Pilz-Ticker-Oesterreich
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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Österreichs


Nora schreibt am 13. Oktober 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
nachdem es endlich letzte Woche etwas geregnet hatte, wollte ich mein Glück bei den Trompetenpfifferlingen versuchen. Es ging diesmal Richtung Laternsertal in Vorarlberg.
Die Vielfältigkeit an Pilzsorten war groß, es wuchsen verschiedene Täublinge, Reizker und Ritterlinge, dazu Habichtspilze und Fliegenpilze. In mein Körbchen (sehr originell, 1. Foto links) wanderten zu meiner großen Freude Violette Rötelritterlinge (2. Foto links), die ich aus meiner sächsischen Heimat kenne. Hier habe ich sie aber noch nie gefunden. Es kamen dann noch ein paar Pfifferlinge und Trompetenpfifferlinge dazu - was für eine schöne Farbpalette!
Herbstliche Grüße vom Bodensee
Nora"
(2 Fotos © Nora)
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Nora schreibt am 28. September 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
ich habe mich sehr über deinen Gruß an mich gefreut!
Da ich jede Nachricht aus der Umgebung auch immer sehr gern lese und verfolge, möchte ich liebend gern auch meinen Beitrag zum Pilzticker leisten - vorausgesetzt natürlich, der Wald gibt etwas her.
Womit wir schon wieder beim leidigen Thema Regen sind - der einfach schon wieder nicht fallen will. Dazu kommt noch der erste Frost in höheren Lagen.
Am Wochenende waren wir zu Besuch in Klosters in Graubünden (Schweiz) und wollten die Chance nutzen, um hier vielleicht noch den ein oder anderen guten Fund zu machen. Der Wald war viel feuchter als bei uns, also in der Bodensee-Region in Vorarlberg, allerdings auch schon sehr viel kälter. Ab 1600m ü. NHN haben wir zwar die ersten Pfifferlinge gefunden, sie waren aber alle labbrig und braun vom Frost.
Mehr Glück hatten wir an grasigen, moosigen Flächen. Tief eingewachsen im Gras und so etwas geschützt, fanden wir noch ein paar wunderschöne Pfifferlinge.
Ansonsten gab es nur einige sehr schöne Fliegenpilze fürs Auge, siehe das Foto links. :-)
Herzliche Grüße vom Bodensee
Nora"
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2 Fotos: Die Suche im fremden Terrain in großer Höhe war mühselig. Einige Pfifferlinge flohen vor der Trockenheit ins tiefe, restfeuchte Gras. Schön sahen sie aus. (3 Fotos © Nora)

Nora schreibt am 11. September 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
gestern hatte ich endlich einmal wieder Zeit, meine kleine Feierabend-Pilzstrecke in der Bodenseeregion in Vorarlberg abzulaufen. Nach diesem extremen Hitzesommer habe ich mir allerdings nicht sehr viel Hoffnung gemacht, da im Rheintal bei Dornbirn die Wälder sehr, sehr trocken waren.
Doch schon nach ein paar Metern wusste ich: Sie sind da! Und in welch einer Vielfalt! Sommersteinpilz, Hexenröhrlinge, Hallimasch, Täublinge, Butterpilz und sogar schon ein paar Habichtspilze! Auch die Fliegenpilze lassen sich schon sehen!
Die meisten Pilze standen direkt am Wegrand, als würden Sie auf sich aufmerksam machen wollen und "Hier bin ich! Hier bin ich", rufen. Was für eine Freude :-)
Ich wünsche allen Pilzesammlern eine wunderbare Saison.
Herzliche Grüße vom Bodensee
Nora"
Liebe Nora,
wie schön, dass Du Dich nach langer Zeit wieder meldest! Und das gleich mit solch einem schönen Fund. Ich hoffe sehr, dass es Dir gut geht und Du vielleicht die eine oder andere Nachricht aus Deiner Region in diesem Pilzherbst postest! Es würde mich und gewiss viele Pilzfreunde freuen.
Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm
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2 Fotos: Ein schöner junger Steinpilz, umgeben von Lärchenspitzen, österreichisch Lärchenwipferl. Es sind die Maiaustriebe aus diesem Jahr. Ihre weichen, hellgrünen, zarten Nadeln haben ein fein säuerliches, zitroniges Aroma, weshalb Kenner sie gerne für Waldsirup, Gelees oder Salate sammeln. Rechts zwei Habichtspilze, deren herrliches klassisches bayerisch-süddeutsches Gericht "Hirschling sauer" leider so gut wie in Vergessenheit geraten ist.

