Pilzticker Hessen 72:
Funde vom 13.08.2017 - 14.08.2017



Pilzticker Hessen 72




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Kassel: Birkenporlinge sollten es werden, Steinpilze und Pfifferlinge wurden es


Foto: Statt der erhofften Birkenporlinge stand Anna auf einmal vor Pfifferlingen. So mancher Pilzgang bietet unverhoffte Überraschungen.

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Anna schreibt am 14. August 2017:

»Hallo Ihr Pilzsammler,

heute zog es mich wieder an den Stadtrand von Kassel, um nach dem Wachstum meiner geliebten Birkenporlinge zu schauen. Sie sprießen munter daher und ich freue mich auf die Ernte.

In diesem Wald habe ich seit Jahren keine Pilze gefunden. Trotzdem ging ich in den Wald, um zu schauen, was mich finden möchte. Und plötzlich leuchtete es gelb zu meinen Füßen. Eierschwammerln. Ich konnte es gar nicht glauben. So ließ ich mich auf das Angebot ein und fand eine schöne Portion der gelben Köstlichkeit.

Auf dem Rückweg zum Bus standen auf einmal diese prächtigen, fast unbewohnten Steinpilze vor mir. Erfreut und dankbar lud ich sie in den Rucksack. Jetzt wird es gleich Rührei mit Pfifferlingen (Eierschwammerln) geben.

Am Straßenrand entdeckte ich dann mind. 20 große Steinpilze, die jedoch schon im Zersetzungszustand waren. Nun weiß ich, hier gibt es doch Pilze, außer meinen Birkenporlingen.

In meinem Pilzkorb landeten neben den Eierschwammerln, Steinpilze eine Rotkappe, drei Maronen und einige Goldröhrlinge (Foto rechts).

Ein Teil der Steinpilze ist bereits zum Dörren vorbereitet, der Rest wird zu einer leckeren Pilzbutter verarbeitet. Anbei ein paar Fotos aus dem Stadtrandwald in Kassel

Anna«

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Foto: Die Schmetterlingstramete ist vor allem in Fernost ein gefragter Vitalpilz und wird intensiv gezüchtet. Sie spielt u. a. in der begleitenden Krebstherapie ein große Rolle. (3 Fotos © Anna)

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Bad Orb: Eine Vielfalt der besten Speisepilze für Stefan & Freunde


Foto: Ein herrlicher Reigen an diversen besten Speisepilzarten wie diesen ist vielen Pilzfreunden viel lieber als eine Monosammlung von nur einer Pilzart, und seien es Steinpilze. (Foto © Stefan)

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Stefan schreibt am 14. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

nachdem ich gestern leichten Frust verspürte, da sich die Steinpilze scheinbar nach wie vor gut vor mir verstecken, haben zwei Freunde (Fabiano und Anna-Lena) und ich uns gestern spontan für heute verabredet.

Da ich beiden ein gutes und abwechslungsreiches Gebiet präsentieren wollte, sind wir bei bestem Wetter an meine bekannten Stellen in den Spessart hinter Bad Orb gefahren. Die verschiedenartigen Waldgebiete verhießen ein großes und abwechslungsreiches Pilzvorkommen.

Wir fanden in den diversen Wäldern Krause Glucken, Maronen, Pfifferlinge, Birkenpilze, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Rotkappen und Steinpilze.

Leider waren wir insgesamt zu spät, da wir viele überständige Pilze fanden, vor allem Steinpilze und Rotkappen, sowie viele zerschnittene und madige Pilzreste von Konkurrenten.
Der Dauerregen am Wochenende hatte den Pilzen außerdem zugesetzt.

Insgesamt konnten wir drei gut gefüllte Körbe mit prima Artenreichtum aus dem Wald tragen. Unsere Pilzsuche war somit ein voller Erfolg.

Das war für die nächsten Wochen sicher nicht die letzte Fahrt in den Spessart!

Liebe Grüße, Stefan«

Lieber Stefan,

erzwing die große exklusive Steinpilzstelle nicht! Sie wird Dir begegnen, wenn die Zeit reif ist, und viel eher als die gezielte Suche wird Dir der Zufall in die Hand spielen.

