Pilzticker NRW 7:
Funde vom 06.09.2014 - 29.09.2014



Pilzticker NRW 7




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Bergisches Land: Die Maronen müssen doch noch da sein - und wo sind die Lärchen für die Goldröhrlinge?


2 Fotos: Die Maronen sind doch noch da, wenn auch nur in bescheidener Anzahl. Zehn hat Jochen gefunden - und zwei von ihnen fotografiert. (2 Fotos © Jochen O.)


Jochen schreibt am 29. September 2014:

"Leverkusen - Bergisches Land Sonntag 28.09.2014

Hallo Heinz Wilhelm,

ich konnte es nicht glauben, dass mit den Maronenröhrlingen alles vorbei sein soll. Darum bin ich am Sonntag nochmal los. Nicht irgendwo hin, sondern an meine besten Maronenstellen, die mich in den vergangenen drei Jahren stets mit guter Ausbeute erfreut haben. 

Die Stelle ist an einem sonnendurchfluteten Hang. Leider war auch hier der Harvester und hat für viel Holzeinschlag gesorgt. Nichtsdestotrotz habe ich noch zehn Maronen, einen Birkenpilz und einige Goldröhrlinge gefunden.

Ich hoffe, dass der derzeitige Regen und die relativ hohen Temperaturen noch einen Schub auslösen.

Eine Frage, ich habe gelesen, dass Goldröhrlinge immer mit Lärchen einhergehen. Ich hab nur Kiefern und feuchte Gräben gehabt, von Lärchen weit und breit keine Spur. Wie kann das sein?

Hallo Jochen, 

der Goldröhrling ist mit seiner Bindung an die Europäische Lärche zusammen mit der Espenrotkappe (Espe oder Silberpappel) der Mykorrhizapilz schlechthin. In der Pilzliteratur wird er deshalb fast immer ausschließlich als Partnerpilz der Lärche beschrieben. 

Er kann aber auch mit der Fünfnadeligen Kiefer zusammen leben, deren Arten in Deutschland allerdings sehr selten sind. Zu ihnen zählt zum Beispiel die Weymouth-Kiefer. Ich kenne in Leipzig einen Standort mit drei jungen dieser Bäume und beobachte Jahr für Jahr, ob die Goldröhrlinge dort kommen. Die deutschen Wälder werden überwältigend von der Waldkiefer oder Gemeinen Kiefer dominiert. 

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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Im Königsforst machen die Pilze eine Pause vor dem Herbstfinale

Carmen schreibt am 28. September 2014:

"Hallo liebe Pilzsammler,

ich war heute in Rösrath bzw. Königsforst Pilze sammeln; leider erfolgslos.

Mein Bekannter hatte einen einzigen alten Birkenpilz gefunden, aber leider nicht mehr. Auch die giftigen Pilze waren selten zu sehen.

Mal schauen, wie es kommende Woche wird. Die Saison kann doch schon jetzt nicht zu Ende sein?!

Liebe Grüße Carmen"

Hallo Carmen, 

natürlich nicht, die Herbstklassiker wie Nebelkappe, Violette und Lilastielige Rötelritterlinge, die oft noch neben Maronen und Steinpilzen wachsen, stehen ja noch aus. Bei Kronach/Bruchsal, Baden-Württemberg, hat erst heute der ersehnte Steinpilz-Schub begonnen, siehe Pilzticker Baden-Württemberg

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

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Bergisches Land: Die Goldröhrlinge wachsen jetzt in großen Büscheln 


Foto: Goldröhrlinge haben hier die Oberhand. Es empfiehlt sich, ihre Huthaut vor Weiterverwertung abzuziehen. Das wirkt Unverträglichkeit vor. Diese Regel sollte für alle Pilzarten der Gattung Schmierröhrlinge (Suillus) eingehalten werden. 


Jochen schreibt am 27. September 2014:

"Leverkusen - Bergisches Land

Hallo Heinz-Wilhelm,

es hat geregnet und ist wieder feucht im Wald. Nach der Trockenheit der letzten drei Wochen ist ein Wandel unter den Pilzen eingetreten. Die übermächtigen Dickfußröhrlinge sind verschwunden, ebenso die Pfifferlinge. In den Wäldern wo Maronenröhrlinge zu hunderten standen, ist es pilzleer.

Aber da, wo die Pfifferlinge waren, quirlen jetzt die Semmelstoppelpilze in Massen. Sowohl gelbe als auch die weiße. Ich habe sie aber allesamt stehen gelassen.

Ansonsten einige wenige, aber schöne frische Perlpilze, zwei Maronen, ein kleiner Steinpilz, öfter Anisegerlinge und Butterpilze und einige andere kleine Arten.

Ich habe auch zum ersten Mal bewusst Violette Lacktrichterlinge gefunden, aber nicht mitgenommen. Bei den giftigen Pilzen dominieren die Kartoffelboviste.

Zum Glück aber gibt es Goldröhrlinge, viele in großen Büscheln. Ich habe die größten, bereits weichen Fruchtkörper stehen lassen, weil genug junge, knackige Exemplare dastanden.

Ich werde nun, sofern das Wetter den Pilzen förderlich ist, im Wochentakt meine Stellen aufsuchen und berichten.

Viele Grüße Jochen"

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Foto: In solch fetten Büscheln standen sie da, die Goldröhrlinge. Jochen hat sich nur die knackigsten, jungen ausgesucht. (2 Fotos © Jochen O.)



