Pilzticker Sachsen 28:
Funde vom 29.08.2014 - 04.09.2014



Pilzticker Sachsen 28




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Die Musterung der Gallenröhrlinge endet mit dem Staunen über seltsamen Abtransport der Pilze 


Foto: Pilz- und Spurensuche in der Dresdner Heide und am Prießnitzgrund: Es gab greise Steinpilze, wenige gute Maronen, eine schöne Krause Glucke, Bauchwehkorallen en masse und einen nicht ganz dezenten Hinweis auf eine Flasche Sternburg Export. (Collage/Fotos © Richard)

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Richard schreibt am 4. September 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

da mich die Langeweile heute doch allzusehr plagte, dachte ich mir "Gehste ma guggn, wie de Gallenröhrlinge stehn". Gesagt, getan, ein kleines Gefäß in die eine, ein Bierchen in die andere Hand. Bei dem günstigen Wetter der vergangenen Tage hatte ich schon mit einiger Beute gerechnet. Doch was ich vorfand, brachte mir vor allem den Ärger darüber ein, dass ich nicht schon vor drei Tagen ausgerückt war.  

In der Dresdner Heide musste man aufpassen, dass man die Maronen nicht versehentlich über den Haufen rannte. Leider war der Großteil bereits deutlich überständig. Das Gleiche partiell bei den Steinpilzen; sie waren monströs, aber reichlich von Schnecken und Maden besucht und schon weit im Greisenalter. Was auch für die Parasolen galt. Das Letzte allerdings, mit dem ich gerechnet hätte, war eine schöne Krause GluckeSie stand direkt im Prießnitzgrund.

Was ich bei aller Liebe aber immer noch nicht verstehe, ist, wie Leute ihre Pilzbeute in teils prallgefüllten Mülltüten bestenfalls gen Wohnstatt tragen, schlechtenfalls am Fahrradlenker schlagend gen Heimat transportieren können. 

Die Gallenröhrlinge übrigens, derentwegen ich ja ausgerückt war, scheinen, hier zumindest, den Krieg gegen die Maronen zu verlieren...

Gruß Richard"

Blau = Ungenießbar

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Die Neue Harth südlich Leipzig ist wie verhext: Rotkappen satt, Steinpilze null


Rolf schreibt am 3. September 2014:

"Schon wieder "nur" Rotkappen!

Es ist wie verhext. Angeregt von den vielen Steinpilzfunden überall, dachte ich mir, zumal ich am Wochenende vier kleine gefunden hatte, dass es nun auch in der " Neuen Harth " beginnen müsste.

Doch weit gefehlt, nur die Espenrotkappen wachsen weiter an zum Glück noch nicht ganz bekannter Stelle. :-)"

(Foto © Rolf)

Hallo Rolf, 

mein "Harth-Mann" hatte vor zwei Tagen genau das gleiche Ergebnis. Er kennt in der Neuen Harth eine gut tragende Steinpilzstelle, fand aber Nullkommanichts. Dagegen brachte er eine schöne Rotkappenernte mit nach Hause. 

Der weiter unten beschriebene Hannes Inschlag ist mit seinen Steinpilzen ein absolutes Unikum. Er hat kein Internet, keinen Fernseher, hört nur ab und zu Radio, ist also vom Pilznachrichtenfluss so gut wie abgetrennt. Der hält den Finger in den Wind und weiß: jetzt muss ich los. Und weil er seit 50 Jahren durch Leipzig streunert, weiß er, wo sie stehen. So einen habe ich noch nicht erlebt. 

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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Die ganze Familie hatte ihre Freude beim Pilze schneiden im Colditzer Forst


Foto: Drei Kilo geputzte Pilze, zu Hause ausgebreitet. Allein der Hut des größten Steinpilzes wog 328 Gramm. 

Beate schreibt am 1. September 2014:

Hallo Heinz-Wilhelm, 

gestern am verregneten Sonntag sind wir zu dritt in unser "altes" Waldgebiet im Colditzer Forst, das in den letzten Jahren wegen der "ökologischen Aufforstung" nicht so ergiebig war, was Pilzfunde betrifft.