Foto: Ein schräg aus dem Nadelwaldabhang wachsender kapitaler Steinpilz. Darunter eventuell ein kleiner Pfefferröhrling. Auf dem 2. Foto ein knackiger Steinpilz im Gras und Moos, auf dem 3. Foto sind gleich sieben Steinpilze auf engem Raum zu sehen.


Christoph schreibt am 30. August 2026:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
anbei drei Fotos von unserer Hüttentour oberhalb von Innsbruck am Freitag. Hier explodiert das Wachstum der Steinpilze auf zirka 2.000 Meter ü. NHN förmlich und einer ist schöner als der andere.
Viele Grüße aus Bayern
Christoph"
(3 Fotos © Christoph)
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Foto: Ganz allein im Wienerwald mit den Feuersalamandern war Michael. Und konnte zu seinem Erstaunen einen Steinpilz nach dem anderen lesen. Die beiden Rotköpfigen könnten Kiefernsteinpilze sein.
Michael H. schreibt am 5. Oktober 2024:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
ich bin gestern noch einmal im Wienerwald gewesen und habe nur mit Parasolen gerechnet. Welch ein Irrtum! Die Röhrlinge haben das Revier übernommen. Welch eine Ausbeute, wie auf dem Foto mit meinem Gesamtfund zu sehen!
Es war so verregnet, dass außer den Feuersalamandern niemand im Wald war."
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2 Fotos: Ein Steinpilz steht im strömenden Regen im Wiederwald und schaut mal so in der Gegend rum. Irgendwo huschen Feuersalamander, sonst ist nichts los. Der Steinpilz rechts ist sehr knorrig und hat mehr mit sich selbst zu tun. (3 Fotos © Michael H.)
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Foto: Buchenschleimrüblinge schmecken nach Kohl und Rettich. Außerdem schleimen sie während des Bratvorgangs weiter und sind besonders deshalb für die meisten Pilzsammler als Speisepilz inakzeptabel. Im Gefolge dieses fotogenen Pilzes taucht nicht selten der Phytophthora-Pilz auf, der Rotbuchen von den Wurzeln her aggressiv angreift und Rotbuchenbestände in relativ kurzer Zeit hinraffen kann.
Michael H. schreibt am 3. Oktober 2024:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
nach den starken Niederschlägen Mitte September war zu meiner Überraschung fast zwei Wochen lang kein einziges Schwammerl im Wienerwald zu sehen. Bis letztes Wochenende die Saprobionten (Pilze, die sich von toter organischer Substanz ernähren) eindrucksvoll in Erscheinung traten.
Als erstes haben Massen an Riesenschirmlingen das Bild im Wald bestimmt. Es ist jedes Mal aufs Neue beeindruckend, sie zu sammeln. Schon von weitem sieht man die tellergroßen Hüte über dem Boden. Als ob sie einen geheimnisvollen Weg weisen würden.
Und während man den fast schon märchenhaft wirkenden Pfad an aus dem Waldboden ragenden Inseln folgt, ist man immer wieder erstaunt, wie viele massive Exemplare ganz plötzlich auftauchen und man wundert sich, wie man sie nur hatte übersehen können. Meine Familie freut sich besonders über die Funde, denn für sie sind Parasolschnitzel die beste Pilzspeise überhaupt.
Teile des Wienerwalds sind Naturschutzgebiet und die große Anzahl an Totholz, oft massive Buchen oder Eichen, bieten einen ausgezeichneten Lebensraum für Holzzersetzer, wie dem Ästigen Stachelbart. Sehr eindrucksvoll ist heuer auch das Vorkommen des Buchen-Schleimrüblings, der nur einen geringen Speisewert hat. Er ist aber nicht nur schön anzusehen, aus seinem Myzel wurde früher das Antimykotikum Mucidin gewonnen.
Herzliche Grüße aus Wien
Michael H."
(3 Fotos © Michael H.)
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2 Fotos: Michael schreibt: "In der Natur sterben Bäume im Stehen. An diesem abgestorbenen Rotbuchenstamm (Foto links) hat sich der Ästige Stachelbart etabliert. Bald werden Käferlarven den Baum besiedeln und das wiederum freut die Schwarzspechte, die an anderen Orten selten sind, aber hier fast bei jedem Waldausflug zu sehen sind." Rechts zwei Riesenschirmlinge, die heuer im Wienerwald besonders prächtig sind.
