Pilzticker Hessen 93: Pilzfunde im
Bundesland Hessen vom 21.04.2019 - 23.04.2019



Pilzticker Hessen 93




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Gefüllte Spitzmorcheln und Morchelstückchen in einer Fond-Sahnesauce, vermischt mit Freude über einen tollen Pilzfrühling


Foto: Stefan macht uns mal wieder Riesenappetit, dieses Mal mit Hack-gefüllten Morcheln sowie Morchelstückchen in einer Fond-Sahnesoße und Frikadellen. Dazu gab es Spätzle. (2 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 23. April 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wie am Sonntag bereits angekündigt, bin ich heute Morgen zu der erwähnten Firma gefahren, an der ich die Spitzmorcheln dank Zaun nur ansehen, aber nicht vor dem Vertrocknen retten konnte.

Dort angekommen, habe ich freundlich nachgefragt, ob ich denn die Pilze in dem Mulchbeet sammeln dürfte. Die Gesichter der Mitarbeiter hätten nicht schöner sein können. ;-) Leider war ein großer Teil schon völlig labberig und nicht mehr zu gebrauchen. Für eine gute Mahlzeit reichte es aber noch.

So habe ich mir auf der Heimfahrt Gedanken gemacht, was ich uns daraus Leckeres zum Mittag zaubern könnte. So bin ich noch schnell zum Metzger und habe frisches Hackfleisch gekauft.

Zuhause habe ich dann das Hackfleisch gewürzt, eine Schalotte und ein Stück Greyerzer Käse gewürfelt und untergemischt. Damit habe ich sechs der größeren Spitzmorcheln gefüllt und den Rest zu Frikadellen geformt.

Als nächstes habe ich die Morchelstückchen mit Frühlingszwiebeln in etwas Butterschmalz scharf angebraten, mit Fond abgelöscht und eine Sahnesauce hochgezogen, in der ich die gefüllten Spitzmorcheln habe mitkochen lassen.


Collage: Das Hackfleisch vom Metzger erhält als Zutat u. a. gewürfelten Greyerzer Käse (oben links); darunter sehen wir die sechs größten Morcheln gefüllt sowie das bereits zu Frikadellen geformte Hackfleisch; rechts oben sind den Morchelstückchen geschnittene Frühlingszwiebeln hinzugefügt, beides wurde in Butterschmalz scharf angebraten; unten rechts blubbt das Ganze in einem Fond mit Sahne. Darin kochten auch die gefüllten Spitzmorcheln mit.  (Collage/4 Fotos © Stefan)

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Zum Schluss dann noch die Frikadellen und Spätzle angebraten - und fertig war ein herzhaft leckeres Mittagessen.

Nächstes Wochenende steht noch eine Morcheltour in Würzburg, meiner Geburtsstadt, an, zu der ich mich Anfang des Jahres vorsorglich angemeldet habe, um nicht wieder ohne eine einzige gefundene Speisemorchel dazustehen. Ich hatte ja schon langsam an ihrer Existenz gezweifelt.

Ansonsten werde die kommenden Tage etwas ruhiger angehen lassen, denn einerseits wird für unsere Region endlich Regen angekündigt, andererseits bin ich sehr, sehr zufrieden mit meinen Morchel- und Verpelfunden dieses Jahr. So freue ich mich auf die hoffentlich schöne Pfifferlingszeit, die an meinen Plätzen in der Regel Mitte, Ende Mai beginnt.

Viele liebe Grüße, Stefan«

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Foto: Die größten dieser Morcheln füllte Stefan mit Hackfleisch, die kleineren wurden gestückelt und in einer leckeren Sahnesauce aufgekocht.

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Und wieder ein toller Diemelstädter Morchel-Fund von Jürgen, diesmal an anderer Stelle


Jürgen S. schreibt am 22. April 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm, 

auch heute kann ich Dir von meinen neuen Sammlungen berichten. Es sind natürlich wieder Spitzmorcheln, satte 600 Gramm, wie das Foto mit der Waage zeigt. Sie stammen aber nicht etwa aus dem gleichen Waldstück wie die vorigen! Zu meiner Freude wachsen die Morcheln bei uns in Diemelstadt jetzt wie verrückt.

Ich habe endlich wieder genügend Zeit und es macht wieder richtig Spaß, draußen zu sein, vor allem im Wald. Danke für die tolle Aufarbeitung meines letzten Berichtes, und wie gesagt, ich freue mich riesig, wieder dabei zu sein. Du hast recht mit Deiner Vermutung, dass es in Kürze wieder in die Maipilze geht. Die legen ja auch in ein paar Tagen los. Ich freue mich schon drauf!

Nur die Speisemorcheln ärgern mich ein bisschen, die lassen sich leider noch nicht blicken.

Liebe Grüße Jürgen«

(2 Fotos © Jürgen S.)

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Mit einem Paukenschlag meldet sich Jürgen aus Diemelstadt zurück

»Spitzmorcheln im Wald, soweit meine Augen schauen konnten«





Foto rechts: Im Wald findet man Spitzmorcheln inzwischen viel seltener als auf den Mulchrabatten. Dieses sehr charakteristische Foto von ihrem Habitat erinnert mich an meinen ersten Spitzmorchel-Fund überhaupt. Ich entdeckte die Zipfelmützchen im Forstenrieder Park bei Gauting/Obb. Mitte der 90er Jahre. Sie wuchsen haargenau wie auf dem hier abgebildeten Boden mit spärlichem Gras, Fichtenstreu und vergehendem Holzkleinkrams. Und genau wie hier am sonnigen Wegrand. (4 Fotos © Jürgen S.)

