Rohlands Pilztouren 29:
Funde vom 18.08.2015 - 07.09.2015



Rohlands Pilztouren 29




Alle Funde des Pilzberaters ab dem 08.02.2014:

Hier geht's zum Pilztagebuch von Peter Rohland





Peter Rohland auf Tour

Der köstliche Rillstielige Seitling wurde noch bei Dunkelheit und Regen geknipst und machte dann eine Familie glücklich




Foto: Rillstieliger Seitling 1, jung ein guter Speisepilz.

Rohlands Pilztouren 29



Peter Rohland schreibt am 7. September 2015:

"Hallo Ihr Lieben,

ich konnte die Nacht gar nicht richtig schlafen und träumte von meinem Stamm der seltenen essbaren und wohlschmeckenden Rillstieligen Seitlinge. Gleich heute früh musste ich raus, obwohl es regnete.

Mit Zusatzscheinwerfer im regnerischen finsteren Wald bekam ich ohne Stativ ein paar halbwegs passable Aufnahmen hin, bevor ich die Pilze erntete und eine Familie glücklich machte.

Der Rillstielige Seitling wächst meist an dicken toten Ulmenstämmen und hat lang herablaufende Lamellen, denen er seinen Namen verdankt. Sein Speisewert ist, sofern er jung und zart ist, dem Austernseitling gleich. Er riecht nach Mehl.

Ein Bild des in vielen Landstrichen mittlerweile unkontrollierbar wuchernden Indischen Springkrautes (Himalaya-Balsamine), ein neophytischer Einwanderer, soll meine Mail beschließen. Der Volksmund nennt die Pflanze auch "Orchidee des kleinen Mannes" oder "Bauern-Orchidee".

Übrigens sind jetzt etliche Pilzarten, etwa die Korallen, im Kommen. Mehr dazu demnächst.

Freundliche Grüße aus dem regnerischen Leipzig von Peter Rohland"

Rohlands Pilztouren 29


Foto: Rillstieliger Seitling 2, jung ein guter Speisepilz. Seine Lamellen laufen zumTeil den gesamten Stiel herab, was hier gut zu sehen ist. 



Foto: Rillstieliger Seitling 3, jung ein guter Speisepilz.


Foto: Indisches Springkraut oder Himalaya-Balsamine.

(4 Fotos © Peter Rohland)







Peter Rohland auf Tour

Die große Farbenpracht der Röhrlinge und Täublinge im Leipziger Umland begeistert den Pilzberater




Foto: Kurzsporiger Röhrling 1, ungenießbar







Peter Rohland schreibt am 29. August 2015:

"Hallo Ihr Lieben,

jeden Tag entdecke ich zur Zeit mehr Pilze in unseren Leipziger Wäldern.

So traf ich heute das Eichhörnchen " Putzi", das mir, hilfsbereit wie immer zur Pilzzeit, die leckeren rötenden Waldchampignons zeigte. Auch einen Wiesenchampignon, der wie ein Salzwiesenchampignon aussah, und ein paar giftige Karbolegerlinge mit der typischen gelben Stielknollenverfärbung konnte ich knipsen.

Auch der in Leipzig und Brandis häufige giftige Doppelgänger des Perlpilzes, der Gelbflockige Wulstling, geriet mir vor die Linse. Er hat gelbe Flocken und bräunt nur leicht in der Knolle!

An photogenen Pilzen standen weitere Dickröhrlinge wie der immer wieder sehenswerte Kurzsporige Röhrling. Er hat mir eine neue Stelle bei Wurzelnden Bitterröhrlingen und Flockenstieligen Hexenröhrlingen beschert. Er scheint die Liaison mit diesen beiden Röhrlingen zu mögen.

Heringstäublinge zeigen sich derzeit in allen Farbtönen!

Freundliche Grüße von Euerm Peter Rohland aus Leipzig"

Blau = Ungenießbar


Foto: Kurzsporiger Röhrling 2, ungenießbar


Foto: Glattstieliger Hexenröhrling, essbar.


Foto: Blutroter Röhrling, essbar.


Foto: Wurzelnder Bitterröhrling 1, ungenießbar.


Foto: Wurzelnder Bitterröhrling 2, ungenießbar.


Der Heringstäubling in seiner Farbvielfalt

4 Fotos: Der essbare Heringstäubling zeigt sich hier in vier verschiedenen Farbvariationen. Damit ist er nicht ganz einfach zu bestimmen. Meist erkennt man ihn an seinem Geruch nach Hering, der aber beim Erhitzen verschwindet.


