Pilzticker Sachsen 21:
Funde vom 20.07.2014 - 02.08.2014



Pilzticker Sachsen 21



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Wälder um Torgau: Nur ein Täubling und drei Bitterlinge, das ist bitter


Nadine schreibt am 2. August 2014:

"Hallo liebe Pilzfreunde,

aufgrund der zahlreichen Funde in einigen Bundesländern wollten wir unser Glück in den Wäldern um Torgau (Sachsen) versuchen. Leider haben wir nur einen Täubling und drei Bitterlinge* gefunden. Unser Fazit: Leider noch zu früh für Pfifferlinge, Steinpilze & Co. Wir versuchen es Anfang September wieder.

Viele Grüße aus Leipzig!"

*Gemeint ist wohl der Gallenröhrling

Blau = ungenießbar

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Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Trichterlinge, Ackerlinge, Schwindlinge, Streiflinge: In den Leipziger Parks lingelt es nur so





Foto: Ockerbraune Trichterlinge sind mit Vorsicht zu genießen. Nachrichten über Unverträglichkeiten häuften sich in den vergangenen Jahren. (Foto © p-p-s.com)


Pilzberater Peter Rohland schreibt am 30. Juli 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

nachdem es gestern bei uns wie aus Eimern geschüttet hat, bin heute mal in die Parkanlagen der Innenstadt gefahren und habe doch tatsächlich den ersten Pfifferling in Leipzig gefunden. Außerdem gab es viele Nelkenschwindlinge, Boviste, Halbkugelige oder Raustielige Ackerlinge und einen uralten Grauen Scheidenstreifling. Von ihm und auch vom Halsbandschwindling, einer interessanten optischen Erscheinung, werde ich Bilder nachliefern, die die Charakteristik dieser Pilz gut herausstellen.



Der Tichterling (Foto oben) ist sehr wahrscheinlich der nach Blausäure riechende Infundibulicybe gibba, bis vor kurzem noch Clitocybe gibba, also der Ockerbraune oder Gelbbraune Trichterling. Über diesen lange als durchweg essbar geltenden Trichterling haben sich in den letzten Jahren Meldungen von Unverträglichkeiten gehäuft. Generell warne ich vor Trichterlingen; sie zu speisen kann bedeuten, Russisch Roulette zu spielen.

Freundliche Grüße Euer Peter Rohland aus Leipzig"

(2 Fotos © Peter Rohland)

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Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Ach du lieber Teuerling, du hast uns noch gefehlt: Jetzt klettern die Preise! 




Foto: Der Gestreifte Teuerling ist ein becherförmiger Pilzzwerg von maximal 1,6 Zentimetern Durchmesser. Er ernährt sich von totem organischem Material, meist kleinen Zweigen, ist also ein Saprobiont. Er ist kein Speisepilz. 

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Foto rechts: Der Pilz im Vordergrund zeigt an, warum dieser Teuerling mit "Gestreifter" benannt wurde. Die jungen Pilze im Hintergrund sind noch mit einer dünnen Haut verschlossen, die bald einreißen wird. 




Pilzberater Peter Rohland schreibt am 27. u. 26. Juli 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

der ÖNPV muß zum 1.  August zur Preiserhöhung die Gestreiften Teuerlinge bestellt haben. Denn neben vielen frischen Waldfreundrüblingen fand ich die ersten Gestreiften Teuerlinge im Jahr. Wenn Teuerlinge wachsen, wird alles teurer, sagt man. 

Zur Fahrpreiserhöhung, symbolisch perfekt begleitet von unserem zwergenhaften Pilz, kam heute Nachmittag noch eine unwillkommene Geschichte. Ein kleines Kind hatte von einem Pilz genascht, den der ergiebige Regen rausgetrieben hatte. In solchen Fällen wird der Pilzberater gerufen, und der fand heraus, dass es ein Kratzender Kammtäubling war. Nur gut, dass Täublinge nicht giftig sind, sondern allenfalls dafür sorgen, dass Magen und Darm beleidigt sind. 

