Pilzticker Sachsen 32:
Funde vom 14.09.2014 - 16.09.2014



Pilzticker Sachsen 32




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In der Königsbrücker Heide herrscht seit Anfang August der Pilzausnahmezustand


Foto: Ob sie auch stehen bleiben mussten? Die Körbe der Pilzsammler in der Königsbrücker Heide waren so voll von Rotkappen, dass die rote Pracht teilweise unberührt im Wald stehen blieb. 

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Astrid schreibt am 15./16. September 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm, 

vergangenes Wochenende übertraf das Pilzglück in der Königsbrücker Heide alle Erwartungen: Reizker in Massen, Parasole, Steinpilze, Espenrotkappen und jede Menge Krauser Glucken gab es! Welche eine Freude für die Pilzsammler - und welch eine Herausforderung für die Küchenhelfer!

Schon seit Ende August herrscht in der Königsbrücker Heide eine Pilzschwemme mit einer Vielfalt und Menge, die wir selten so erlebt haben.

Den Beginn machten die Täublinge, Steinpilze, Rotkappen und Pfifferlinge.

Dann erlebten wir fast so etwas wie ein Naturschauspiel: nicht nur die bekannten Stellen auf grasbewachsenen Wegen, sondern der gesamte Wald, war übersät von hunderten und aberhunderten Reizkern. Groß wie Untertassen standen sie unter den Kiefern im Heidekraut. Und das fast madenfrei!


Foto: Die Reizker waren groß wie Untertassen und hatten den Korb rasch gefüllt. Für eine Krause Glucke am Kiefernstamm ist aber immer noch ein Plätzchen in Astrids Korb frei.


Dann folgte, Anfang September, der Auftritt der PfifferlingeMehrere Spankörbe, so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr, konnten wir ernten. Zur Krönung gab's bei jedem Pilzgang noch mehrere Krause Glucken oben drauf auf den doch schon randvollen Korb. Am Samstag, 13. September, waren es gleich zehn Stück!

Dazu lachen die Parasole so makellos aus dem Gras, dass man die Safranschirmpilze erst gar nicht beachten möchte.


Foto: Ernte eines Pilzganges. Wie die Pilze so daliegen, kann man sich gut vorstellen, welches Spiel die Pilzmassen in der Königsbrücker Heide seit Wochen treiben. (3 Fotos © Ralf P.)


Am Wochenende des 6./7. September haben wir solche Mengen Rotkappen verschiedener Art gefunden, dass wir gezwungen waren, mit unseren vollen Körben die rote Parade tatenlos zu passieren. Das haben wir noch nie erlebt. Ein Pilz-Märchen, gesäumt von einer Vielzahl anderer, hier gar nicht aufgeführter herrlicher Pilze.

Herzliche Grüße aus Sachsen Astrid"

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Nichts und gar nichts in der Dübener und Dahlener Heide

Steffen schreibt am 15. September 2014:

"Fehlanzeige am Wochenende in der Dübener und Dahlener Heide, nicht ein Steinpilz, nur vergammelte Maronen, nichts Brauchbares, aber auch gar nichts, sehr komisch, trotz des warmen feuchten Wetters."

Hallo Steffen, 

vielen Dank für diese Nachricht, auch wenn es eine Null-Nachricht ist. Auch in der steckt Information, denn nicht wenige Pilzfreunde fragen mich in diesen Tagen, ob es derzeit lohnt, genau dorthin zu fahren. Offenbar nicht. Ich bin allerdings gespannt, ob der intensive Regen der vergangenen zwei Tage diese betrübliche Situation verbessert. 

Viele Grüße - und bald mehr Glück - von Heinz-Wilhelm

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Dahlener Heide: Außer dem Kuhmaul nichts gewesen

Holger schreibt am 15. September 2014:

"Hallo ihr Lieben,

in der Dahlener Heide habe ich ebenfalls am Wochenende nichts Brauchbares gefunden. Einzig Kuhpilze waren in Massen und in guter Qualität zu finden.

Liebe Grüße aus Leipzig, Holger"



Pilzberater Peter Rohland auf Tour

In den Leipziger Innenstadtparks ist die zweite Formation der Röhrlinge aufmarschiert





Foto: Die sehr seltenen Silberröhrlinge sind wieder da, nachdem sie Peter Rohland bereits im August erfreut hatten. Es sind köstliche Speisepilze, die wegen ihrer Seltenheit jedoch unbedingt geschont werden sollten. 







