Pilzticker Thueringen 32:
Funde vom 26.03.2017 - 05.04.2017



Pilzticker Thueringen 32




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Nördliches Eichsfeld: Die Böhmischen Verpeln werden jetzt mehr - und »raue Mengen« stehen noch


Foto: Die Ausbeute an Böhmischen Verpeln wird größer. Und Heike ließ »raue Mengen« stehen, damit sie nachwachsen können.

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Heike schreibt am 5. April 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute ging es mal wieder zu den Böhmischen Verpeln. Es werden langsam immer mehr. Sie erscheinen in meinem Gebiet jetzt schon an mehreren Stellen.

Teilweise kommen sie jedoch nur sehr mickrig zum Vorschein. Besonders da, wo Wind und Sonne ihre volle Arbeit leisten  können, also an lichten ungeschützten Stellen.

Im tiefen Laub hatte ich heute richtig zu suchen, denn sie hatten sich sehr gut versteckt. Zum Teil waren sie komplett vom Laub bedeckt. Manchmal schaute lediglich eine winzige Ecke hervor. Prompt habe ich mit meinem Fuß versehentlich eine umgeschubst.





2 Fotos: Nicht immer stehen die Verpeln so gut sichtbar da wie auf dem linken Foto. Auf dem rechten Bild ein Eindruck davon, wie gut sie sich verstecken.

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Die im Laub versteckten sahen aber sehr gut aus und waren gut gewachsen. An solchen Stellen knie ich mich hin und schau den Boden zentimeterweise ab. Dann kann man sie noch am besten erspähen.

Anbei wieder einige Eindrücke von heute Nachmittag. Einige Verpeln nahm ich mit. Raue Mengen ließ ich stehen. Man kann sagen, derzeit stehen sie schon dutzendweise.

Morcheln gibt es noch nicht, auch auf diversen Mulchbeeten habe ich noch nirgendwo was gesehen. Rainer aus Artern inspirierte mich zum Nachschauen. :)

Herzliche Grüße Heike«


Foto: Diese Verpel versteckt sich mit einem deckenartig überliegenden Blatt und ist nur schwer auszumachen. (4 Fotos © Heike)





Thomas gratuliert Heike zu ihrem Fund

Thomas schreibt am 4. April 2017:

»Hallo,

hach, die Meldungen von Heike sind wieder großartig. Ich wünschte, ich ich würde auch mal solche herrlichen Verpeln finden.

Grüße Thomas«

Hallo Thomas,

die Suche nach Morcheln und Verpeln ist ein Geduldsspiel, und manchmal entspringt der Erfolg auch nur dem Zufall.

Sieh Dir aufmerksam das »Beet«, genannt Habitat an, in dem die Verpeln wachsen und präge Dir die Merkmale möglichst genau ein. Art, Farbe und Dichte der verwelkten Blätter, dazu die umstehenden Pflanzen. Zu den Begleitbäumen findest Du wertvolle Informationen im Pilzticker Sachsen, die Johannes gegeben hat. Und: Der Boden sollte humusreich und dunkel sein.

Ich war Samstag übrigens auch stundenlang unterwegs, um neue Morchelplätze in und um Leipzig aufzuspüren, obwohl ich einige gute Stellen kenne. Es war erfolglos. Aber irgendwann macht es dann doch »Bingo«, zahlt sich die beharrliche Suche aus.

Viel Erfolg wünscht Dir, mit besten Grüßen, Heinz-Wilhelm

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Im Verpelgebiet im Nördlichen Eichsfeld wagt man vor Böhmischen Zwergen kaum, einen Fuß zu setzen


Heike schreibt am 1. April 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

heute Vormittag lief ich zwei Morchelgebiete ab. Zunächst ein Käppchenmorchelgebiet und dann ein Speisemorchelgebiet. In beiden ist noch nichts zu sehen. Der Boden sah durch den vielen Wind der letzten Tage auch schon wieder sehr trocken aus. Lange hatten wir schon keinen Regen mehr. Wie jedes Jahr, wenn die Morchelzeit kommt, bleibt er auch dieses Mal aus.

Heute Nachmittag  schauten wir dann im Gebiet unserer Böhmischen Verpeln vobei. Dort ist es naturgemäß sehr feucht, selbst bei Trockenheit steht dort in bestimmten Zonen das Wasser.

Und auf einmal standen wir inmitten der Pilze. Der Enkel hatte sie zwischen den Füßen, mein Mann sah sich plötzlich vorne und hinterrücks von ihnen umzingelt. Es war wieder so, dass man sich nicht traute, einen Fuß zu setzen. Überall verbargen sich die Böhmischen Zwerge. Ich sagte: »Stehenbleiben, Füße nicht bewegen!«





2 Fotos: »Das Auge muss erst wieder den Blick für die schönen Verpeln bekommen«, schreibt Heike. Von blass-gelblichbraun (Foto links) bis zum kräftigen Gelbbraun (rechts) ist alles dabei.


Das Auge muss erst wieder den Blick für die schönen Verpeln bekommen. Sie quellen wieder dutzendweise heraus. Langsam werden sie unter dem Laub sichtbar und blinzeln hervor. An sonnenbegünstigter Stelle wachsen sie wie dicht gesät. Im Schatten zeigen sie sich noch nicht. Dort fand ich vergangenes Jahr etwas später die größten und schönsten. Heute haben wir uns vorerst mit einer Handvoll begnügt, zu sehen auf dem Foto oben mit dem Teller.

Die nächsten zehn Tage werden sicher über das diesjährige Ausmaß Aufschluss geben. Zum Abend bekamen wir erfreulicherweise einige kräftige Gewitterschauer, die wichtig für den Anstoß des Morchelwachstums sind.

Anbei wieder einige Fotos, die schon einen Eindruck vermitteln, was in den nächsten zehn Tagen dort passieren könnte. Dutzende Fotos wären heute wieder möglich gewesen, aber wir haben, wie gesagt, viele, viele kleine der Böhmischen Zwerglein stehen gelassen.

Herzliche Grüße Heike«


Foto: Auch dieses Foto zeigt eine Impression vom Auwald, in dem Verpeln auf humusreichem Boden typischerweise wachsen. (5 Fotos © Heike)







Frühling im Nördlichen Eichsfeld: Die kleinen Verpeln verstecken sich noch unter dem Laub


2 Fotos: Heike ahnte, wo sie stehen würden, hob vorsichtig das Laub an - und tatsächlich, da standen sie, diese zwei kleinen Böhmischen Verpeln. (2 Fotos © Heike)

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Heike schreibt am 26. März 2017:

»Hallo lieber Heinz-Wilhelm,

da bin ich wieder, der lange kalte Winter ist endlich vorbei.

Meinen Austernpilzen wurde vom langen Frost leider hingeholfen. Sie waren nicht mehr zu gebrauchen, es ist auch nichts mehr nachgekommen.

Vergangene Woche war in meinem angestammten Gebiet noch nichts zu sehen. Heute war es anders. Nun wächst endlich der Bärlauch, der Waldmeister lugt bereits hervor und die ersten Böhmischen Verpeln strecken die Köpfchen raus. Alle sind noch sehr klein und vom Laub des Herbstes bedeckt.

Ich habe an einer markanten Stelle mal vorsichtig die Blätter hochgehoben. Und siehe da, schon schauten mich zwei winzige Verpeln an. Ich deckte sie wieder zu. Nun bin ich gespannt, ob es so viele werden wie vergangenes Jahr.

Herzliche Grüße an alle Pilzsammler, Heike«

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