Pilzticker Hessen 149:
Funde vom 09.07.2021 - 11.07.2021



Pilzticker Hessen 149




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Endlich geht es mit den Pilzen nun auch im Landkreis Fulda voran


Peter schreibt am 11. Juli 2021:

"Lieber Heinz-Wilhelm, liebe Pilzler,

das Pilzwachstum hat sich nun auch in Osthessen merklich verbessert, die Artenvielfalt nimmt zu.

So konnten Dorothee und ich bei unserer Nachschau im westlichen Landkreis Fulda auf Buntsandstein im Mischwald Pfifferlinge, Steinpilze, Perlpilze, Rotfußröhrlinge, Waldfreundrueblinge, Flockenstielige Hexen und Rotbraune Scheidenstreiflinge entdecken.

In den Korb wanderten aber nur ein madenfreier Fichtensteinpilz, Pfifferlinge und Perlpilze.

Allen Pilzlern eine weiterhin erfolgreiche Saison wünschen Peter und Dorothee"

(3 Fotos © Peter C.)

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2 Fotos: Der Steinpilz war gänzlich madenfrei. Und die rechts zu sehende fein geriefte Manschette gehört welchem Pilz? Richtig, einem Perlpilz.

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Hessisch-bayerischer Spessart: Tausende Pfifferlinge zeigen den Naturschützern eine lange Nase


Foto: Stefan schreibt hierzu: "Unser Sammelergebnis. Es sind viele Pfifferlinge, ich habe mal die erlaubten 2 Kilo geschätzt ;-))). Dazu kamen noch vier junge, knackige Birkenrotkappen. Das 2. Foto zeigt Mia mit vollem Körbchen und Stolz." Und zum 3. Foto schreibt Stefan: "Mia fleißig bei der Arbeit. Unter dem Laub versteckte sich meist nochmal soviel wie hier oberflächlich sichtbar ist. Diesen Platz ernte ich wie alle anderen auch seit Jahren ab und er wird - wie alle anderen Plätze auch - immer größer in der Fläche der fruktifizierenden Pfifferlinge."

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Stefan schreibt am 10. Juli 2021:

"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

Mia und ich waren heute wie angekündigt wieder im Spassart im hessisch-bayerischen Grenzverlauf, um unsere Pilzplätze dort zu inspizieren. Wir hatten ja vor zwei Wochen schon einiges an Pfifferlingsnachwuchs zurückgelassen, aber was wir heute vorfanden, ist geradezu unvorstellbar..

Ich versuche, es kurz zu fassen: an allen uns bekannten Pfifferlingsplätzen flogen uns die goldgelben Schwammerl gerade so um die Ohren, bis wir schlussendlich überfordert abgebrochen haben. Das gab es bei bei uns noch nie, das war bis zum heutigen Tag undenkbar, aber die Pilze müssen ja auch noch geputzt und verarbeitet werden. Anstatt wie sonst detailliert auf unser Sammelerlebnis einzugehen, erlaube ich mir heute einige kritische Worte zur Sammelbegrenzung.

Da ich die Tage erst wieder auf anderem Weg, also nicht hier im Pilzticker, auf das zwar geltende, aber völlig verstaubte Naturschutzgesetz hingewiesen wurde, untermauere ich auch hier noch einmal meine Einstellung dazu. Genau am heutigen Tag, wo der Waldboden weitflächig goldgelb von Pfifferlingen übersät war, und wo ich wieder sehen konnte, dass das sogenannte Abernten von Pilzen ja angeblich so gefährlich für das Überleben des Pilzes selbst ist

Seit Jahren ernte ich an all meinen Plätzen, ich benehme mich im Wald, wie es sich alleine schon aus Respekt gegenüber Mutter Natur gehört, ich bringe große Mengen Pilzreste wieder im Wald aus, ich sammele sauber und lasse im Wald, was dort hingehört.

Ich kann mich mit Fug und Recht, zumal nach meinen gestrigen fulminanten PIlzfunden, nur wiederholen: wenn die Witterungsbedingungen stimmen und wenn meine Pilzplätze von einschneidenden forstwirtschaftlichen Eingriffen verschont geblieben sind, schießen die Pilze nur so ins Kraut, egal welche Pilzart.

Die Nase voll vom "verstaubten Naturschutzgesetz"

Will im Umkehrschluss durchaus heißen: ich nehme in Kauf, mich mit dem Gesetz anzulegen, da dieses Gesetz in meinen Augen nicht das fördert, was es fördern sollte, nämlich den allgemeinen und von allen Seiten gelebten respektvollen Umgang mit der Natur.