Also, bis zur nächsten Fahrpreiserhöhung grüßt Euch alle herzlich

Euer Peter Rohland aus Leipzig"

Blau = Ungenießbar 

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Foto: Der Waldfreundrübling ist zwar essbar, bietet jedoch keinen bereichernden Geschmack für die Pilzküche. Da er Nadelstreu und Laub abbaut, ist er von erheblicher Bedeutung im Naturhaushalt. (3 Fotos © Peter Rohland)







Pilzeldorado Parks und Grünflächen: "Im Vogtland ist was los!"


Foto rechts: Da wimmelt's im Körbchen! Christian hat tolle Ernte gemacht, und das allein im Stadtgebiet! Im Vogtland können die Pilzfreunde derzeit nicht über mangelnden Pilzwuchs klagen. Für mich ist übrigens der Riesenbovist ein sehr guter Speisepilz, also rechts die drei angeknabberten Exemplare. Schneidet man ihre äußere Doppelhaut ab, ist die verbleibende Fruchtmasse (Gleba) von hervorragendem Geschmack. 



Christian schreibt am 23. Juli 2014:

"Im Vogtland ist was los!

Wer momentan mit offenen Augen durch Parkanlagen und ähnliche Grünflächen geht, kann sich den Weg in den Wald sparen. Es scheint, als ob alle Röhrlingsarten auf Kommando durchstarten. Und eine ganze Menge andere Speisepilze dazu.

Natürlich fehlt es auch nicht an Giftpilzen. Achtsamkeit ist also geboten! Mir sind sowohl Graue Wulstlinge, als auch einige Pantherpilze (siehe Foto links) begegnet.

Im Korb befinden sich Sommersteinpilze, Flockenstielige und Netzstielige Hexenröhrlinge, Ziegenlippe, Rotfußröhrling, Riesenboviste, Frauentäublinge und Perlpilze.

Gruß Christian"

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Foto: Ein duftiges, atmosphärisch starkes Foto von einem schönen Netzstieligen Hexenröhrling. (3 Fotos © Christian O.)


Vogtland: Trotz der hohen Temperaturen halten viele gute Speisepilzarten tapfer durch


Foto: Körnchenröhrlinge im besten Alter. Ein typisches Merkmal ist die Tröpfchenbildung an den cremefarbenen Röhren. 


Christian schreibt am 20. Juli 2014:

Hallo,

nachdem ich eine ganze Weile schlicht und ergreifend nicht dazu gekommen bin, etwas zu schicken, schiebe ich dafür heute extra eine Nachtschicht ein.

Nach dem Regen hatte ich große Hoffnungen. Leider ist es durch die hohen Temperaturen schon wieder recht trocken. Trotzdem wachsen hier die Parasolpilze, Körnchenröhrlinge, Sommersteinpilze, Rotbraunen Scheidenstreiflinge, Pfefferröhrlinge, Frauentäublinge, Pfifferlinge, Wiesen-, Stadt- und Anisegerlinge, Nelkenschwindlinge, Fliegenpilze und einiges mehr.

Liebe Grüße aus dem Vogtland, Christian Olsson"

Hallo Christian, 

schöne Fotos zu einer lesenswerten Pilzmeldung aus einer faszinierenden Pilzregion! Kurz, knackig, informativ. Vielen Dank! 

Beste Grüße, Heinz-Wilhelm

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2 Fotos: Der Rotbraune Scheidenstreifling (Amanita fulva, links) ist, wie alle Scheidenstreiflinge, ein wohlschmeckender Speisepilz. Da Scheidenstreiflinge roh giftig sind, müssen sie gut erhitzt werden. Rechts ein sehr willkommener junger Sommersteinpilz (Boletus aestivalis) in besonders knubbeliger Form. (3 Fotos © Christian O.)


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