Pilzticker Sachsen 13:
Funde vom 14.03.2014 - 05.04.2014



Pilzticker Sachsen 13




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Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Der Duft der trocknenden Böhmischen Verpeln umschmeichelte die Wohnung





Foto: Die köstlichen Böhmischen Verpeln. Im Hintergrund zwei ältere, vorne vier junge Exemplare. (Foto © Peter Rohland)



Pilzberater Peter Rohland schreibt am 5. April 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

ich war gestern in Begleitung in den Tagebaufolgelandschaften im Süden Leipzigs unterwegs. Wir fanden wenige Böhmische Verpeln, aber es reichte, um sie auf der Heizung zu trocknen. Ein Duft wie aus TausendundeinerNacht umschmeichelte meine Wohnung, ehe die getrockneten Pilze heute früh in ihr Schraubglas wanderten. Den anderen Hausbewohnern hat bestimmt der Zahn getropft.

Viele Grüße, Euer Peter Rohland"

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Foto: Auch diese prächtigen Glimmertintlinge gehörten zum Fund von Peter Rohland. Sie sind prima Suppenpilze, sollten aber rasch zubereitet werden. (Foto © Peter Rohland)



Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Die Böhmischen Verpeln lassen dem Pilzberater das Wasser im Munde zusammenlaufen





Foto: Eine Delikatesse sind die hier gezeigten Böhmischen Verpeln. Zu beachten ist der weißgebänderte, leicht aufgerollte Hutrand. (Foto © Peter Rohland)







Pilzberater Peter Rohland schreibt am 30. März 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

ich war heute früh wieder im Südraum  Leipzigs unterwegs. An der ersten "Station" lohnte es sich nicht, so dass ich auf ein Revier etwa fünf Kilometer südlicher ausweichen musste.

Hier fand ich eine wunderschöne Zipfellorchel und die ersten Böhmischen Verpeln sowie den Glimmertintling und noch neue frische Samtfußrüblinge. Die Bömische Verpel ist neben der Fingerhutverpel einer der morchelartigen Schlauchpilze (Ascomyceten). Eine der ersten leckersten Frühjahrsarten im Pilzreich! Sie wächst besonders gern in Pappelwäldern und im Eschenwald, aber auch anderswo auf Kalk.

Sie schmeckt so gut, dass man sie sich als Pilzgourmet wie ich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Howgh, der Feinschmecker hat gesprochen! 

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Foto: Prächtig sieht sie aus, die fuchsfarbene Zipfellorchel. Wir sollten uns aber nicht verleiten lassen. Sie ist vermutlich ähnlich giftig wie die Frühjahrslorchel. (Foto © Peter Rohland)


Gestern fand ich bei mir auf der Arbeit in Leipzig die erste braune Speisemorchel; dazu in den nächsten Wochen mehr.

Der zweite Teil meiner Exkursion ging mit dem Fahrrad in den Wildpark Leipzig. Neben vielen Frühblühern fand ich den Anemonenbecherling. Auch er ist ein Ascomycet, also ein Schlauchpilz, der auf der Wurzel der Anemone, dem Buschwindröschen, parasitiert. Apropos: Ich fand das Buschwindröschen in der seltenen blauvioletten Varietät, die  Anemone nemorosa heißt.

Der Anemonenbecherling kommt meist nur in Verbindung mit dem Frühlingsscharbockskraut und der Anemone vor. Er ist zwar kein Speise-, wegen seiner Bindung an diese schönen Frühlingsblüher aber ein interessanter Pilz.

Mit feundlichen Grüßen

Euer Peter Rohland"

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Blau = Ungenießbar


Foto: Auch die kleinen Anemonenbecherlinge, kaum größer als eine Buschwindröschenblüte (siehe rechts oben), sind nichts für den Kochtopf. Peter Rohland findet sie mit ihrer Bindung an diese Blumen aber "interessant". (Foto © Peter Rohland)


Pilzberater Peter Rohland auf Tour

Die Frühlingssonne erweckte die vom Aussterben bedrohten Tulpenbecherlinge zuhauf zum Leben





Foto: Bilder mit Seltenheitswert sind Tulpenbecherlinge, die tatsächlich an geschlossene orangerote Tulpenblüten erinnern.



