Pilzticker Niedersachsen 5:
Funde vom 19.09.2013 - 24.09.2013



Pilzticker Niedersachsen 5




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Hildesheim: Jens stößt auf eine aromatische Gesellschaft namens Weißer Anisegerlinge


Foto: In Reih' und Glied akkurat ausgelegt: Weiße Anisegerlinge. Sie sind Wiesenpilze. In den Wäldern wachsen der Dünnfleischige und der Schiefknollige Anisegerling. (Foto © Jens)


Jens schreibt am 24. September 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute habe ich im Umfeld meines Wohnortes im Landkreis Hildesheim nicht den Wiesenchampignon, sondern, da der Ring bei geschlossenem Hut sternförmig gezackt ist, den Weißen Anisegerling oder Schafchampignon (Agaricus arvensis) gefunden.

Herzliche Grüße, Jens"

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Wildeshausen: Den heilkräftigen Birkenporlingen geht Johannes nun mit einer Machete an den Kragen


Foto: Ein respektables Werkzeug hat sich Johannes für seine Baumpilze zugelegt. Mit gutem Erfolg stellt er Birkenporlingen und dem Schiefen Schillerporling (Chagapilz) nach, die beide ausgezeichnete Heilkräfte für Magen und Darm und anderes mehr besitzen. Besonders dem Schiefen Schillerporling ist mit einem gewöhnlichen Pilzmesser nicht beizukommen. Die formschöne Machete ist da schon von anderem Kaliber. (Foto © Johannes Plehn)


Johannes schreibt am 23. September 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

jetzt wird es auch bei uns - Region Wildeshausen - allmählich spannender im Wald.

Ich fand Riesenporlinge, nur schade, dass man die nicht essen kann. Riesen von rund 40 Kilogramm, auch mitten im Ort. Welch ein berauschender Duft. Und schön anzusehen.

Wie Du siehst, ist mein Taschenmesser ist etwas größer geworden, für Baumpilze aber wesentlich praktischer. War mit vielem anderen beschäftigt, daher erst jetzt mal wieder ein Lebenszeichen. Birkenporlinge scheint es aber diesmal SEHR viele zu geben.

Beste Grüße, Johannes"

Blau = Ungenießbar

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Beim Spaziergang liefen Jens die Schopftintlinge über die Füße


Foto: Liegen da, wie die Orgelpfeifen stehen: Schopftintlinge im besten Alter, von Jens beim Müßiggang so ganz nebenbei gefunden. Ein absoluter Leckerbissen! (Foto © Jens)


Jens schreibt am 23. September 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

Pilzfreunde freuen sich das ganze Jahr auf die kurze Zeit der "blühenden" Pilze.
Wenn dann vergeblich auf die Jagd gegangen wird, was bei mir ja erst kürzlich in der Lüneburger Heide der Fall war, schaue ich beim täglichen Spaziergang stets auf mögliche Fundstellen.

Und siehe da, heute waren es schöne Schopftintlinge, die mich erfreuten. Und die sogleich in Butter gebraten, mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt - und zu lauwarmer
geräucherter Makrele verspeist wurden.

Grüße von Jens"

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Ein Ausflug nach Hessen brachte Andreas das ersehnte Steinpilz-Maronengericht auf den Tisch

Andreas schreibt am 22. September 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich bedanke mich ganz herzlich für Deine sehr ausführliche Antwort zu der Pilzflaute in Südniedersachsen weiter unten! Das sind wirklich sehr hilfreiche Tipps, die mir für die kommende Zeit Mut machen. Nach dem 3. Oktober habe ich sogar eine Woche Urlaub und kann dann intensiver durch die Wälder streifen.

Am Wochenende gab es in Hessen ein kleines Erfolgserlebnis. Im Burgwald bei Marburg haben wir Maronen und Steinpilze geerntet, die zu einer ersten Pilzmahlzeit gereicht haben :-) Das hat Appetit auf Mehr gemacht!

Viele Grüße aus Northeim, Andreas"

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Hannes bestaunt einen Pilz-Rekord, den die braunen Champignons aus dem Supermarkt krönten

Hannes schreibt am 21. September 2013:

"Hallo liebe Pilzfreunde,

ich hielt es ja zunächst nicht für erwähnenswert, aber ich habe tatsächlich vier Maronen und vier Birkenpilze, also insgesamt 8 (in Worten: acht!) Pilze gefunden; vermutlich können sich nur die Älteren unter uns an solche Rekordfunde erinnern.

Aber den Sarkasmus jetzt mal beiseite: mir ging es letztes Jahr genauso wie Jens: Erst ab dem 8. Oktober ging es richtig los! Wollen wir hoffen, dass wir diesmal auch noch ein paar gute Tage haben werden.

Aus meinen wenigen Pilzen habe ich übrigens noch das Beste gemacht:
im Supermarkt wurde kurzerhand eine Schale dunkler Champignons dazu gekauft, und dann gab es Pasta mit Pilz-Sahne-Sauce, wobei die Waldpilze dem Ganzen ein herrliches Aroma gegeben haben.

Ein Dankeschön noch an Heinz-Wilhelm für seine Tipps zu den geeigneten Witterungsbedingungen; die Sache mit dem Wind wusste ich zum Beispiel noch gar nicht.

Man lernt eben täglich dazu.

