Pilzticker Sachsen 22:
Funde vom 03.08.2014 - 05.08.2014



Pilzticker Sachsen 22



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Übersicht aller bisherigen Sachsen-Pilzticker





In der Dahlener Heide regt sich was: Eine erste kleine Marone macht Hoffnung auf mehr


Katrin schreibt am 5. August 2014:

"Habe heute in der Dahlener Heide die erste kleine Marone gefunden :)

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Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Putzi machte es möglich: Es führte den Pilzberater zu vielen echten Raritäten

(11 Fotos © Peter Rohland)




Pilzberater Peter Rohland schreibt am 3. u. 4. August 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

ich fand heute viele Riesenboviste und echte Raritäten. Die Steinpilze werden auch nicht mehr lange auf sich warten lassen; ich habe sie im Auge.


Ich war heute in den Parkanlagen der Innenstadt und im Mühlenpark unterwegs. Es gab neben Pfifferlingen auch diverse Röhrlinge, u. a. reichlich Wurzelnde Bitterröhrlinge (Boletus radicans), die hier auf dem Foto zu sehen sind. Typisch ist ihre für Röhrlinge auffallende grauweiße oder braungraue Hutfarbe; der Hut wirkt gepolstert. Der Pilz blaut schwach bis stark. Er ist ungenießbar.

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Ein Erstfund für den Clara-Zetkin-Park ist für mich der seltene Seidige Mehlräsling (Clitopilus prunulus), der allerdings gar nicht nach Mehl roch, obwohl die Literatur ihn so ausweist. Er wird recht groß, heißt deshalb auch Großer Mehlräsling. Zum Vergleich nachstehend auch ein Foto vom gewöhnlichen Mehlräsling, das ich ebenfalls heute im Mühlenpark machte. Beide sind gute Speisepilze. 





Foto rechts: Mehlräslinge sind vorzügliche feine Speisepilze, besonders geeignet für helle Soßen oder Suppen. Nicht immer wächst ihr Stiel, wie hier, zentral, sondern seitlich. Die Pilze riechen deutlich nach Mehl. Man muss sie sicher von zum Teil sehr giftigen weißen Trichterlingsarten unterscheiden können. 





Meine sechste Stelle des sehr seltenen Kurzsporigen Röhrlings oder Karminroten Zwergröhrlings (Rubinoboletus rubinus) konnte ich heute entdecken. Er hat einen gelben Hut und rote Röhren. Leider war er schon leicht angeschimmelt. Er wächst in Sachsen außer im Clara-Zetkin-Park nur in Zwenkau und im Großen Garten Dresden. Unbedingt schützen!






Die ersten Weinroten Risspilze (Foto rechts), die wahrscheinlich einzige essbare Art der Gattung, begrüßten mich im Mühlenpark. Wenn das lebhafte Pilzwachstum so weiter geht, werde ich die nächsten Tage viel zu tun haben mit meiner Kamera.






Pilzberater Peter Rohland schreibt am 4. August 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

es hat hier unheimlich geschüttet, ein Wunder dass ich bei allen Exkursionen trocken geblieben bin. Die Pilze, deren Fotos ich Euch gestern schickte, waren heute schon kaum noch zu erkennen.

Dafür kamen neue hinzu. Man muß dieser Tage schnell sein! Heute traf ich im Clara-Zetkin-Park meinen Freund, das Eichhörnchen "Putzi".

Es scheut noch etwas vor meiner relativ neuen Kamera. Da Putzi aber Nüssen, Früchten und Pilzen nicht widerstehen kann, hat er mir verraten, wo noch ganz viele Pfifferlinge, der Pfützentäubling, das Herbstrotfüßchen, der Flockenstielige Hexenröhrling und der Glattstielige Hexenröhrling (Boletus queletii) wachsen.


Der Glattstielige Hexenröhrling, hier mit zwei Exemplaren zu sehen, ist die dritte der drei bei uns in Leipzig wachsenden Hexenröhrlingsarten. Er hat einen samtig kirschroten Hut, rote Röhren und eine orangefarbene Stielbasis. Er ist fast ausschließlich an Rotbuchen gebunden, viel weniger an Eichen. Wegen der starken Aufforstung mit Nadelbäumen ist er in naturnahen Wäldern stark im Rückgang und steht in einigen Roten Listen auf der Gefährdungsstsufe 2 (Stark gefährdet). Sein Aufkommen in Parks bremst diesen Trend erfreulicherweise.  

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Auch diese schönen Flockenstieligen Hexenröhrlinge fand ich. Sie schmecken, wie allgemein bekannt, hervorragend. 







Dann führte mich Putzi noch zu diesen farbschönen Blutroten Filzröhrlingen, die gute Speisepilze sind...,


 ...zu diesen Echten Rotfußröhrlingen...


und schließlich zu diesen Herbstrotfußröhrlingen


Zum guten Schluss gab's noch diesen Pfützentäubling. Er ist europaweit sehr selten, wächst meist unter Espen (Zitterpappeln). Er benötigt sumpfig-nasse Böden. Auf etlichen Roten Listen ist er in der Gefährdungskategorie 2 (Stark gefährdet) aufgeführt. Aber allein schon wegen seines sehr zerbrechlichen Fleisches lassen wir ihn unberührt. 

Danke Putzi, für deine guten Tipps. Wir sehen uns bald wieder!

Dein und Euer Peter Rohland aus Leipzig"

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Allen Pilz- und Naturfreunden eine schöne Adventszeit

(Foto © Fotolia)

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