Pilzticker RP 29 (Rheinland-Pfalz 29):
Funde vom 13.06.2016 - 22.06.2016



Pilzticker RP 29




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Rheinland-Pfalz




Pilzstrapaze im Nahe-Land:

Die Suche nach den vorerst letzten Sommersteinis in tropischer Schwüle und Mückenschwärmen


Foto: Mit ihm und seinen Artgenossen geht der kräftige Erstschub an Sommersteinpilzen im Nahe-Land offenbar seinem Ende entgegen. Margit und Olli fanden lediglich noch einen Nachkömmling.

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Margit und Olli schreiben am 22. Juni 2016:

»Guten Abend Heinz-Wilhelm,

von Margit und Olli aus den »Saunawäldern« von Rheinland Pfalz.

Nach der Arbeit fuhren wir in einen uns nahe gelegenen Laubwald mit steilen Hanglagen.

Da diese Hänge nach Westen gerichtet sind, schien die Abendsonne mit aller Kraft auf die triefenden, nassen Moosfelder des lichten Laubwaldes. Die Temperatur fühlte sich unerträglich an, weil die Luftfeuchtigkeit sehr hoch war. Unzählige Stechmücken schwirrten durch den Wald und erschwerten unsere Pilzsuche zusätzlich.

An den Ufern eines Bachlaufes am unteren Rand des Waldes wuchsen an vielen Stellen ganz junge Echte Pfifferlinge, die für diese Gegend und für meine Generation - ich bin ein Babyboomer - sicherlich etwas ganz Neues sind. Wird es tatsächlich wieder ein Rekordjahr der Pfifferlinge?


Foto: Wieder ist hier die steile Hanglage gut zu erkennen, an denen die Sommersteinpilze im Nahe-Land und in den Pfälzer Wäldern gerne wachsen.

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Wir entdeckten auch wieder schöne Perlpilze und noch einige Sommersteinpilze. Es scheint, als wenn der große Erstschub dieser Pilze zumindest in unserer Gegend zu Ende geht, denn wir fanden nur noch einen einzigen Jungpilz. Es ist aber auch möglich, dass die enormen Temperaturwechsel den Pilzen das Wachstum erschweren.

Nach einer Stunde Rekordschwitzen und Steilhangkraxeln stellten wir die Suche ein und schauten lieber Fußball.

Alles Gute und noch gute Funde wünschen wir allen Pilzfreunden. 

Ciao!«


Foto: Es könnte der letzte junge Sommersteinpilz dieses ersten frühen, starken Schubes sein, der hier links vom Grasbüschel heranwächst. (3 Fotos © Margit Lindemann)

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Die Fahrt in die Südwestpfalz wurde mit herrlichen Sommersteinis aus den steilen, steinigen Westhängen belohnt

Mit Fotos von Margit Lindemann


Foto: Schön ist bei diesem Sommersteinpilz die beinahe erhabene Netzzeichnung zu sehen. 

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Margit und Olli schreiben am 18. Juni 2016:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute gibt es wieder einen Sommersteinpilzfund aus den steinigen Waldhängen der Südwestpfalz zu melden.

Um die späte Vormittagszeit machten wir uns auf den Weg in ein uns unbekanntes Gebiet westlich vom Lemberg. Das ist immer so eine Sache, wenn man mit dem Auto eine erhebliche Anreise zu einem Pilzgebiet hat, das man nicht kennt. 

Aber es ging gut! Margit hatte den richtigen Riecher und fand den ersten Steinpilz dicht an einem Wildwechsel. Es sollte der Beginn einer leidenschaftlichen Suche sein, die mit sehr schönen Exemplaren von Steinpilzen belohnt wurde.


Foto: Neben der Sonne lieben sie auch das Moos.


Auch hier wuchsen diese herrlichen Pilze nur an steilen, nach Westen gelegenen Mischwaldhängen. Margit schoss fleißig Bilder und legte die Pilze anschließend in ihren Korb. Wir haben da eine Abmachung getroffen: Pilze darf nur der ernten, der sie auch erspäht hat, Vordrängeln gibt es auch in der Familie nicht, haha.

Auch hier wuchsen übrigens die Pantherpilze wieder direkt neben den Perlpilzen. Also gut aufgepaßt! Vereinzelt fanden wir auch Echte Pfifferlinge und verschiedene Täublingsarten.

Wir sahen auch Grünblättrige und Ziegelrote Schwefelköpfe. Leider finde ich zur Zeit keine Stockschwämmchen, nach denen ich stets besonders aufmerksam Ausschau halte. Sie sind hervorragende Suppenpilze, die sich aber auch in einer Mischpilzpfanne ausgezeichnet machen.

Nach dem Putzen der Pilze reduzierte sich der Ertrag erheblich. Aufgrund der feuchtwarmen Witterung hat in diesen Tagen leider auch allerhand Getier seine Freude an den Pilzen.