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Michael H. schreibt am 28. November 2023:
"Lieber Heinz-Wilhelm,
ein wirklich ereignisreicher November nähert sich dem Ende. Nachdem es im Oktober in den Wäldern um Wien noch trocken war, hat das warme und feuchte Wetter die Röhrlinge im Wienerwald in ihrer vollen Artenvielfalt zum Vorschein gebracht.
Mitte des Monats kamen Massen von Riesenschirmlingen dazu. Und als ob das nicht genug war, erschienen bereits die ersten Winterpilze, die schon einen Kältereiz bekommen hatten. Somit kommen derzeit Röhrlinge, Parasole und Winterpilze parallel vor.
Einen besonderen Fund möchte ich mit dir teilen, und zwar einen Kupferroten Lackporling, der an einer alten Eiche wächst und den die Jahreszeiten nicht berühren.
Große Teile der Wälder rund um Wien befinden sich in öffentlichem Besitz und alte Baumpersönlichkeiten dürfen hier im Stehen sterben, was eine Vielzahl an Tieren wie Hirschkäfer oder Spechte anzieht. Das liegen gebliebene Totholz ist ein wichtiger Lebensraum für Pilze wie den anderenorts seltenen Ästigen Stachelbart (3. Foto rechts), der hier häufig zu sehen ist.
Auch auf der vermeintlichen Kastanie, die ich dieses Jahr an den noch vorhandenen Blättern als Ahorn identifiziert habe, wachsen wieder Austernpilze. Anders als im letzten Jahr hat sich nun ein Samtfußrübling dazugesellt (2. Foto rechts).
Diese Art der Austernpilze - es sind die Taubenblaugrauen - ist so schön (1. Foto rechts), dass ich nicht umhin kam, die Pilzstrünke in der Küchenmaschine zu zerkleinern und an einigen frisch geschnittenen Baumstrünken auszubringen (mehr dazu weiter unten). Diese Technik der Pilzvermehrung gibt es bereits seit der Antike.
Dieser November war ein ganz besonderes Erlebnis in unseren Wäldern. Und dass ich dann noch das Pilzfoto des Jahres geschossen habe, freut mich ganz besonders und ermutigt mich, die Leser auch weiter auf meine Pilzausflüge mitzunehmen.
Alles Liebe Michael H."
(5 Fotos © Michael H.)
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Foto: Der Kupferrote Lackporling (Ganoderma pfeifferi) wird auf dieser Website erstmals vorgestellt. Deutlich öfter sahen wir hingegen den hinsichtlich seiner Heilkräfte überlegenen Glänzenden Lackporling (Ganoderma lucidum).
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Foto rechts: Michael versucht, Austernseitlinge zu vermehren. Zu dem Bild rechts schreibt er Folgendes:
"In einem meiner Pilzbücher ist erwähnt, dass der Südliche Ackerling schon in der Antike auf Pappelscheiben gezüchtet wurde. Ob hier Pilzstücke auf das Holz gelegt oder eine flüssige Lösung hergestellt wurde, ist mir nicht bekannt.
Heute werden Flüssigkulturen entweder aus Sporenpulver oder aus Gewebestückchen hergestellt. Eine Mischung dieser Techniken wende ich an, indem ich Strünke (und Hüte) in der Küchenmaschine zerkleinere. Das Ergebnis daraus ist auf dem Foto rechts zu sehen.
Die Pilzstücke links sind Strünke und daran hängende Holzstücke bzw. Hutstücke. Diese habe ich zu der Flüssigkeit in der Flasche verarbeitet, die dann vor regnerischen Tagen ausgebracht wird.
Austernpilze bilden auch im Kühlschrank auf den Strünken einen weissen Flaum aus Myzel, der sich über die Hüte ziehen kann. Diese Eigenschaft mache ich mir zunutze. Bei dieser Technik ist keine sterile Arbeitsweise notwendig. Wollte ich empfindlichere Pilze vermehren, dann würde ich wohl nur Sporen in mit Honig versetztem Wasser verarbeiten, damit ich das Risiko einer Kontamination reduziere.
Das Ganze ist natürlich ein Glücksspiel, denn der Zeitpunkt des Ausbringens ist nicht ideal. Im gewerblichen Anbau ist das Holz üblicherweise ein bis 4 Monate alt wenn es beimpft wird, damit die Antifungizide des Baumes nicht mehr intakt sind und anderseits noch kein Fremdbefall statt gefunden hat. Das überschreite ich um viele Monate.
Liebe Grüße Michael"
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