Die Schmetterlingstramete: Ihre
Merkmale und Tipps für die Suche




Artbeschreibung


1. Systematik

Schmetterlingstramete (Trametes versicolor*) (Fr.) PILAT

Synonyme: Schmetterlingsporling, Bunte Tramete

Klasse: Agaricomycetes

Ordnung: Stielporlingsartige (Polyporales)

Familie**: Lederporlingsartige (Coriolaceae***) oder Stielporlingsverwandte (Polyporaceae).

Gattung: Trameten (Trametes)

Art: Schmetterlings-Tramete

*Versicolor heißt „vielfältig gefärbt“ oder schlicht „bunt“.

**Die Familienzugehörigkeit der Schmetterlings-Tramete ist umstritten. Einerseits wird sie der Familie der Lederporlingsartigen (Coriolaceae), andererseits der der Stielporlingsverwandten (Polyporaceae) zugewiesen.

***Die Familienbezeichnung Coriolaceae leitet sich von dem lateinischen Substantiv corium = Leder ab.




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Foto: Schmetterlings-Trameten wachsen konsolen- oder dachziegelartig. Die gezonte Musterung erinnert an Schmetterlingsflügel, was dem Pilz seinen Namen gab. Das lateinische Versicolor heißt "bunt". Die Oberseiten sind entweder blauschwarz (siehe Foto unten), grünschwarz oder rotschwarz gezont (Foto © Villa/Jena lebt).



2. Beschreibung

Hut: Schön aussehende ein- oder mehrjährige Fruchtkörper, die mit Farbe und Form an einen Schmetterling oder an aufgestellte Truthahnschwanzfedern erinnern. Im Amerikanischen heißt der Pilz deshalb „Turkey Tail Mushroom“, übersetzt „Truthahnschwanzpilz“.

Die Fruchtkörper wachsen dachziegelartig, bisweilen in großen Kolonien. Die 0,2 bis 0,4cm dicken Hüte werden 5 bis 12cm breit  und sind halbkreis-, nieren- oder fächerförmig. Oberseite in schmale konzentrische Zonen unterteilt.

Die Zonen können von hell bis dunkel ganz unterschiedliche Farben haben: weißlich, gelblich, bräunlich, gräulich, bläulich oder rötlich, immer in Verbindung mit Schwarz. Die einzelnen Farben können in Stufen zwischen hell und dunkel variieren, nach innen jedoch dunkler, nach außen hin heller.

Die Huthaut ist fein samtig oder seidenhaarig und glänzend. Hutrand dünn, wellig, gebuchtet. Die Unterseite ist hell und weist sehr kurze Poren auf.





Foto rechts: Wunderbar dekorativ ist diese blaugrauschwarze Variante der Schmetterlings-Tramete. Dank ihrer Schönheit fand und findet der Pilz Verwendung als Modeschmuck und ist heute vor allem in der Floristik begehrt (Foto © d-jukic – Fotolia.com).




Röhren: Zunächst weiß, dann weißgelblich, dann ockergelb; 1 bis 2mm lang.

Geschmack und Geruch: Geschmack- und geruchlos, belanglos, bedeutungslos.

Konsistenz: Lederartig-zäh (nicht hart).

Fruktifizierungszeit: Ganzjährig, Schwerpunkt ist Mai bis August.

Lebensdauer: Einige Jahre





Foto links: Diese Nahaufnahme lässt ahnen, dass der Pilz an seiner Oberfläche feinsamtig oder seidenhaarig ist (Foto © Villa/Jena lebt).




Verwechslungsmöglichkeit: Sehr ähnlich sieht der ungiftige, aber ungenießbare Angebrannte Rauchporling (Bjerkandera adusta) aus, der ebenfalls nur an Laubbäumen, meist Buchen, wächst. Von oben gesehen sind beide häufig nur schwer auseinanderzuhalten. Bei alten Pilzen ist der Rand von Bjerkandera adusta schwärzlich angefärbt. An der Unterseite jedoch ist der Angebrannte Rauchporling asch- bis bleigrau; deshalb sein Name.

Ebenfalls sehr ähnlich ist die viel seltenere Zonentramete (Trametes ochracea). Ihr fehlt allerdings die samtige, feinhaarige Huthaut. Außerdem hat die Zonentramete einen deutlich derberen, bis zu 1cm dicken Anwuchsstiel am Substrat.

Ökologie: Die Schmetterlingstramete ist in ganz Europa sehr häufig. Sie besiedelt tote oder sich bereits zersetzende Laubbäume oder Baumstümpfe verschiedenster Laubbäume, bevorzugt Rotbuche. Sie greift aber auch lebende Laubbäume an, womit sie ein Saprophyt ist. Auch an herabgefallenen Ästen ist sie häufig zu finden.

Sie löst starke Weißfäule aus, das heißt, sie zersetzt den Hauptbestandteil des Holzes, das Lignin. Sie ist sehr widerstandsfähig und kann durchaus einige Jahre überdauern. Meist wird sie dann von Algen oder Flechten überzogen.

Suchtipps

Man muss die Schmetterlingstramete nicht notgedrungen im Wald suchen. Häufig findet man sie an Holzlagerplätzen, an hölzernen Eisenbahnschwellen sowie an Holzbohlen und Holzpfählen, wie sie im Landschafts- und Gartenbau Verwendung finden. Auch innerhalb von Städten - in Parks oder Kleinwaldbeständen - ist sie ein nicht seltener Gast.


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