Solange Harvester durch die Wälder bügeln und die Lebensgrundlage von Pilzen zerstören, solange sich die Forstwirtschaft ihre teils fatalen Fehler der vergangenen Jahrzehnte nicht eingesteht, solange Gesetze zur Befriedigung einzelner Profiteure anstatt zum Wohle der Allgemeinheit erlassen werden, solange organisierte Pilztrupps durch unsere Wälder wüten, um daraus Kapital zu schlagen, mindestens so lange interessiert es mich nicht mehr, wenn mir ein selbsternannter Hobbynaturschützer geltende, aber verstaubte, irrealistische Gesetzesauszüge zitiert.

Als würde irgendwer von uns - und damit meine ich ALLE Pilzfreunde und Pilzfreundinnen, die mit großer Leidenschaft dieser Passion nachgehen - der Natur nachhaltig Schaden zufügen, weil mal ein paar Bronzeröhrlinge, Märzschnecklinge oder der ein oder andere Pilz zuviel im Körbchen landet!

Ich würde mich freuen, wenn das zumindest im Kreise von uns Pilzsammlern dazu führen würde, nicht immer gleich den Zeigefinger zu schwingen. Vielmehr wäre uns allen mehr damit gedient, gemeinsam dafür einzustehen, die wirklich wichtigen Punkte anzugehen und dieses verstaubte Gesetz mal auf Basis der vorherrschenden Realität und der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu modernisieren.

Danke für‘s Lesen, ich putze jetzt Pfifferlinge. ;-)…Wer mag: Wir haben im Spessart noch kiloweise schönste Pfifferlinge zurückgelassen.

Ganz liebe Grüße, Stefan und Mia"

(3 Fotos © Stefan)

Lieber Stefan,

meine Meinung hierzu ist seit langem bekannt - und immer wieder nachzulesen in meinem Kommentar:

"Solange die Harvester wüten, sind Sammelbegrenzungen absurd"

In diesem Sinne, Gratulation zu Euerm Fund- und viel Spaß beim Putzen und Konservieren!" ;-)

Beste Grüße, Heinz-Wilhelm

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Main-Kinzig-Kreis: Freude über die herrlichen Pfifferlinge, Kummer wegen der vielen Pilzleichen


Foto: Nur sie schafften es in Stefans Korb: viele schöne Pfifferlinge sowie einige junge Grünfelderige Täublinge. Alles andere, und das war leider die Mehrheit an Speisepilzen, musste wegen fortgeschrittener Hinfälligkeit im Wald bleiben. Dazu zählte auch der auf dem 2. Foto zu sehende Bronzeröhrling. Gar mächtig und strotzend schaut er aus - und war doch schon eine durch und durch vermadete Pilzleiche. (2 Fotos © Stefan)

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Stefan schreibt am 9. Juli 2021:

"Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

ich war heute nach Feierabend mal wieder alleine all unsere Plätze im Hauswald inspizieren.
Das Pilzaufkommen ist sagenhaft! Es gab Bronzeröhrlinge, Sommersteinpilze, einen ersten Fichtensteinpilz, Grünfelderige Täublinge, Frauentäublinge, Perlpilze, viele Rotfußröhrlinge, Pfifferlinge, Pappelraufüße, Hainbuchenraufußröhrlinge, Ziegenlippen. Und sogar mein Dorniger Stachelbart aus den Vorjahren hat mich nicht vergessen und kommt wieder.

Doch leider war mein gesamter Rundgang dadurch getrübt, dass die Pilze entweder überständig, vollkommen verwurmt, voller Pilzfliegen oder von den unfassbar vielen Nacktschnecken, die es dieses Jahr gibt, runtergefressen waren.

So blieben acht Bronzeröhrlinge, etwa 15 Sommersteinpilze und weitere 25-30 Grünfelderige Täublinge zwangsläufig an Ort und Stelle zurück. Lediglich die Pfifferlinge waren durchweg in Ordnung und ein paar kleine Grünfelderige schafften es noch gerade so in den Korb.

Auch wenn ich mich über die Pfifferlinge freue, das alles so zerfressen, voller Fliegen oder Würmer war, wie heute, das habe ich noch nicht erlebt. Es war niederschmetternd.

Morgen geht es dann wieder in den Spessart. Ich bin gespannt, was uns dort erwartet.

Ganz liebe Grüße, Stefan"

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