, dazu Federweißen. Margit entschied sich, wie hier zu sehen, für den Weißen.

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Jürgens erster Pilzgang in der neuen Heimat: Rumms, da war die Anrichte voller erstklassiger Steinpilze


Beatrice und Jürgen schreiben am 19. Oktober 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nach mittlerweile mehrtägiger Auspackorgie (etwa 2/3 sind erledigt) nach unserem Umzug vom Niederrhein an die MIttelmosel konnten wir aufgrund des schönen Wetters - mal kein Regen - mit den Hunden den Wald oberhalb von Traben-Trarbach erkunden. Ausgesucht hatten wir uns schon im Vorfeld eine Stelle für den Start.

Nach etwa 500 Metern den Waldweg hoch lag links ein lichter Buchenwald. Dort haben wir unser Pilzglück gesucht - und prompt gefunden. Nach eineinhalb Stunden waren die auf dem Foto gezeigten Steinpilze beisammen. :-) Wir geben zu, ein bisserl Glück gehört eben auch dazu.

Schöne Grüße an alle Pilzfreunde von der Mittelmosel!

Beatrice + Jürgen«

(Foto © Jürgen)

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Eine Invasion von Rotfüßen und ein Pilzsammler, der fluchtartig nach Hause fuhr


Tony schreibt am 17. Oktober 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Pilzfreunde,

was ich heute in meinem Stammwald bei Bad Kreuznach erlebte, kannte ich so noch nicht. Die Rotfußröhrlinge haben Besitz vom Wald ergriffen, ich fand Aberhunderte. Ich saß teilweise auf den Knien und konnte mich im Radius von 2 Metern drehen und hatte 40 Pilze mehr im Korb. Ich ließ meinen Korb bewusst zur Orientierung stehen.

Mehrmals habe ich mich ärgern müssen, weil ich nicht alle Pilze tragen konnte und wiederholt zum Korb und wieder zurück zu der Pilzstelle gehen musste. Es war wirklich eine unglaubliche Masse.

Darüber hinaus fand ich viele junge, knackige Maronen, Birkenpilze, Goldröhrlinge und Steinpilze. Die beiden Steinpilzoschis oben drauf fand ich direkt am Wegesrand auf dem Weg zurück zum Auto; das Beste kam also quasi zum Schluss.

Der volle Korb und der einsetzende Regen ließen meinen Pilzgang abrupt enden. Es reichte trotzdem für 6,9 kg Pilze, siehe das erste Foto rechts. Das zweite Foto zeigt, wie es mit den Rotfüßen alles begann.

Viele, viele Pilze erhielten meine Nachbarn und Freunde, die sich sehr darüber freuten.
Noch eine kleine Anekdote: Ich traf einen anderen Pilzsucher, der sich beschwerte, weil es keine Pilze gäbe. Als ich ihm meinen Korb zeigte, ist er auf einmal fluchtartig nach Hause gefahren.

Ich bedanke mich ebenfalls für diese tolle Seite und wünsche allen anderen noch viel Erfolg bei ihren Pilzgängen.

Viele Grüße, Tony«

(2 Fotos © Tony)

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Oberheimbach: Die Steinpilze sind so durstig, dass sie sich schon kopfüber in den Bach stürzen wollen


Foto: Die Steinpilze wie dieses Prachtexemplar wuchsen ausschließlich in direkter Wassernähe. In der Region Oberheimbach hat es für die Pilze immer noch zu wenig geregnet. (4 Fotos © Benedict)

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Benedict schreibt am 13. Oktober 2019:

»Liebe Pilzfreunde,

gestern habe ich bei Oberheimbach in einem Seitental des Rheins Prachtsteinpilze mit meiner Frau gefunden. Dies freut uns umso mehr, als meine Frau an gleicher Stelle vor Wochenfrist und vor Beginn der Niederschläge noch nichts auf weiter Flur entdeckten konnte.

Die Steinpilze waren nur in unmittelbarer Nähe von zwei Wasserläufen zu finden. Besonders bemerkenswert ist das Gruppenbild, das zeigt, wie die Pilze fast waagerecht aus der Furche am Wasserlauf herauswuchsen! Nebst Parasolen stellten sich uns auch einige metallic-grüne Vertreter vor (Foto rechts), die immerhin schön anzusehen sind.

Insgesamt ist der Wald trotz des vielen Niederschlags der vergangenen Tage an dieser Stelle leider immer noch viel zu trocken. Die Befürchtung ist also bis auf weiteres: kein Wasser – keine Pilze.

Viele Grüße Benedict«

Hallo Benedict,

unser Metallica ist ein Grünspanträuschling. Man glaubt es kaum, aber er ist sogar essbar, allerdings nur im Mischpilzgericht, wo er die Aromen anderer Pilze gut annimmt. Pilzveteran Karl Berchtold aus Gauting/Obb. (79) macht sich noch heute gerne den Spaß, ein paar solcher Exemplare ganz oben auf seinen Fund im Pilzkorb zu legen, »damit die Leute was zu gackern haben, wenn ich damit durch den Ort gehe«.