Wir nahmen an, bei der Nässe die Einzigen im Wald zu sein - weit gefehlt! Am Nachmittag zählten wir 15 Autos. Und trotz des Andrangs waren wir nach zweieinhalb Stunden mehr als zufrieden: 3 kg geputzte Pilze lagen im Korb!

Die Steinpilze wachsen wie verrückt, man kann fast zuschauen :) Die frisch gewachsenen sind auch meist madenfrei. Ich habe wieder einige Fotos gemacht - manche Exemplare sind wie aus dem Pilzbuch. Mein größter Steinpilz gestern hatte ca. 20 cm Hutdurchmesser, der Hut alleine wog 358 Gramm und war okay, nur der Stiel war leider madig. Erfreulich, dass auch die Maronen allmählich in die Gänge kommen.

Wir Pilzverrückten wollen unbedingt wieder in den Wald - es macht sooo viel Spaß!

Liebe Grüße von Beate u. Familie" 

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Foto: Im besten Stadium boten sich die Steinpilze im Colditzer Forst an. So macht die Pilzernte richtig Spaß, erst recht, wenn die ganze Familie dabei ist. (3 Fotos © Beate)


Hannes Inschlag hat es mal wieder gewusst: "Heute muss ich los, die Steinpilze sind da" 




Foto links: Hannes Inschlag, Leipziger Pilzsammler-Original, hatte mal wieder ein unbestechliches Näschen. Auf den Tag genau wusste er, wann er seine ersten Steinpilze des Jahres "abholen" konnte. Er fand sie in seinen wohlbekannten Gründen, nämlich in einem großen Stadtpark. Bis zum 30. August hatte es also gedauert, ehe die ersten Steinpilze 2014 im Großraum Leipzig zur Ernte bereit standen. Dagegen hatte es schon seit Wochen andere, ebenfalls köstliche Röhrlinge gegeben. (Foto © p-p-s.com)

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Pilzberater Peter Rohland auf Tour

"Ich kann mich an den Papageisaftlingen gar nicht genug satt sehen"





2 Fotos: Pilzberater Peter Rohland kann sich an den Papageisaftlingen "gar nicht satt genug sehen". Tatsächlich haben diese Exoten, die irgendwo aus dem thailändischen oder brasilianischen Urwald zu stammen scheinen, eine unwiderstehliche Anziehungskraft. (2 Fotos © Peter Rohland)

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Pilzberater Peter Rohland schreibt am 29. August 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

am Montag war ich im Tagebau und fand den Braunen Filzröhrling, den Doppelgänger der Ziegenlippe. Xerocomus ferruginosus unterscheidet sich von X. subtomentosus durch engere Röhrenmündungen, einen anderen Stiel und dem Vorkommen meist unter Birken in den Tagebaufolgelandschaften. Im südlichen Auewald stieß ich auf den Gallentäubling, den Kurzstieligen Ledertäubling, den Taubentäubling und auf zwei kleine Riesenchampignons.

Nach dem Regen waren die Schleimköpfe fast alle verschimmelt. Dafür waren viele schöne Papageisaftlinge da, an denen ich mich gar nicht satt genug sehen kann. Auch Tiegelteuerlinge waren wieder zu bestaunen. 

Im Osten Leipzigs fand ich endlich eine Gruppe zwar essbarer, jedoch kaum einmal verwerteter Bluttäublinge, viele Birkenpilze , den Tannenreizker und den Pantherpilz.

Heute in der Hermann-Meyer-Straße einen Riesenklopper von Riesenchampignon, auch einen Hainbucheröhrling und einen Fahlen Röhrling. Frau Tienelt konnte sich diese Woche ein paar mal über gute Speisepilze freuen. Und neben den Papageisaftlingen stand noch ein Wasserkopf. Wasserköpfe oder Gürtelpilze sind wertlose bis leicht giftige Pilze. 

Freundliche Grüße Euer Peter Rohland aus Leipzig"

Blau = Ungenießbar

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