Pilzticker Niedersachsen 29:
Funde vom 24.07.2017 - 08.08.2017



Pilzticker Niedersachsen 29




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Herumtreiber in orangeroten Jacken und ein Stachelwesen aus dem Deister





Foto rechts: Ein fantastischer Schnappschuss gelang Matthias im Deister. An einer bemoosten Abbruchkante hat sich eine jugendliche Rasselbande angesiedelt, deren Mitglieder mit ihren braunsamtigen Hüten und orangeroten Jacken in der grünen Waldkulisse wie lustige Herumtreiber aussehen. Der pragmatische Mykologe würde nüchtern sagen: »Flockenstielige Hexenröhrlinge.«




Matthias schreibt am 8. August 2017:

»Hallo,

heute ging es mal wieder an meinem freien Tag in den geliebten Deister. Leider bleibt festzustellen, dass den Steinpilzen das warme Wetter zu schaffen macht. Dennoch verblieben sechs Stück im Korb.

Dafür kommen jetzt Semmelstoppelpilze und die ersten Trompetenpfifferlinge. Eine jugendliche Gruppe Flockenstieliger Hexen konnte ich prima in Szene setzen. Dazu gesellte sich ein - essbarer - Igelstäubling (Foto rechts).

Zudem fand ich eine Leistlings-gruppe, die ich bis dato nicht kannte.

Liebe Grüße, Matthias«

(3 Fotos © Matthias)

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Foto rechts: Die hier abgelichteten Leistlinge dürften Krause Kraterellen sein. Es gibt sie gar nicht so selten, aber man sieht sie sehr schwer. Sie stehen im Laubwald, meist bei Rotbuchen. Und sind vorzügliche Speisepilze.










Ein Lob für die Brühe vom Riesenporling




Gisela schreibt am 7. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm!

Danke für Deine Antwort (siehe Tageseintrag direkt hierunter).

Ich habe etliche Stücke des Riesenporlings ausgekocht. Das hat herrlich in der Küche geduftet und die Brühe hat einen kräftigen Pilzgeschmack bekommen. Wirklich eine sehr gute Verwendungsart und eine gesunde Grundlage für leckere Soßen!

Viele Grüße von Gisela«

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Hannover: Ein Riese für die Pilzbrühe


Foto: Dieser Riesenporling sieht noch gut aus. Nur jung ist er nicht schon bitter, weshalb sich eine Geschmacksprobe empfiehlt. Sofern er mild ist, liefert der Riesenporling eine gute Pilzbrühe, die für Pilz- und Gemüsesuppen und für Soßen verwendet werden kann. (Foto © Gisela)

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Gisela schreibt am 4. August 2017:

»Hallo, liebe Pilzfreunde,

hat jemand Erfahrung mit der Verwendung von Riesenporlingen? Ich habe gehört, dass sich eine schmackhafte Pilzbrühe aus jungen Exemplaren zubereiten lässt.

Ansonsten habe ich in der letzten Zeit in verschiedenen Bereichen Hannovers Parasole, Perlpilze, die ich aber nicht esse, Ziegenlippen, überwiegend schon verschimmelte Rotfußröhrlinge, Birkenpilze, Riesenboviste sowie Champignons gefunden.

Viele Grüße von Gisela«

Hallo Gisela,

den Riesenporling in Stücke schneiden, auskochen, fertig. Man kann nach Belieben natürlich auch den einen oder anderen Pilz hinzugeben. In Schalen füllen und einfrieren. Durch längeres Kochen kann man die Brühe auch eindicken. Brühe bzw. Sud eignen sich ausgezeichnet als Soßen- und Suppengrundlage. Der Pilz muss aber noch jung sein und darf nicht bitter schmecken.

Viele Grüße Heinz-Wilhelm





Ein Traumstart in die Pilzsaison: 3,5 Kilo schönster Steinpilze für Andreas im Solling


2 Fotos: Sie trugen maßgeblich zum »Traumstart in die Steinpilzsaison« bei, den Andreas im Solling erlebte. Zwei Steinpilze aus dem Laubbaumhochwald. (2 Fotos © Andreas R.)


Andreas schreibt am 3. August 2017:

»Lieber Heinz-Wilhelm,

nach langer Pause möchte ich mich mit einer tollen Steinpilz-Fundmeldung aus dem Solling zurückmelden.

Motiviert durch Heikes Funde im Nördlichen Eichsfeld und die vielen Regenschauer in den letzten zwei Wochen, zog es mich gestern nach dem Feierabend spontan in mein Pilzrevier.

Es erwartete mich wirklich ein Traumstart in die Steinpilzsaison. Satte 3,5 Kilo feinster Steinis konnte ich mit größer Freude ernten.

Ich glaube, es erwartet uns in den nächsten Wochen eine tolle Pilzzeit.

Herzliche Grüße Andreas«

Lieber Andreas,

das sind ja tolle Nachrichten aus unserer Heimat! Ich sehe sie schon vor mir in den Fichten im Landkreis Northeim, die Majestäten!

Weiterhin so tolle Ausbeute wünscht Dir, mit herzlichen Grüßen,

Heinz-Wilhelm


Landkreis Osnabrück: Angelikas Last mit dem Zeitungspapier


Angelika schreibt am 1. August 2017:

»Hallo an alle Pilzsucher,

ich war heute mal wieder in meinen Suchgebieten rund um Wallenhorst, Pente und Achmer im Landkreis Osnabrück unterwegs.