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Foto: Dieser Steinpilz steht fast schon im Wasser. Damit war er nicht alleine, andere Artgenossen taten es ihm nach.

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Foto: Diese Jungspunde wuchsen fast waagerecht aus der Uferwand, der untere, so schien es, wollte sich am liebsten kopfüber ins Wasser stürzen.

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491 Gramm für einen würdigen Herrn Dickfuß


Annette schreibt am 13. Oktober 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Passionsfreunde,

heute fanden wir ein echtes Prachtexemplar eines Steinpilzes, den wir dem Pilzticker nicht vorenthalten konnten.

Grüße aus der schönen sonnigen Südpfalz,

Annette und Stephan«

(Foto © Annette)

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Hallgartener Wald: Nach langer Auszeit der Pilze gab es eine leckere Pilzpfanne mit schmalen Bandnudeln


Foto: Nach langer Auszeit der Pilze waren die Körbe für Margit und Oliver endlich einmal wieder gut gefüllt. Und zwar mit Parasole und Anischampignons. (4 Fotos © Margit)

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Margit und Oliver schreiben am 12. Oktober 2019:

»Hallo Heinz Wilhelm,

nach langer Zeit meldet sich wieder das Pilzsuchteam vom Nahe-Land, und zwar aus dem Hallgartener Wald.

Nach sehr ausgiebigen Regenfällen kam der Sonnenschein zurück, das war ein guter Grund, einmal  unseren Heimatwald bei Hallgarten nach Pilzen abzusuchen. Und das, ohne das Auto bewegen zu müssen.

Seitdem dort die Harvester Einzug hielten, wachsen nicht mehr allzu viele Pilze und nur sehr selten Röhrlinge. Die Trockenheit der letzten Jahre dürfte jedoch an der Pilzarmut ihren größten Anteil haben. Dem Soonwald, dem größtem Wald des Kreises Bad Kreuznach, geht es ebenfalls alles andere als gut. Auch dort haben die Harvester ein Bild des Chaos hinterlassen. Von August bis heute haben wir dort keinen einzigen Speisepilz gefunden.

Heute jedoch wurden unsere Pilzsucherherzen wieder geheilt, denn in den Mischwäldern wimmelte es von Parasole (z. B. Foto rechts) und Anisegerlingen. Margit fand sogar eine große Espenrotkappe. In der Nähe der Anischampignons fand ich den ein oder anderen Gelben Knollenblätterpilz.

Eine leckere Pilzpfanne mit schmalen Bandnudeln

Nach der Pilzsuche gab es eine schöne Pilzpfanne mit schmalen Bandnudeln (2. Foto rechts), das war ganz lecker. Das Rezept ist recht einfach. Ungefähr 1,2 Kilo frische Parasole und Anisegerlinge gemischt abwaschen, die Parasole in Streifen schneiden und die Anisegerlinge je nach Größe halbieren oder vierteln.

Sodann vier kleine Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Nun eine tiefe Pfanne erhitzen, Butter hineingeben und die Zwiebeln anbraten. Wenn die Zwiebeln honigbraun angebraten sind, die Pilze hineingeben und kräftig anbraten. Wichtig ist es, Petersilie beizugeben, frisch oder getrocknet. Den Sud nicht abschütten.

Nun mit etwa einem halben Liter Wasser ablöschen und zwei gut gehäufte Teelöffel Rinderbrühe einrühren. Als vorletzten Schritt etwa 250 Gramm schmale Bandnudeln in den Fond geben, kurz aufkochen und ungefähr 10 Minuten ziehen lassen. Zum Ende dem Gemenge noch etwa 125 Gramm Schmand unterrühren.

Noch ein TipP Die Nudeln sollten nicht zu weich werden. Nun servieren - Bon Appétit! Auf dem Bild ist übrigens der Schmand noch nicht untergerührt.

Margit und meine Wenigkeit haben einige Fotos von unseren Funden geknipst, natürlich für den Pilzticker.

Alles Gute Dir, Heinz Wilhelm, und allen Pilzfreunden!«

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Foto: Zur Veranschaulichung zwei Anisegerlinge neben einem Gelben Knollenblätterpilz. Rechts befindet sich der Gelbe Knollenblätterpilz. Er muss nicht gelb, er kann auch weiß sein! Er ist, gegenüber anderen Knollenblätterpilzarten, gut erkennbar an seiner markant abgerandeten zwiebelartigen Knolle und an den flächigen flockigen Hüllresten auf dem Hut. Links zwei junge Anisegerlinge. Wie man sieht, haben sie keine Knolle.

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Südpfalz: »Die Pilze schießen jetzt förmlich aus dem Boden«


Annette schreibt am 11. Oktober 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Passionsfreunde,

die Pilze scheinen jetzt förmlich aus dem Boden zu schießen. In unserer schönen Südpfalz sind dieses Jahr ungewöhnlich viele Parasole zu finden.

Wir konnten einen bunt gefüllten Korb mit prächtigen Steinpilzen, zwei Hexenröhrlingen, Parasole, einigen Goldröhrlingen und Kuhpilzen nach Hause bringen.

Viel Erfolg beim Suchen!«

(Foto © Annette)

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