Schöne Grüße

Hannes"

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Lüneburger Heide: Jens' Fund war karg - und dennoch macht er den Pilzfreunden Hoffnung: "Habt Geduld!"


Foto links: Dieses Bild von Jens hat einen hohen symbolischen Wert. Die karge Ernte wurde mit hohem Aufwand erzielt. Ähnlich mühevoll war es vor 50, 60 Jahren, als die Menschen noch lebensnotwendige Wintervorräte anlegen mussten. Oftmals sprang bei hohem Einsatz nur ein dürrer Ertrag heraus. Ein schwaches oder gar ausgefallenes Pilzjahr kam einer halben Katastrophe gleich. Für einen halben Korb Pilze mussten weite Märsche durch die Wälder in Kauf genommen werden. Für einen Hinzukauf im Dorfladen war kaum Geld da. (Foto © Jens)


Jens schreibt am 21. September 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,
gestern, am 20. September, bin ich 153 Kilometer gefahren, habe 6,5 Stunden
bei Fuhrberg, Hambühren und Bergen in der Heide nach Maronen und
Steinpilzen gesucht. Das bombastische Ergebnis: Ich habe 1 Marone (in Worten: EINE) gefunden.

Der einzige Pilz, der im Moment in enormen Mengen seinen Auftritt hat, ist der Falsche Pfifferling. Nach vier Stunden vergeblicher Suche bin ich dann umgesattelt aufs Preiselbeeren sammeln, habe dabei aber immer noch den Kiefern auf die Füße geschaut. Und siehe da: Ich fand immerhin noch zwei Krause Glucken!

Hoffentlich treffen Deine Vermutungen zu,dass der Oktober noch was bringt.
Ein Blick in meinen Pilzfundkalender für 2012 (der September 2012 wies null Pilze aus) macht mir tatsächlich Hoffnung:

Es ging vergangenes Jahr am 7. Oktober los - und dauerte bis in den November hinein!

Also Pilzfreunde, Geduld!

Gruß mit Schmackes, Jens"

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Andreas fragt: "Woran liegt es, dass es in Südniedersachsen keine Steinpilze und Maronenröhrlinge gibt?"

Andreas schreibt am 19. September 2013:

„Hallo Heinz,

seit einigen Wochen streife ich regelmäßig durch mein bewährtes Pilzrevier im Raum Northeim. Es ist frustrierend! Trotz des vielen Regens in den letzten 1,5 Wochen sind wirklich überhaupt keine schönen Speisepilze wie Maronen oder Steinpilze zu finden in Südniedersachsen. Woran liegt es? Zu kalt? Ist die Saison schon vorbei?

Viele Grüße Andreas“

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Antwort an Andreas

Die Tage um den Neumond Anfang Oktober dürften eine gute Zeit für die Steinpilze sein

Hallo Andreas,

es sieht derzeit in ganz Norddeutschland sehr mau aus. Die Situation ist mit der im vergangenen Jahr vergleichbar. Auch da gab es erst im Oktober ein noch versöhnliches Pilzfinale.

Der Harz als Mittelgebirge zeigte während der vergangenen zwei, drei Wochen, dass nur dort Pilze wuchsen, wo es feucht war. Das belegen Funde von Pilzfreunden aus Sachsen-Anhalt. Regen allein ist kein Garant für Pilzaufkommen!

Unter Umständen ist es zu nass - die Pilze "ertrinken" regelrecht. So ist es dieser Tage aus Baden-Württemberg und Bayern zu hören. Außerdem muss das lokale Kleinklima stimmen, wonach es nach Regengüssen feuchtwarm sein sollte oder besser sein muss. Und windstill!

Wind ist absolut tödlich! Bei Wind steckt kein Pilz den Kopf aus dem Boden! Weil der Wind die paar Zentimeter Bodenschicht, die für die entstehenden Pilzfruchtkörper feucht sein müssen, im Handumdrehen austrocknet. Und soweit ich es verfolgen konnte, war es in den vergangenen Tagen windig, teils sogar sehr windig in Niedersachsen bzw. Südniedersachsen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass es, soweit ich mich erinnere, vor zwei oder drei Jahren ein sehr, sehr starkes Steinpilzjahr in Südniedersachsen gab. Auf solche Jahre folgen in der Regel immer ein bis drei Jahre, in denen sich das Pilzmyzel unbeirrbar eine Erholungspause nimmt. Da kommt es kaum zur Bildung von Fruchtkörpern, sprich Pilzen. Ich schließe nicht aus, dass das in der Northeimer Gegend auch dieses Jahr noch der Fall ist.

Interessant werden aus meiner Sicht die Tage um den 3. Oktober: da ist Neumond. Ich habe nach dem Mondkalender in Bezug auf Pilze durchweg gute Erfahrungen gemacht.

Und nach meiner Erfahrung begünstigt der Oktober-Neumond stark das Steinpilzaufkommen. Erforderlich dafür sind aber auslösender Regen und nachfolgende milde, windstille Tage.

Man sollte an solchen Eckdaten zwei Tage vorher rausgehen, also bereits am 1. Oktober nach dem Rechten sehen. Der starke Schub hält dann in aller Regel rund eine Woche an. Das wird spannend! 

Ich hoffe, Dir ein wenig Mut gemacht zu haben!

Viele Grüße aus Leipzig von

Heinz-Wilhelm

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Allen Pilz- und Naturfreunden eine schöne Adventszeit

(Foto © Fotolia)

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