Peter Rohland schreibt am 14. September 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

bin wohl heute nicht so aus dem Knick gekommen, obwohl ich cirka 4 Uhr aufgestanden bin. Viele Pilze und Walnüsse! 

Ein Besuch in der Neuen Harth in den Lärchenwäldern lies mich den Dottergelben Spateling fotografieren. Einer unserer Leipziger Pilzfreunde hat ihn schon einmal kühn zur Probe gegessen und hat's überlebt. Ordnen wir den Pilz also als "essbar" ein. Den Maggipilz sollte man hingegen eher nicht essen oder zumindest in nur kleiner Menge als Würze benutzen!


Foto: Dottergelber Spateling. Ein Leipziger Pilzfreund, der ihn einfach mal aß, hat ihn mühelos überlebt. 


Foto: Der Maggipilz. Er wird lediglich zum Würzen in kleiner Menge empfohlen. 







Der Natternstielige Schleimfuß ist ein typischer Pappelbegleiter und dank seines Musters am Stiel gut zu bestimmen. Der Schopftintling ist einer der leckersten Pilze überhaupt. Wir wissen aber, dass er nicht lange verwertbar ist, weil seine Lamellen zu Tinte zerfließen.


Foto: Der Natternstielige Schleimfuß ist kein Speisepilz. 

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Dem Tränenden Saumpilz begegnete ich an der Kreuzung Brückenstraße/Koburger Sraße. Viele Stockschwämmchen standen im Auewald. Im Industriegebiet der ehemaligen GISAG in Leipzig Großzschocher fand ich neben vielen anderen Pilzen den Verblassenden Täubling, der ein guter Speisepilz ist.


Foto: Tränende Saumpilze sondern bei Feuchtigkeit von ihren Schneiden kleine dunkle Tröpfchen ab, die dieser Art den Namen gaben. Er wird als teils essbar, teils ungenießbar eingestuft. 


In den Parks der Innenstadt ist indessen eine neue Formation der Röhrlinge aufmarschiert. Alles dabei, was das Herz begehrt!

So traf ich heute die Herrschaften Wurzelnder Bitterröhrling, junge SilberröhrlingeNetz- und Flockenstielige Hexenröhrlinge und den seltenen Boletus junquilleus, den Gelben Hexenröhrling oder Narzissenröhrling oder Falschen Schwefelröhrling. Die Mykologen können sich nur schwer entscheiden, ob er eine eigene Art ist oder ein Flockenstieliger Hexenröhrling, dem lediglich die roten Farbpigmente fehlen. Auf jeden Fall ist er ein interessanter Pilz! 

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Foto: Gelbe Hexenröhrlinge. Ihnen fehlt die rote Farbpigmentierung, wie sie der Flockenstielige Hexenröhrling (nächstes Foto) hat. Nicht wenige Pilzkundler halten die Pilze deshalb für eine Variation des Flockenstieligen Hexenröhrlings. 


Foto: Flockenstielige Hexenröhrlinge. 


Ein Thema, das mich fasziniert, ist, wie sich in unseren Gefilden Bäume aus anderen Ländern oder Gebieten mit Pilzen sozialisieren, also Mykorrhizzen bilden. Wir haben in meinem Wohngebiet u. a. einen kleinen Edelkastanienhain. Erste Mykorrhizapilze wie der Rötliche Lacktrichterling (Laccaria laccata) und der Tongraue Fälbling (Hebeloma crustiliforme) sind beweisbar vorhanden.

Diese Bäume wurden vom Vater eines heutigen Mitarbeiters des Naturkundemuseums gepflanzt, sie sind etwa 25 Jahre alt. Ich werde die weitere Entwicklung mit Interesse beobachten und dokumentieren und in den nächsten 2-3 Jahren einen Powerpointvortrag fertigstellen. Vielleicht finde ich ja mal den Kaiserling. Solch eine Gaumenfreude vor der Haustüre, das wär's doch! 

Freudliche Grüße Euer Peter Rohland aus Leipzig"

(8 Fotos © Peter Rohland)

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Blau = Ungenießbar

Rot = Giftig


Foto: Dieses Foto von Kaiserlingen hat Peter Rohland in Bulgarien geschossen. Kaiserlinge sind eine Legende. Auf dem Speiseplan der Römer standen sie ganz oben, noch vor den Trüffeln und weit vor Steinpilzen. Es sind südliche Pilze. Man findet sie bisweilen auf den Märkten in Südfrankreich oder in Italien. In dortigen Restaurants sind sie eine teure Delikatesse. 


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