Zwei wichtige Merkmale des giftigen Karbolegerlings


Foto: Giftige Karbolegerlinge. Da ihr unangenehmer Geruch nach Karbol oftmals nur flüchtig ist, müssen wir auf andere Bestimmungsmerkmale zurückgreifen. Eine sehen wir hier: die helmartige Hutform mit "gerundeten Ecken" sollte uns stutzig mache.


Foto: Ein weiteres Merkmal beim Karbolegerling ist die chromgelbe Färbung des Pilzes, die an der Stielbasis am stärksten ist. Bei jüngeren Exemplaren fällt sie weniger deutlich aus, doch hier können wir wir fast immer auf das Merkmal des "Helmhutes" zurückgreifen.


Foto: Die wohlschmeckenden Wiesenchampignons sind deutlich heller als...


Foto: ...ihre Geschwister, die ebensfalls essbaren Waldchampignons. Sie haben meist dunkelbraune Flecken auf hellbraunem Untergrund.

Rohlands Pilztouren 29


Foto: Und hier noch ein nur stellenweise häufiger giftiger Vertreter, der Gelbflockige Wulstling, ein enger Verwandter der Knollenblätterpilze.

(15 Fotos © Peter Rohland)

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Peter Rohland im Gifteinsatz und auf Tour

Schon die vierte Pilzvergiftung eines Kindes in vier Wochen! Nach der erlösenden Nachricht ging's gleich zum Fototermin mit der Vornehmen Hundsrute




2 Fotos: Irgendwo zwischen Bio-Mohrrübe und erotischer Imagination siedeln wir sie an beim Betrachten, die Vornehme Hundsrute. Dass sie ungenießbar ist, ist eher Vermutung als Gewissheit. Aber unser Appetit, reinzubeißen, hält sich per natürlicher Eingebung in Grenzen. (2 Fotos © Peter Rohland)

Rohlands Pilztouren 29


Peter Rohland schreibt am 18. August 2015:

"Hallo Ihr Lieben,

ich hatte gestern einen unruhigen Tag. Mich erreichte schon der vierte Notruf binnen vier Wochen, weil sich erneut ein Kind mit Pilzen vergiftet hatte.

Das Kleine, neun Monate alt, muss einen Schutzengel gehabt haben. Es hatte von einem giftverdächtigen kleinen Schirmling gekostet oder gegessen. Die kleinen Schirmlinge sind zum Teil sehr giftig.

Nach Mikroskopieren des Pilzes musste ich empfehlen, das Kind über Nacht im Klinikum zu belassen. Ein Anruf heute früh von mir erfreute mich dann sehr, weil das Kleine die Latenzzeit der gefährlichen kleinen Schirmlinge überstanden hatte und wieder wohlauf war. So konnte ich die Entlassung nach Hause befürworten, was mich sehr beruhigte. Man leidet in akuten Fällen mit, gerade bei Kindern.

Das ist die andere Seite in der Praxis eines Pilzsachverständigen. Nicht immer, das soll dieses Beispiel zeigen, geht es um das Heraussortieren von Fliegenpilz und Co. aus dem Pilzkorb.

Gestern Nachmittag erreichte mich aber auch ein erfreulicher Anruf einer befreundeten Familie aus Liebertwolkwitz: auf deren Grundstück wuchs, wie schon im Vorjahr wieder,  unter dem großem Bambus im Garten die Vornehme Hundsrute

Da kenne ich nichts, und so bin ich gleich nach dem erlösenden Anruf im Krankenhaus im strömenden Regen dorthin gefahren. Obwohl das von mir zu Hause eine kleine Weltreise ist. So konnte ich diesen sehr seltenen Pilz auch dieses Jahr wieder fotografieren.

Die Vornehme Hundsrute riecht nach Sulfachin-Halsgurgeltabletten und steht in der Regel nur zwei Tage. Vermutlich ist sie ungiftig oder ungenießbar. Die Schnecken aber pfeifen drauf und verputzen sie sehr gerne.

Die Fotos habe ich heute früh im Regen mit Zusatzscheinwerfer gemacht. Das ist zwar Aufwand, aber Leidenschaft ist nun mal Leidenschaft!

Aus dem seit langem einmal wieder regnerischen Leipzig grüßt Euch alle

Euer Peter Rohland"

Blau = Ungenießbar

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