Pilzticker Hessen 86:
Funde vom 16.09.2018 - 19.10.2018



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Wiesbaden: Invasion der Rotkappen in Marcels und Sofias Röhrlingsparadies


Foto: Eine Rotkappenparade, wie wir sie dieses Jahr kaum einmal gesehen haben! Sie zeigt, was an Röhrlingsfunden beinahe im letzten Oktoberdrittel noch möglich ist. Solange Nachtfröste ausbleiben, ist noch gutes bis sehr gutes Pilzwachstum möglich in den Wäldern. Darüber freut sich auf dem zweiten Foto Sofia, die uns gleich einen ganzen »Strauß« Rotmützen zeigt. (3 Fotos © Marcel)

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Marcel schreibt am 19. Oktober 2018:

»Hallo,

wir sind heute genau wie vor vier Tagen die gleiche Strecke durch Wiesbadens Wälder gelaufen. In dieser kurzen Zeit sind herrliche Rotkappen und einige Steinpilze gewachsen.

Viele Grüße aus Wiesbaden, Marcel und Sofia«





Foto: Die Rotkappen-Armee von Marcel und Sofia ist hier noch einmal in strammer Haltung angetreten. Drei knorrige Steinpilze links vorne werten den Trupp noch zusätzlich auf.

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Wiesbaden: Die schönen Steinpilze vom Bachquell sollen das Weihnachtsessen für Marcel und Sofia veredeln


Foto: Marcel und Sofia konnten sich freuen, fanden sie an einem Bachquell bei Wiesbaden doch diese schönen Steinpilze, die sie allesamt für die Weihnachtsfeiertage einfroren. Eine schöne Vorratsanlegung! (2 Fotos © Marcel)

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Marcel schreibt am 16. Oktober 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wir waren gestern in den Wäldern von Wiesbaden unterwegs. Der Boden im Wald ist zwar extrem trocken, aber an der Quelle eines kleinen Baches sind wir fündig geworden.

Auf einem kleinen feuchten Fleck fanden wir sehr schöne Steinpilze. Alle waren in einer super Qualität und ohne Wurmbefall. Wir habe alle Pilze klein geschnitten und für Weihnachten eingefroren.

Viele Grüße aus Wiesbaden, Marcel und Sofia«


Foto: So gefällig standen sie da, die herrlichen Steinpilze. Sie sollen das Weihnachtsessen von Marcel und Sofia veredeln.






Wiesbaden: Gunter hofft auf ein Steinpilz-Finale wie im November vor 35 Jahren


Foto: An seiner Seitlings-Tankstelle im Wiesbadener Stadtwald kann sich Gunter schon länger über Funde von Lungenseitlingen und anderen Arten freuen. (4 Fotos © Gunter)

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Gunter schreibt am 16. Oktober 2018:

»Einen schönen guten Tag Heinz Wilhelm,

gestern war ich wieder im Wiesbadener Stadtwald, der anhaltend trocken ist. Vor ein, zwei Wochen gab es ein paar Regenschauer, die nicht viel gebracht haben. Der Wald besteht aus vielen alten Eichen und Buchen, hier und da stehen Wildkirschen. Das dichte Blätterdach lässt den Regen kaum bis zum Waldboden durchkommen.

Die Parasole, die bei uns schon in normalen Jahren höchstens einen Hutdurchmesser von zehn Zentimetern erreichen, sind dieses Jahr Miniparasole, die man überall sieht. In einer dunklen Waldecke fand ich Buchenschleimrüblinge (siehe das zweite Foto rechts).

Dort, wo üblicherweise die Lungenseitlinge zu finden sind, hatte sich wochenlang nichts getan. Jetzt aber sind sie auf einmal in allen Altersstufen da. Zum Fotografieren musste ich mich hinknien, was sich als förderlich erwies, denn dabei entdeckte ich Rotfußröhrlinge. Zu meinem Erstaunen waren sie madenfrei. Das war aber längst nicht alles. Denn auf einmal hatte ich auch den Blick für Hallimasche, Tintlinge, einen Täubling, Grüne Schwefelköpfe sowie für mehrere Sorten kleiner Pilzarten.