Mein Ergebnis: einige Pfifferlinge, Maronen, ein Birkenpilz sowie Rotfußröhrlinge. Siehe Foto. Es war sehr schwül, und dann fing es auch noch an zu regnen. Die Pilze haben keinen Schimmel auf den Hüten, sondern die Reste von Zeitungspapier, das ich als Abdeckung gegen den Regen verwendet habe. Das war wohl nicht so gut.

Gruß aus Wallenhorst, Angelika«

(Foto © Angelika)






Täublinge über Täublinge - und deshalb ein kleiner Rezeptbuch-Tipp


Peter aus Bremen-Nord hat uns am 29. Juli 2017

dieses Foto ausschließlich mit Täublingen gesendet. Zu sehen sind Frauen-, Speise- und Heringstäublinge. Und, fast rechts unten, ein junger, noch geschlossener Grüngefelderter Täubling. Dies ist wahrhaftig das Jahr der Täublinge!

Einer der besten Täublings-Experten deutschlandweit ist übrigens Werner Jurkeit aus dem Landkreis Erding/Obb.. Er arbeitet derzeit an einem Werk über sein Steckenpferd »Heringstäublinge« sowie an einer Gesamtstudie über die europäischen Arten der Gattung Täublinge (Russula).

(Foto © Peter)

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9 Rezepte mit Täublingen

Deshalb hier ein kleiner Buchtipp: In Das Wildpilz-Kochbuch: Über 100 Gerichte u. Zubereitungstipps für Wildpilze - leicht verständl. Anweisungen - alle Zutaten im Lebensmittelhandel stellt Nora Richter neun schöne Täublings-Rezepte vor und gibt weitere tolle Tipps rund um die Küchenpraxis dieser Pilze. Das Buch ist gebraucht bereits ab 2,07 Euro erhältlich! (Grafik rechts klicken)



Im strömenden Regen sucht Peter nicht nur Pilze, sondern auch Pilzfreunde


Foto: Hier schießen momentan nicht die Fußballer, sondern, wie man sieht, die Perlpilze. Peter freut beides, er ist Fußballer und Pilzsammler.

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Foto rechts: Dies können je nach begleitender Baumart und nach Lamelleneigenschaften (brüchig oder biegsam) Grüne Frauentäublinge, Grasgrüne Birkentäublinge oder Grüne Speisetäublinge sein. Alle drei sind gute bis sehr gute Speisepilze. In diesem Rekordjahr der Täublinge erleben Pilzberater, dass ihnen in der Pilzberatung Grüne Knollenblätterpilze vorgelegt werden, die für grüne Täublinge gehalten werden. Wer Täublinge nicht 100%ig als solche erkennt, darf sie nicht sammeln!



Peter schreibt am 25. Juli 2017:

»Moin, Moin lieber Heinz-Wilhelm,

aus dem hohen Bremen-Nord. Nach den Champignons auf unserem Campingplatz direkt in den Salzwiesen in Cappel-Neufeld gibt es hier zuhause jetzt neben der Regen- auch die
Pilzschwemme.

So fand ich überwiegend Täublinge wie Frauen-, Speise-, Zitronen- und Rote Heringstäublinge (Foto rechts), die zum Teil sehr kräftig waren, sehr viele madenfrei.

Weiterhin habe ich gefunden: Rötliche Lacktrichterlinge, Perlpilze, Nelkensechwindlinge, Birkenpilze, Maronenröhrlinge, Blutrote Röhrlinge, Maggipilze oder Bruchreizker, wie man sie früher nannte (ich bin mir bei dieser Art noch nicht ganz sicher), Fichtenreizker und, sie durften natürlich nicht fehlen: Gallenröhrlinge.

Natürlich blieb der obligatorische starke Regen während der Pilzwanderung nicht aus!

Schöner wäre es natürlich, mit anderen auf Pilzsuche zu gehen! Ich bin hier auf der Suche nach Pilzfreunden, die mal gemeinsam sammeln wollen.
 
Lieben Gruß Peter«

Blau = ungenießbar

Rot = giftig bis tödlich giftig


2 Fotos: Links sehen wir einen knorrigen Fleischroten Speisetäubling, der in der Schweiz ein gefragter Marktpilz ist, und rechts einen auf dem Fußballplatz wachsenden Perlpilz, der mal Linksaußen spielen wollte. (5 Fotos © Peter)

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Landkreis Cloppenburg: Jens hofft auf ein Pilzjahr ähnlich dem Superjahr 2015

Jens schreibt am 24. Juli 2017:

»Hallo,

ich fand am 22. Juli im Landkreis Cloppenburg 12 meist vereinzelte Maronenröhrlinge und zwei Fichtensteinpilze im Fichtenwald.

Nach dem Superjahr 2015 und dem eher enttäuschenden Jahr 2016 hoffe ich bei dem derzeitigen Wetter auf viele schöne Funde 2017.«


Vogler: Der Hund der patschnassen Sabine verschwand in den vielen Täublingen

Sabine schreibt am 24. Juli 2017:

»Hallo H.-W.,

trotzt nicht enden wollendem Regen musste ich abends raus zum Pilzeschauen. Mein Schirm verhinderte nicht, dass ich irgendwann patschnass war. Mein Hund zog es nach kurzer Zeit vor, mich im Wald allein zu lassen (wir wohnen fast im Wald).

Dennoch war es herrlich, anders, als es von hinterm Fenster schien. Pfifferlinge, Goldöhrlinge (und ich fürchte, es sind doch Gallenröhrlinge), Marone und eine Seitlingsart.

Weiße, rote... also jede Menge Täublinge ließ ich stehen. Da muss ich noch passen, die kenne ich nicht.

Gruß Sabine

Ach ja, ich fand diese Pilze nördlich vom Ebersnackenturm, einem Aussichtsturm im Vogler.«

Blau = ungenießbar

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