Und glaube mir, ein mit vielen Arten gefüllter Korb ist für jeden Pilzsammler ein Reife- und Vorzugszeugnis.

Nimm Dir ein Beispiel an Rainer L. vom Pilzticker Sachsen-Anhalt oder an Jürgen W. vom Pilzticker Hessen. Beide sind alljährlich todtraurig, wenn sie zwar Steinpilze in Massen, aber keine Maronen, Anischampignons, Täublinge, Mohrenköpfe und Herbsttrompeten nach Hause bringen. Solche Jahre sind für sie kein Pilzjahr! 

In ihnen zeigt sich der weit gewanderte, der reife, der vollendete Pilzsammler. Ihn zeichnet aus, dass er ein, zwei oder auch drei Ausfalljahre mit Steinpilzen mit großer Gelassenheit hinnimmt.

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

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Wiesbaden: Die Perlpilze schießen ins Kraut


Foto: Perlpize über Perlpilze - und das auf der Grünfläche einer Wohnanlage. Da wachsen einem die Pilze förmlich in die Pfanne. (Foto © Gunter)

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Gunter schreibt am 14. August 2017:

»Hallo Heinz-Willhem,

seit Jahren lese ich begeistert die Pilzticker.

Heute melde ich mich auch einmal. Auf den Grünflächen einer großen Wohnanlage in Wiesbaden mit verschiedenen Laub- und  Nadelbäumen wachsen zurzeit massenweise Perlpilze.

Viele Grüße aus Wiesbaden, Gunter«


Vorspessart: Stefan muss seinen besten Pfifferlingsplatz doch mit einem Rivalen teilen


Foto: Das Verhältnis zwischen Pfifferlingen und Steinpilz zeigt inetwa an, was Stefan dauerhaft findet, nämlich viel mehr Pfifferlinge. Er hofft auf einen ähnlich guten Steinpilzplatz. (Foto © Stefan)


Stefan schreibt am 13. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wie angekündigt, waren wir heute Morgen erneut in den Pilzen, unter anderem, um die stehen gelassenen Pfifferlinge abzuholen. Leider mussten wir festellen, dass ich den Platz doch nicht für mich alleine habe.

Wohl unmittelbar vor uns war Konkurrenz da - und hat uns nichts übrig gelassen außer Putzresten.

Tröstlich war, es muss sich um einen Pilzfreund handeln, denn die kleinen Pfifferlinge hat er stehen gelassen. Auch hat er den Platz nicht wie wild umgepflügt. So wird mir das Teilen der Pilzplätze einfacher gemacht. Auch gönne ich durchaus, wenn jemand schneller war. ;-)

Anschließend haben wir noch zwei weitere Plätze aufgesucht, um nach Steinpilzen zu schauen. Gefunden haben wir einen einzigen brauchbaren, der aber wurmfrei war.

Irgendwie habe ich es von Beginn an nicht so mit den Steinpilzen. Immer wieder finde ich einzelne oder auch mal mehrere, aber bei weitem nicht vergleichbar mit dem, was andere in deinem Ticker vorzeigen.

Ich bin gespannt, wann sich da mal der Schalter umlegt und ich schöne Steinpilzplätze vergleichbar mit meinen Pfifferlingsplätzen ausfindig machen kann.

Liebe Grüße Stefan & Dani«





Diemelstadt: Alles da für eine schöne große Pilzpfanne


Jürgen schreibt am 13. August 2017:

»Guten Abend Heinz-Wilhelm, 

auch heute war ich wieder im Wald, um zu sehen, was an Pilzen nachgewachsen ist. Ich wurde nicht enttäuscht: schöne Steinpilze, Maronen, Flockenstielige Hexenröhrlinge und Pfifferlinge (Foto rechts) standen da. 

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße Jürgen«


2 Fotos: Jürgen weiß genau, wo »seine« Steinpilze in den Diemelstädter Wäldern stehen, egal ob im mittleren Alter (links) oder im fortgeschrittenen (rechts). (3 Fotos © Jürgen S.)





Obernhain/Taunus: Frühaufsteher Harry belohnt sich mit köstlichen Lungenseitlingen


Foto: Auf die unten liegenden Lungenseitlinge freut sich Harry am meisten. Oben sehen wir zwei Safranschirmlinge und Maronenröhrlinge.

