Rohlands Pilztouren 47:
Funde vom 29.03.2016 - 30.03.2016



Rohlands Pilztouren 47




Alle Funde des Pilzberaters ab dem 08.02.2014:

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Peter Rohland auf Tour

Der legendäre Märzschneckling gibt sich im bergländischen Sachsen mit großer Gesellschaft die Ehre




Foto: Märzschneckling 1, essbar.

Rohlands Pilztouren 47



Peter Rohland schreibt am 29. und 30. März 2016:

»Hallo Ihr Lieben,

gestern früh hatte ich das Vergnügen, von Mario und Nando mitgenommen zu werden, um einmal im bergischen Teil Sachsens den Märzschneckling oder Märzellerling in recht beachtlicher Menge zu mustern.

Es ist ein Pilz, der sich meist im Moos versteckt. Man hält ihn nicht selten für einen Stein. Wenn man die Moosbuckel vorsichtig öffnet, kommen oft kleine Nester mit dem festen, bis zu 10 cm großen Pilz zum Vorschein.

Fotogen ist er nun wirklich nicht. Wie ich hörte, war er dieses Jahr, wohl wegen des nahezu ausgefallenen Winters, schon Mitte Februar da. Wir fanden Waldstücke vor, in denen nicht einer wächst, dann aber Abschnitte, in denen man gleich an die 80 Fruchtkörper finden konnte. Er riecht nach nichts. Wir haben nicht einen Pilz mitgenommen, auch keinen kleinen. 

Märzschnecklinge sind montane Pilze, die man in der südlichen Schweiz noch in 2000 Metern Höhe findet. Bis in die 50er, 60er Jahre war er ein Massen- und Marktpilz, heute ist er selten, weshalb er zu schonen ist. Spannende Informationen zu diesem höchst eigenwilligen Pilz findet Ihr hier.

Neben unseren Märzschnecklingen oder Märzellerlingen haben wir noch den Fichtenzapfenrübling in großer Menge gefunden. Seine Hütchen, praktischerweise mit einem Kamillen- oder Beerenkamm gesammelt, sollen eine schmackhafte Suppe ergeben.

Ebenso entdeckten wir den Glänzenden Schwarzborstling (Pseudoplectania nigricans), dessen Wirkstoff Plectasin zur Zeit als potentielles Superantibiotikum Karriere macht, sowie auch schon einen Grünblättrigen Schwefelkopf.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Mario und Nando. Es war ein schöner Tag!

Auf der Hinfahrt hatte ich übrigens am Cospudener See ein Büschel Glimmertintlinge gesehen. Will sagen, es geht auch hier in Leipzig langsam los. Davon konnte ich mich bei einem anschließenden Gang durch »meine« Kiefernwälder der Tagebaufolgelandschaft südlich Leipzig überzeugen.

So fand ich Unmengen der Schwarzweißen Becherlorchel. Weitere entdeckte Arten waren der Stiellose Adermoosling, der Ohrlöffelstacheling, der essbare Milde Kiefernzapfenrübling mit seinem typisch gelben Stiel sowie ein Giftzwerg mit dem romantischen Namen Frühlingsglockenschüppling. Bitte nicht essen, sonst läuten die Glocken!

Bei einer Einkaufstour habe ich dann noch die sehr seltenen Zitzenstielboviste in einem Blumenkübel entdeckt. Die Artangabe ist vorläufig; unter Umständen ist es sogar eine noch seltenere Art.

Viel Spaß mit den Bildern wünscht Euch Euer Peter Rohland aus Leipzig.«

Blau = ungenießbar

Rot = giftig


Foto: Märzschneckling 2, essbar.


Foto: Märzschneckling 3, essbar.







Foto rechts: Märzschneckling 4, essbar.




Foto: Märzschneckling 5, essbar.






Foto rechts: Märzschneckling 6, essbar.










Foto: Märzschneckling 7, essbar.


Foto: Glänzender Schwarzborstling, ungenießbar, wertvoller Medizinalpilz.







Foto: Fichtenzapfenrübling, essbar.


Foto: Schwarzweiße Lorchel 1, ungenießbar.







Foto: Schwarzweiße Lorchel 2, ungenießbar.


Foto: Schwarzweiße Lorchel 3, ungenießbar.







Foto: Frühlingsglockenschüppling, giftig.


Foto: Milder Kiefernzapfenrübling, essbar.


Foto: Ohrlöffelstacheling, ungenießbar.


Foto: Vermutlich Zitzenstielboviste (1), ungenießbar, sehr selten.


Foto: Vermutlich Zitzenstielboviste (2), ungenießbar, sehr selten.

Rohlands Pilztouren 47


Foto: Tiegelteuerlinge, ungenießbar.

(18 Fotos © Peter Rohland)

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