Vor 35 Jahren kamen die Steinpilze erst im November

Ich hoffe immer noch auf Regen und milde Temperaturen auch im nächsten Monat. Sofern der November vom Bodenfrost verschont bleibt, ist noch vieles drin.

Ich erinnere mich noch gut an ein Pilzjahr vor ca. 35 Jahren, als der gesamte Sommer knochentrocken war und kein einziger Pilz wuchs.

Erst Mitte Oktober ging es mit dem Pilzwachstum los, und es währte bis weit in den November hinein. Es gab Steinpilze über Steinpilze, wie ich sie seitdem in solchen Mengen und Größen nicht mehr gesehen habe. Uns sind damals Leute im Soonwald begegnet, die die Pilze sackweise nach Hause getragen haben.

Nun, so viel muss es gar nicht sein, ein paar Steinis würden mir dieses Jahr schon reichen. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Herzliche Grüße aus Wiesbaden und vielen Dank für die immer schönen Pilzinformationen!

Gunter«

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Foto: Dieses Foto ist - dank des beigelegten Taschenmessers - aufschlussreich. Es verdeutlicht die zierliche Statur des Schirmlings, der sich nicht als Parasole, sondern als Zitzenriesenschirmling zu erkennen gibt. Das ist eine deutlich kleinere und grazilere Art als der stattliche Parasolpilz. Zitzenriesenschirmlinge sind ebenso köstliche Speisepilze wie ihr größerer Bruder.

Dennoch ist vor den so genannten Kleinen Schirmlingsarten äußerste Vorsicht geboten, gibt es doch unter ihnen einige hoch giftige, sogar tödlich giftige Arten.

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Darmstadt-Eberstadt: Erstaunliche Pilzfunde bei der Suche nach Nüssen und Esskastanien


Tobias schreibt am 14. Oktober 2018:

»Einen schönen guten Tag Heinz-Wilhelm,

nach langer Pause melde ich mich einmal wieder aus Darmstadt-Eberstadt.

Bei uns ist es zur Zeit immer noch sehr trocken und Regen ist laut Wettervorhersage nicht in Sicht. So trocken war es bei uns noch nie, jedenfalls kann sich kein Mensch daran erinnern. 

Deshalb ist erstaunlich, was ich bei uns heute in Wald und Feld gefunden habe, zumal die Fundorte gar nicht zu meinen Plätzen gehören, weil ich dort noch nie was gefunden habe. Ich war nur dort, weil ich auf Nüsse und Esskastanien aus war. Und fand nebenbei schöne Krause Glucken sowie Parasole (siehe die 2 Fotos).

Ich kann daraus nur schließen, dass der morgendliche Tau, der durch den Nebel entsteht, den Pilzen zum Wachsen ausreicht, denn das Gras war triefend nass heute Morgen.

Ich wünsche allen Sammlern noch einen herrlichen goldenen Oktobersonntag und noch viel Erfolg für den Rest dieses Jahres!

Viele Grüße, Tobi aus Eberstadt«

(2 Fotos © Tobias)

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»Totalausfall« des Pilzjahres im Spessart: Brot backen mit den Kindern statt Pilze braten


Stefan schreibt am 8. Oktober 2018:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

nach meiner Rückkehr am Freitag aus Italien sind meine Frau und ich heute Morgen nochmal unsere Pfifferlingsplätze inspizieren gegangen, denn es hatte vor meiner Abreise letzte Woche eigentlich gut geregnet.

Dennoch ist nach wie vor kein Pilz in unseren Wäldern zu finden. Schiebt man das Laub zur Seite, ist es darunter noch immer staubtrocken. Die viele Sonne, die hohen Temperaturen und die lange Trockenheit lässt bei uns nur die Weinfreunde jubeln.