Ein herrlicher Steinpilzzwilling ließ das Herz von Wanderer Peter höher schlagen 


Peter aus Köln schreibt am 21. September 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm und Pilzfreunde,

ja, im Augenblick ist wirklich nicht viel los in den Wäldern. Bei uns war es zu trocken und die Steinpilze haben für ihre Vermehrung ohnehin schon viel getan; hoffentlich nicht schon genug.

Gestern aber hat der Himmel seine Schleusen endlich wieder geöffnet, und damit gibt es Grund zur Hoffnung.

Anbei drei Bilder von einer kleinen Wanderung. Im Korb neben Äpfeln den ersten Nüssen und  Kastanien eine am Waldrand gefundene Steinpilz-Skulptur.

Viele Grüße an alle Pilzfreunde!"

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2 Fotos: Vitaler Pilzherbst, trotz zwischenzeitlicher Trockenheit im Großraum Köln. Wir sehen links im Gras zwei Parasolen und rechts eine Familie von drei Fliegenpilzen(3 Fotos © Peter H.)







Didis Bitte im Vorderen Westerwald: "Bitte lasst die kleinen Pfifferlinge stehen" 

Didi schreibt am 16. September 2014:

"Ein herzliches Hallo an alle!

Nachdem der Wald brechend voll mit allen Dickröhrlingen und Verwandten war, machen diese Arten nun ein kleines Päuschen in den Wäldern des vorderen Westerwaldes.

Aber nicht verzagen, denn die vier Pfifferlingsarten, die hier vorkommen, haben sowohl in den alten und lichten Laubwäldern als auch in bemoosten Nadelwäldern die Trockenheit überstanden und warten darauf, gefunden zu werden.

Aber bitte bitte bitte, lasst die kleinen Pfifferlinge stehen (unter 2-3cm Hutdurchmesser), sonst gibt es irgendwann keine mehr. Wer auch andere als den Pfifferling mag, kann sich über ein reiches Vorkommen zum Beispiel an Edelreizkern freuen, die momentan noch wenig von Maden befallen sind.

So, das war es fürs erste Mal.

Viele Grüße und Erfolge aus dem schönen Westerwald"

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Rheinisch-Bergischer Kreis: Heidi hofft sehr auf Regen für die Pilze

Heidi schreibt am 15. September 2014:

"Die Trockenheit setzt den Pilzen merklich zu. Viele wackelige, schwammige oder gar angeschimmelte Maronen sind derzeit zu sehen.

Gestern an der Dhünn-Talsperre gab's in einem Kiefernstück dann doch noch Ernte einzuholen. Sogar ein schöner großer Steinpilz trat mir vor die Augen. Aber sichtbar ist auch, dass es Zeit für Regen wird. Lasst uns hoffen, dass es sich ganz bald wieder lohnt, in den Wald zu gehen."







Jochens Abenteuer im Bergischen Land: Ein dösender Riesenbovist und ein bestandener Überlebenskampf 


Jochen schreibt am 13. September 2014:

"Bergisches Land - Euskirchen - Burscheid

Hallo Heinz-Wilhelm, es hat die letzten zwei Wochen im Raum Köln nicht mehr ausreichend geregnet. Die Fruchtkörper sind fast alle überaltert, vertrocknet, verschimmelt oder total vermadet. Kaum frische Fruchtkörper. Letztes Wochenende waren die Röhrlinge auch nicht mehr dominierend, aber ich hatte tolle Erlebnisse. 




Samstag: Meine Frau kann schon keine Pilze mehr sehen, also war lediglich "Wandern" angesagt, und das auf unserer Hausstrecke. Und siehe da, unter einem Busch döste ein Riesenbovist vor sich hin (Foto rechts). Dass ich den nicht stehen lassen konnte, ist jedem klar, der einmal Schnitzel vom Bovist mit Kartoffelpüree (siehe Foto) gegessen hat. Der Bovist hatte 1,5 kg und ich musste ihn wie einen Fußball die ganze Zeit im Arm tragen.

Am Sonntag durfte ich dann in die Pilze. Nach einigen Maronen, Ziegenlippen und Goldröhrlingen habe ich in einem kleinen Laubwäldchen, umgeben von Fichtenwald, hexenringweise Anisegerlinge (Foto unten) und kleine Blutegerlinge (Waldchampingnons) nebeneinander gefunden. Hier musste man keine Pilze suchen, sondern konnte fröhlich ernten. Auf alle Fälle waren die Köpfe, einfach in Butter gebraten, der Gourmethammer.


Der einzig frische Fund diesen Samstag bestand aus Semmelstoppelpilzen, die ich zum erstenmal gesammelt habe. Ich glaube die waren okay, denn ich lebe noch.

Ansonsten bete Ich um Regen, damit dieses tolle Pilzjahr 2014 weitergeht.

Viele Grüße aus dem zu trockenen NRW, Jochen"

(3 Fotos © Jochen O.)

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So viele Pilze bei Herscheid: "Wer weiß, wann es das nochmal gibt"

Donald schreibt am 11. September 2014:

"In der Umgebung Herscheids gibt es reichlich Maronen, Semmelstoppelpilze, Steinpilze, Krause Glucke, Hallimasch und und und. Die Körbe waren nach ausdauernden sieben Stunden übervoll. Wer weiß, wann es das nochmal so gibt."

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Winterberg: Viele Steinpilze, aber leider auch viele Maden

Nils schreibt am 6. September 2014:

"Heute habe ich im Hochsauerland bei Winterberg reiche Beute gemacht.

Innerhalb von 3 Stunden habe ich geschätzte 50 Steinpilze, unzählige Braunkappen/Maronen sowie zwei Hände voll Pfifferlinge gefunden.

Das einzige Problem war der relativ starke Madenbefall bei vielen Steinpilzen."

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