Susannes Pilzpost: "Beste Steinpilze
springen mich an, suppentellergroß"





Susannes Pilzpost vom 17. September 2012

„Ein herzliches Grüß Gott aus Bayern...“

Im strengen Sinne hat Susanne keine Pilzpost geschickt. Vielmehr hat sie mich heute Nachmittag angerufen.

„Ich finde einfach keinen Zugang zu E-Mails und der elektronischen Post“, sagt sie. „Und trotzdem muss ich es loswerden: Wir haben hier, im Landkreis Mühldorf am Inn, eine sagenhafte Pilzschwemme. Eine märchenhafte! Ich habe so etwas noch nie erlebt.“

Ein paar Jahre erst wohne sie in ihrem Dorf, „so dass ich meine Pilzreviere selbst erkunden musste. Die vergangenen Jahre waren sehr pilzarm, richtig traurig war das. Wie oft habe ich den Pilz-Ticker gelesen und bei mir gedacht: Gott, wenn es hier nur auch einmal so viele Pilze gäbe wie im restlichen Bayern, wie im Thüringer Wald, in Baden-Württemberg oder in Hessen.

Vor eineinhalb Wochen erfüllte sich der Traum: „Was haben wir eine Schwemme an Steinpilzen! Ich sage lieber gar nicht, wie viele wir schon gefunden haben. Es ist sagenhaft, paradiesisch. Man kann diese vielen Pilze gar nicht alle mitnehmen, so viele sind das. Wir haben nur die wirklich allerbesten geerntet. So viele Leute im Wald - und alle haben die Körbe randvoll.

Da seien kleine Waldstücke, nur ein paar hundert Meter an der Straße entlang, „da denkt man, da ist sowieso nichts, da kann nichts sein. Und dann lachen von da drinnen die Steinpilze raus! Suppentellergroß, jeder 1a, kein Wurm, keine Made, nichts. Die Steinpilze springen dich an. Ja, so etwas gibt es. Ich hatte es doch selber nicht geglaubt.“

Susannes Pilzpost

Aber auch andere Arten treten in seltener Masse auf: „Herrliche Flockenstielige Hexenröhrlinge, dazu Reizker und, vor allem, Habichtspilze in Hülle und Fülle. Und jetzt kommen die Maronenröhrlinge dazu, kleine, ganz wunderbare, beste Qualität.“

Dann sei da ein Waldstück, „vielleicht halb so groß wie ein Fußballfeld. Da fand ich an die 120 Ziegenlippen. Ich liebe Ziegenlippen ganz besonders, weil sie einen so feinen, diskreten Geschmack nach Zitronen haben.

Und noch einer verstecke sich dieser Tage in den Wäldern - bis er von ihr oder ihrem Mann erwischt wird: „Der Schornsteinfeger.“ So heißen volkstümlich die köstlichen Mohrenkopfmilchlinge. Weil ihr Hut samtigfinster, ihre Blätter aber kontrastreich weiß sind.

Die seltene Pracht und Fülle locke sie unentwegt; eine regelrechte Qual sei das, zu wissen, „da draußen, da wartet das Pilzparadies - und man selbst muss arbeiten. Deshalb muss ich dann irgendwie noch raus, denn ich bin wirklich pilzsüchtig.“

Allerdings gar nicht so sehr auf ein Pilzgericht, gibt Susanne zu: „Ich esse wenig Pilze, verschenke sehr viele in der Nachbarschaft oder an Bekannte. Aber aufs Sammeln bin ich ganz versessen.

Eines aber kann sie kaum glauben: „Der Pilz-Ticker Thüringen liefert derzeit gar keine Meldung. Gibt es da momentan wirklich nichts? Das ist doch so ein wunderbares Pilzland... Also bis bald, ich melde mich ganz bestimmt wieder.

Ende Susannes Pilzpost


Hallo Susanne,

vielen Dank für dieses aufschlussreiche und einzigartige Stimmungsbild. Man sieht sie förmlich wachsen in ihrer ganzen Pracht, die unzähligen Steinpilze und das andere bunte Schwammerlvolk. Viel Glück noch bei der Suche!

Viele Grüße von Heinz-Wilhelm


Nachtrag vom 20. September 2012

Karl Berchtold aus Gauting, Landkreis Starnberg, bestätigt das Rekordjahr für den Großraum München. Der 1939 Geborene:

Schon in frühester Kindheit ging ich mit meinem Vater Pilze sammeln. Wir fanden viele, auch massenhaft Pilze. Und ich kenne so genannte Rekordjahre. Aber an solch ein Jahr wie dieses kann ich mich nicht ansatzweise erinnern. Dieses Jahr ging es nicht ums Suchen, sondern nur darum, die Steinpilze aus dem Wald zu tragen.

Berchtold erklärt den Massenwuchs mit dem regional idealen Klima: Es hat immer dann und immer soviel geregnet, wie die Pilze brauchten. Und auf die Regenschauer folgten ideale Temperaturen.





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