In der Folge allgemeiner Knappheit sind unsere Vorräte an Pilzen, Saucen, Früchten und Marmeladen nahezu aufgebraucht.

Wenn ich unseren Ausflug in den Schwarzwald und die letzte Woche in Norditalien mit schönen üppigen Pilzfunden außen vor lasse, muss ich dem Jahr 2018 leider einen Totalausfall attestieren.

Die Bilanz in Zahlen ist ernüchternd: eine Hand voll Pfifferlinge im Mai zusammen mit meinem Sohn, zwei Steinpilze, drei bis fünf Flockenstielige Hexenröhrlinge und einen Wurf Krause Glucken. Das war's auch schon.

Die schöne Seite dieses nahezu pilzfreien und für uns erntearmen Jahres ist, das wir sehr viel Brot gebacken haben - siehe auf dem Foto rechts Lijan -, alte Kochbücher gewälzt und zusammen mit unseren Kindern gekocht haben. Es ist schön zu sehen, welche Freude sie dabei haben.

Ganz liebe Grüße Stefan & Familie«

(Foto © Stefan)

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Bad Nauheim: Jakob kann sich auch über nur zwei Rotkappen freuen

2 Fotos: Wenn es denn gar nichts gibt, freut man sich über zwei Rotkappen um so mehr, selbst wenn eine von Waldbewohnern schon sichtlich reduziert wurde. (2 Fotos © Jakob)

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Jakob schreibt am 2. Oktober 2018:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

ich habe in einem Wald bei Ober-Mörlen, das liegt bei Bad Nauheim, zwei Rotkappen gefunden, über die ich mich sehr gefreut habe. Und zwar deshalb, weil dieses Jahr der Wald genau dort pilzleer ist, wo vergangenes Jahr noch haufenweise Steinpilze gestanden hatten.

Viele Grüße und besten Dank für die tolle Website!

Jakob«


Baumbewohner und ein mitgenommener Steinpilz an einem Gelnhäuser Bach


Foto: So schlecht fiel die Ausbeute für Lars gar nicht aus. Die größeren Lungenseitlinge hat er eingesackt. Links unten der im doppelten Sinn »mitgenommene« Steinpilz. (Foto © Lars)

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Lars schreibt am 16. September 2018:

»Hallo Heinz-Wilhelm, hallo Pilzfreunde,

bei Gelnhausen kenne ich ein kleines, vielversprechendes Waldgebiet mit entspannendem Bachlauf. Vielleicht sollte die Feuchtigkeit des Baches der Trockenheit, die wir seit Monaten erleben, wenigstens etwas entgegenbieten.

Tatsächlich fand ich bald eine Krause Glucke, die vorschriftsgemäß an der Wurzel einer Kiefer nistete. Diese Art scheint ja in Zeiten anhaltender Trockenheit vielen Pilzsammlern exklusiv Freude zu bereiten.

Ich verließ nun den Wanderweg in Richtung des Bachlaufs und es gesellten sich nach und nach ein Rotfußröhrling, ein ziemlich mitgenommener Steinpilz, weitere Krause Glucken und eine Handvoll Hallimasche hinzu. Wenigstens scheint die Trockenheit auch der Ausbreitung der Maden Einhalt zu gebieten, so dass Steinpilz und Co. beim Durchschnitt einwandfrei waren.

Auf dem Rückweg entdeckte ich im Graben neben dem Wanderweg noch Äste mit ganz jungen Lungenseitlingen. Die Feuchtigkeit in dem Drainagegraben scheint für ein Mikroklima zu sorgen, das ihr Wachstum begünstigt.

Beste Grüße Lars«

Hallo Lars,

warum Baumbewohner unter den Pilzen auch bei längeren oder langen Trockenperioden wachsen, erfährst Du hier.

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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