Wissenswertes ueber Steinpilze

Wissenswertes ueber Steinpilze, den Superstar unter unseren Speisepilzen.


  • Marktwert des Steinpilzes

  • Der italienische Pilzliebhaber Roberto Romanini schickt ganze Trupps von Sammlern los, die die Wälder Nordeuropas, Spaniens, Südafrikas und Chinas nach Steinpilzen durchforsten. "Die besten Steinpilze der Welt“, versichert er jedoch, "finde ich in Schweden."

    In puncto Aussehen, Aroma und Duft könne sich generell kein Pilz mit dem Steinpilz messen, versichert Romanini. „Ein Steinpilz ist einfach perfekt."

    Viele Tonnen importiert er Jahr für Jahr ins pilzverrückte Italien. Auf nahezu 100000 Tonnen jährlich - auch das ist Wissenswertes ueber Steinpilze - wird weltweit sein Umschlag geschätzt. Gefrorene, getrocknete und pulverisierte Handelsformen eingerechnet.



    Extra-Kapitel: Volkstümliche Steinpilznamen


  • Kulturgeschichtliches zum Steinpilz

  • Sporenfunde an Ess- und Rastplätzen belegen, dass Steinpilze den Menschen bereits während der Steinzeit als Nahrung dienten. Damit ist belegt, dass die Menschheit seit mindestens 9000 Jahren, vermutlich aber schon weit länger, Steinpilze verzehrt.

    Einer der Ersten, der Steinpilze schriftlich erwähnte, war Plinius der Ältere (23 o. 24 bis 79 n. Chr.) In verschiedenen seiner Werke schrieb er über Pilze. Steinpilze ordnete er bei seiner Einteilung der Pilze der Gruppe "Suillus" zu (heute umfasst die Gattung "Suillus" die Schmierröhrlinge).


    Foto: Welch ein erhabener Pilz! Ein Steinpilz, fotografiert in einem Haldenwald in der brandenburgischen Niederlausitz.


    Für Plinius d. Ä. war der Steinpilz ein Leckerbissen, nur Trüffeln (Tuber) und den Kaiserling (damals "Boletus", heute Amanita caesarea) schätzte er noch höher ein.

    Im alten Rom pflegte die Oberschicht die "göttliche Pilzspeise" (wurde tatsächlich so genannt) trotz Kochpersonals eigenhändig zuzubereiten. Dies dürfte aber weniger mit Vorfreude denn mit begründeter Notwendigkeit zu tun gehabt haben: speziell aus dem Senatoren- und Ritterstand Roms sind zahlreiche tödliche Giftanschläge durch Pilzgerichte belegt.

    Serviert wurden die Pilze in wertvollen Silbergefäßen, der "Boletaria". Zum Pilzmahl fand das wertvollste Besteck des Hauses Verwendung, oft mit Bernstein verziert.

    Kap. Wissenswertes ueber Steinpilze



  • Woher kommt der herrliche Steinpilz-Duft?

  • Ja, woher kommt der verlockende, appetitanregende Duft, den wir alle kennen und der wohl am intensivsten ist, wenn wir den Beutel oder die Dose mit den gefrorenen Steinpilzen öffnen?

    Vor allem von einer alkoholischen Verbindung mit der Formel "1-octen-3-ol". Dieses Aggregations-Pheromon (gebündelter Lockstoff) lockt u. a. bestimmte Arten von Fliegen, Mücken und Kiefer-Nematoden (Fadenwürmer) an, die die Sporen verbreiten sollen.

    Auch dient der Lockstoff zur Duftabgrenzung gegenüber anderen Pilzarten. Daneben sind jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Duftnoten für den feinen Gesamtgeruch des Steinpilzes verantwortlich.




    Foto: Festigkeit und Härte dieses jungen Steinpilzes springen uns förmlich an. Für richtige Steinpilz-Liebhaber können sie gar nicht fest genug sein.




  • Nährwert und Heilpotential von Steinpilzen

  • In einer Betrachtung "Wissenswertes ueber Steinpilze" dürfen die Nährwerte nicht fehlen.

    Der Steinpilz war der erste Pilz auf dem europäischen Kontinent, bei dem Wirkstoffe mit Anti-Tumor-Aktivität nachgewiesen wurden, u. a. Vitamin E (Hartmut Laatsch: Polysaccharide mit Anti-Tumor-Aktivität aus Pilzen. Aus: Pharmazie in unserer Zeit, 21. Jahrg. 1992, Nr. 4, S. 159, Weinheim).

    Außer dem Vitamin B12 enthalten Steinpilze den gesamten Vitamin-B-Komplex. Auch das Vitamin D, das im Kalzium-Haushalt für den Knochenbau und -erhalt eine wichtige Rolle spielt, wurde in beachtlicher Menge nachgewiesen.

    Auch mit wertvollen Mineralien geizt der "Herrenpilz" nicht. So enthält er Eisen, Zink, Kalium, Mangan und Kupfer.

    Auch das Spurenelement Selen (SE), das für alle Lebensformen essentiell (lebensnotwendig) ist und freie Radikale bindet, wurde im Steinpilz nachgewiesen. Dadurch, dass es im organischen Verbund ist, kann es leicht und vollwertig absorbiert (aufgenommen) werden.

    Großpilze haben durchschnittlich 3,2 Prozent Eiweiß, der Steinpilz kommt auf 4,0 Prozent. Es handelt sich um nach dem EAS-Index (Index der essentiellen Aminosäuren) sehr hochwertiges Eiweiß.

    Der Steinpilz enthält zudem ein ganzes Bündel an zum großen Teil noch unerforschten Inhaltsstoffen, über deren Wirkspektrum bislang noch sehr wenig wenn nicht gar nichts bekannt ist. Die tradtionelle chinesische Medizin aber kümmert konkrete Messergebnisse aus Labors herzlich wenig.

    Und so setzt sie den Steinpilz seit langem gegen Hexenschuss, Muskel- und Knochenschmerzen ein.

    Eine interessante Beobachtung, vermutlich im Zusammenhang mit den Wirkstoffen von Steinpilzen, machte ich in der Lausitz: Dort konnte ich verfolgen, wie eine verletzte oder kranke Bache Steinpilze fraß - und zwar nur die Hüte. Aus der Fachliteratur ist bekannt, dass erkrankte Tiere, wie in diesem Fall ein Wildschwein, gezielt bestimmte Pilzarten fressen.

    Ende Wissenswertes ueber Steinpilze


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