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Harry schreibt am 13. August 2017:

"Pilze oberhalb von Obernhain im Taunus"

»Bin heute Morgen bei Sonnenaufgang gleich aufgebrochen und nach Obernhain im Taunus gefahren. In cirka zwei Stunden kam doch eine recht stattliche Ausbeute zusammen.

Da oben am Taunusgrat beim Limes jede Menge alte Buchen rum liegen, gab's ein paar Austernseitlinge*.

Steinpilze gab's leider keine. Dafür jede Menge Gallenröhrlinge denen ich jedes Mal fast auf den Leim gegangen bin.

Maronen gab es jede Menge, dazu noch ein paar Boviste, Parasole** und einen Hexenröhrling.

Auf die Seitlinge freue ich mich am meisten. Die werden einfach nur in Butter auf beiden Seiten schön angebraten und lediglich mit Pfeffer und Salz gewürzt. Lecker!

Gruß Harry aus Rodheim «

* Die Austernseitlinge sind korrekt Lungenseitlinge, die wild wachsende Sommerform der Austernseitlinge

** Die Parasole sind Safranschirmlinge, in großer Auflösung deutlich zu erkennen am ungenatterten Stiel


Foto: Das frühe Aufstehen hat sich für Harry gelohnt. Neben den köstlichen Lungenseitlingen gibt es bei ihm heute sicher auch ein schönes Mischpilzgericht. (2 Fotos © Harry)

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Vorspessart: Stefan findet seine beste Pfifferlingsstelle nach dem Urlaub unberührt vor


Foto: Da kamen gewiss noch einmal Urlaubsgefühle bei Stefan auf, genoss er nach seiner Rückkehr aus dem Nassfeld in Österreich, wo ihm der Küchenchef schon die gleiche Speise aufgetischt hatte, erneut Pfifferlinge mit Rührei und Toastscheiben. Dieses Mal kam der Steinpilz (rechts) noch hinzu.

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Stefan schreibt am 13. August 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

wieder zurück aus dem Urlaub, habe ich gestern meinen Pilzrevieren im Vorspessart natürlich umgehend einen Besuch abgestattet. Mit Freude konnte ich feststellen, dass ich offenbar eine besonders gute Pilzstelle exklusiv für mich habe.

Die Pfiffers hier waren toll gewachsen - in einer halben Stunde hatte ich gut 1,5 Kilo im Korb! Inklusive einem Prachtexemplar von 63 Gramm. Steinpilze gab es gestern auch. Es waren zehn Stück, die leider nicht hielten, was sie äußerlich versprachen. Sie waren teils oder schon stark verwurmt.

Graue Leistlinge, Täublinge und Perlpilze wachsen bei uns weiterhin in Massen, wie auch der Gallenröhrling.

2 Fotos: Hier zeigt Stefan nicht nur seinen gesäuberten Pfifferlingsfund, sondern auch das größte Exemplar, welches 63 Gramm auf die Waage brachte. (4 Fotos © Stefan)


Heute Morgen gab es dann ein leckeres Frühstück aus Steinpilzen und Pfifferlingen, und zwar zusammen mit der leckeren Pilzbutter, die ich noch vor unserem Urlaub gemacht hatte.

Wir gehen jetzt gleich nochmal in die Pilze, da ich gestern schätzungsweise zwei Kilo Pfiffer stehen lassen musste (Korb zu klein) ;-).

Vielleicht hat noch jemand eine Idee, wie ich die Pfiffer außer durch Trocknen lecker verarbeiten und haltbar machen kann.

Getrocknet hatte ich sie letztes Jahr, ich finde aber, dass sie dadurch zäh und bitter werden.

Liebe Grüße Stefan«

Gudrun antwortet am 13. August 2017:

»Hallo Stefan,

hier mein Tipp, um Pfifferlinge haltbar zu machen: Ganz kurz anschmoren und mit dem Schmorwasser einfrieren. So gefroren, wie sie sind, weiterbraten. Schmeckt wie frisch gesucht.

Liebe Grüße Gudrun«

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