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2. Foto rechts: Von der Umgebung nicht täuschen lassen! Laubbäume bilden keine Gesellschaft mit Spitzmorcheln. Entscheidend dafür dass Spitzmorcheln hier wachsen können, sind zwei Hinweise auf Fichten: unten rechts am Bildrand ein abgebrochener Fichtenast und in der Bildmitte eine sehr junge Fichte.

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Jürgen S. schreibt am 21. April 2019:

»Hallo Heinz-Wilhelm, 

nach langer Zeit möchte ich mich mal wieder melden. Ich hatte in den vergangenen zwei Jahren massive familiäre Verpflichtungen, die es mir unmöglich machten, regelmäßig in den Wald zu gehen. So gingen meine Pilzgänge gegen Null. Hinzu kamen ja noch meine schwere Krankheit und das grottenschlechte Pilzjahr 2018. Jetzt hat sich die Lage endlich entspannt und ich darf mich wieder auf meine Waldtouren freuen.

So kann ich Dir heute die Bilder von den letzten zwei Tagen vorlegen. Sie zeigen, dass das Pilzjahr bei uns in Diemelstadt mit einem Paukenschlag begann: ich fand nämlich Spitzmorcheln, soweit  das Auge schauen konnte. Dies war wirklich ein bravouröser Start in die Pilzsaison! In zwei Tagen kamen 1,5 Kilo Spitzmorcheln zusammen, darunter auch besonders große, wie auf dem letzten Foto neben der Bierflasche zu erkennen ist.

Einfach super! Ich freue mich, wieder da zu sein!

Viele Grüße von Jürgen aus Diemelstadt«

Lieber Jürgen,

das ist ja eine tolle Osterüberraschung! Da Du - vermutlich vor Aufregung - vergessen hast, Deinen Namen drunterzusetzen, habe ich erstmal gestutzt, aber beim Lesen Deiner e-mail-Anschrift hat's dann gefunkt.

Da bist Du ja wirklich mit einem Hammer zurückgekehrt und in die neue Saison gestartet. Spitzmorcheln in solcher Menge im naturnahen Wald zu finden ist nicht leicht! Da wirst Du sicher in den nächsten Tagen an Deine Maipilz-Plätze gehen.

Ich wünsche Dir weiterhin so tolle Erfolge und eine gute und erlebnisreiche Pilzsaison!

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Stefans vergnügliche Morchellese beim österlichen Morgenspaziergang an der Frankfurter Peripherie


Foto: Das kann sich sehen lassen! Gut 1,3 Kilo Spitzmorcheln muss man erst einmal auf die Waage bringen. Und wir sehen Pilze mit ausgezeichneter Qualität. (4 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 21. April:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute Morgen bin ich zeitig losgezogen, um nochmal nach Speisemorcheln zu sehen.
Dafür bin ich zu den Frankfurter Streuobstwiesen gefahren. Ortskundige werden sie kennen.
Das Gebiet ist ein Halbtrockenrasen, entsprechend gute Voraussetzungen bietet der Boden. Leider war es insgesamt viel zu trocken, was aber meinem österlichen Spaziergang durch diese wunderschöne Landschaft keinerlei Abbruch tat.

Auf dem Heimweg kam dann der große Wurf. Ich fuhr durch ein Gewerbegebiet und sah schöne frisch angelegte Rabatten, stieg aus und erspähte auch sofort fünf Spitzmorcheln.

Als ich diese einsammeln wollte, hielt plötzlich ein Auto, die Scheibe ging runter und ein Herr fragte: »Was machst du da? Kann ich behilflich sein?« Höflich erwiderte ich: „Gerne, wenn Sie mir beim Pilze sammeln helfen möchten.«

Wir haben uns kurz unterhalten. Es stellte sich heraus, dass er der Inhaber der Firma war. Er wünschte mir viel Erfolg und fuhr weiter.

1330 Gramm schönster Spitzmorcheln

Die Rabatten stellten sich anschließend als noch zu frisch heraus, so dass es bei den fünf Morcheln blieb. Also bin ich wieder ins Auto, fuhr los - und fand um die Ecke herum weitere Mulchbeete vor.

Und diesmal war es ein Volltreffer. Diese waren offenbar schon im vergangenen Jahr gemulcht worden. So konnte ich hier stolze 1330 Gramm schönster Spitzmorcheln einsammeln. Schöner hätte der Ostersonntagmorgen kaum verlaufen können.

Mit einer Einschränkung: ich fand dann noch ein gut eingezäuntes bemulchtes Firmenbeet vor, auf dem ich eine Morchelgroßfamilie zwar sehen, aber leider nicht greifen konnte.
Vielleicht werde ich dort am Dienstag mal freundlich fragen, ob ich dieses Beet von den Pilzen befreien darf.

Dir und allen Pilzfreunden wünsche ich ein schönes Osterfest und angenehme Feiertage.

Beste Grüße, Stefan«

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Foto: In den (Obst-)Gärten der Speisemorcheln flanierte Stefan mit der Frankfurter Skyline im Hintergrund. Obwohl es zu trocken war und nichts zu finden gab, genoss er den Osterspaziergang am Rande der Geburtsstadt Johann Wolfgang von Goethes.

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