Wir wünschen allen Pilzsuchern weiterhin guten Erfolg volle Körbe!«


Foto: Zwei sonnenverwöhnte Sommersteinpilze am steilen, steinigen Westhang in der Südpfalz bei Lemberg. (3 Fotos © Margit Lindemann)





Sommersteinpilze und ein tückisches Lehrstück der Natur: Perlpilz direkt neben Pantherpilz!


Foto: Auch in Margits und Ollis Hauswäldern heißt es steigen und kraxeln, um die begehrten Sommersteinpilze wie diese zwei zu finden.


Margit und Olli schreiben am 16. Juni 2016:

»Servus Heinz-Wilhelm,

am gestrigen frühen Abend besuchten Margit und ich den nahen Mischwald auf der Flankenseite des Lembergs, im so genannten Trombachtal in der Nähe von dem schönen Nahe-Tal.

Dort fanden wir vereinzelte stattliche Echte Pfifferlinge und auch einige Sommersteinpilze. Auch in unserer Region wachsen sie, wie in der Pfalz, meist an sehr steilen Hängen von Laubmischwäldern.

Nach einer Weile suchten wir ein Randgebiet eines Golfplatzes nach Pilzen ab. Dort fanden wir auf einem kleinen lichtdurchfluteten Waldstück mit viel Moosbewuchs den Perlpilz und gleich daneben den überaus giftigen Pantherpilz.

Zur Anschauung hat Margit schöne Fotos geknipst.

Viel Freude beim Betrachten der Bilder!

Liebe Grüße Margit und Olli«





Kleiner Exkurs: Pantherpilz und Perlpilz

Foto: Links sehen wir einen giftigen Pantherpilz, gleich rechts daneben einen essbaren Perlpilz. So tückisch kann die Natur sein!


Foto: Zwei Pantherpilze (links) und zwei Perlpilze (rechts). Olli schreibt dazu:

»Der Pantherpilz riecht streng nach Gift oder Chemie und hat schneeweiße Lamellen und Stiele. Seine Manschette ist ungerieft und »unordentlich«. Auf der Huthaut trägt er weiße Velumflocken, die konzentrisch angeordnet sind, vom Regen aber auch leicht abgewaschen werden können.

Der Perlpilz ist am Stiel leicht rötlich und riecht unauffällig, er besitzt ebenfalls Velumflocken, die aber nicht so perlartig sind wie die Flocken auf dem Pantherpilz, sondern eher flach. Seine Manschette ist gerieft. Seine Knolle ist gerandet und warzig gegürtelt.

Wir raten allen Pilzsuchern, erst die Pilze zu studieren, ehe man sie in den Korb legt! Nicht selten machen auch erfahrene Pilzsammler folgenschwere Flüchtigkeitsfehler!«

(3 Fotos © Margit Lindemann








Erneut herrliche Sommersteinpilze für Margit und Olli, dieses Mal in den Steilhängen der Pfalz

Mit 4 Fotos von Margit Lindemann


Foto: Doppelt hält besser, besonders am Steilhang. Das scheinen sich diese zwei prächtigen Sommersteinpilze zu denken. Die Kulisse im Hintergrund deutet an, wie steil der Waldhang bei Alsenz tatsächlich ist. Erst das mühevolle Kraxeln, dann der Genuss!

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Margit und Olli schreiben am 13. Juni 2016:

»Grüße von Olli und Margit aus den Steilhängen bei Alsenz in der Pfalz.

Es war auch gestern ein ertragreicher Pilzfund in einem ähnlich lichtdurchfluteten Eichenwald wie kürzlich, bespickt mit wenigen Buchen an einem steilen, mit Moosteppichen geschmückten Waldhang.

Viele abgestorbene, durch den Wind umgestürzte kleine Baumstämme lagen in dem Waldstück in südwestlicher Lage. Diese Hänge liegen meist parallel zum Berg und werden umsäumt von Rundwegen, die den Rehen und anderen größeren Waldbewohnern als Wildwechsel dienen. Es sind aber auch für Pilzsammler wie Margit und mich ideale Wege.

Wir fanden hier dieselben Arten wie im 25 Kilometer entfernten Nahetal, das ungefähr 200 Meter tiefer liegt: Perlpilze, Täublinge, Sommersteinpilze und Echte Pfifferlinge.

Zu diesen gesellten sich allerdings auch gefährliche Vertreter, so der tödliche Grüne Knollenblätterpilz.

Am heutigen Abend waren wir dann nochmal in demselben Waldstück unterwegs wie schon gestern.

Margit hat wieder schöne Fotos für den Pilzticker geknipst. Die Auswahl der Bilder fiel uns wie immer sehr schwer, denn der Pilzfund war sehr ansehnlich.

Ciao Heinz-Wilhelm, bis zum nächsten Mal!«

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Eine Stielparade der Sommersteinpilze


Foto: Ein »walzenförmiger« Stiel.

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Foto: Ein »aufgeblasener« Stiel.

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Foto: Und ein »bauchiger Stiel«. (4 Fotos © Margit Lindemann)

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