Pilzberater Peter Rohland schreibt am 22. März 2014:

"Hallo Ihr Lieben,

ich war heute mal wieder auf Exkursion zu den Tulpenbecherlingen (Microstoma protractum) im Südraum Leipzig. Im Tulpenbecherlingswald überall das leuchtende Rot dieser seltenen Schlauchpilze (Ascomyceten), siehe auch Foto rechts. Sie wachsen nur ein bis zwei Wochen im März auf nackter Erde, aber auch an Totholz in Verbindung mit Erde.

Die zunächst farblosen Fruchtkörper werden bereits im Winter vorgebildet; bei Lichtkontakt färben sie sich zuerst leuchtend rot und zum Schluß schwarz. Der Tulpenbecherling ist eine äußerst seltene, vom Aussterben bedrohte Art und sollte unbedingt geschont werden. Kein Speisepilz!

Ich fand heute Stellen mit ca. 40-50 Pilzen am Stück, also sehr reichlich. Die Wärme der vorigen Woche hat ihm sichtlich gut getan. Einige der vielen Fotos von dieser echten Rarität etwas verkleinert anbei. Gut, dass es meine Pentax K3 gibt, für die schönen Pilze!

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Blau = Ungenießbar


Foto: Eine kleine Kolonie von Zipfellorcheln. Ein wenig erinnern sie, nimmt man ihren hell orangenen Farbton beiseite, an Bischofsmützen. Mit Lorcheln des Gattungsnamens Gyromitra ist nicht zu spaßen; nicht nur ihres Seltenheitswertes wegen sollte man sie stehen lassen. Sie enthalten Gyromitrin, das beim Vergiftungsverlauf dem Zweiphasen-Gift Phalloidin des tödlichen Grünen Knollenblätterpilzes ähnelt. (3 Fotos © Peter Rohland)


Ein weiterer schöner Fund war die ebenfalls recht seltene Zipfellorchel (Gyromitra fastigiata), ebenfalls kein Speisepilz, vermutlich sogar giftig. Ich fand sie in meinem Morchelgebiet in der Bergbaufolgelandschaft südlich Leipzig.

Nachdem Peter Hildebrandt in der vorigen Woche schon die ersten Fotos von ihr gemacht hatte, versehen mit dem Hinweis, dass die Huflattichblüte die Lorchelzeit anzeigt, habe ich heute auch viele Zipfellorcheln finden können. Sie wächst wie die Riesenlorchel an Totholz und sollte ebenfalls geschont werden.

Ein weiterer Totholzbewohner, den ich fand, war der Berindete Seitling (Pleurotus dryinus), auch Eichen-Seitling oder Beringter Seitling genannt, der essbar ist. Als Frühblüher konnte ich das immer wieder liebliche Leberblümchen ansprechen.

Mit freundlichen Grüßen Euer Peter Rohland aus Leipzig"

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Für den Pilzberater gab's ein herrliches Mittagsgericht mit Böhmischen Verpeln





Pilzberater Peter Rohland schreibt am 14. März 2014:

"Hallo,

ich war mit Heike in unseren Morchelgebieten. Es gibt heute Mittag bei mir Böhmische Verpeln mit Babyananas mit Blattpetersilie in Rahmsauce, dazu T- Bone Steak und Klöße halb und halb. Ich hoffe, Euch tropft ordentlich der Zahn!

Aber gemach, es sind natürlich getrocknete Pilze vom Vorjahr - hihihi... Wie schon festgestellt, es ist viel zu trocken im Großraum Leipzig. Außer Baumpilzen gibt es derzeit keine Pilze. Dafür aber viele schöne Blumen als Frühlingsboten. Zum Beispiel die anmutigen Veilchen auf dem Foto rechts. Ich oder wir bleiben aber dran an "unseren" Pilzen!

Freundliche Grüße, Euer Peter Rohland aus Leipzig"

(Foto © Peter Rohland)

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