Pilzticker Hessen 7:
Funde vom 11.06.2013 - 24.06.2013



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Selters im Taunus: Wilfried entdeckt schöne Amethystpfifferlinge


Foto: Das sind Violettschuppige oder Amethyst-Pfifferlinge. Vor allem am Hutrand weisen sie violette schuppige Farbpartien auf. Daneben gibt es auch noch Bereifte Pfifferlinge. Sie gleichen im Grundton dem Gemeinen Pfifferling, sind aber von einem feinen weißlichen Reif überzogen. Alle drei Arten sind geschätzte Speisepilze (Foto © Wilfried B.).


Wilfried schreibt am 24. Juni 2013:

"Hallo Herr Bertram,
ich habe Amethyst-Pfifferlinge gefunden, auch Violettschuppige Pifferlinge (Cantharellus amethysteus[1], syn. Cantharellus cibarius var. amethysteus) genannt. Fundort ist die Gemeinde Selters im Taunus. Im Jahr 2010 habe ich diese Pilze in größeren Mengen hier im Wald und am Wegessrand gefunden.

Viele Grüße Wilfried B."

Hallo Wilfried,

ein schöner Fund, zumal man diese Pilzart recht selten nördlich der Alpen und Alpenausläufer antrifft. Dass sie eine lebhafte Helldunkelzeichnung haben, ist typisch für Amethystpfifferlinge. Vor allem die violetten Flecken, oft am Hutrand, sind charakteristisch. Da Du sie auch schon 2010 an gleicher Stelle gefunden hattest, scheint es sich um einen "eingeführten" Wachstumsplatz zu handeln. Prima - und guten Appetit!

Viele Grüße, Heinz-Wilhelm

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Aar-Höhen-Weg: Der Anfang ist gemacht mit einem Sommersteinpilz und zwei Rotfüßchen

Wieland schreibt am 22. Juni 2013:

"Heute habe ich die ersten Röhrlinge am Aar-Höhen-Weg (Rheingau-Taunus-Kreis) gefunden: Einen kleinen Sommersteinpilz und zwei Rotfuß-Röhrlinge. Immerhin ein Anfang." 

Hallo Wieland,

vielen Dank! Ich habe aus Deiner traditionsreichen Pilzsammler-Region schon auf eine Nachricht gewartet. Hoffen wir, dass es damit losgeht!

Guten Sammelerfolg und viele Grüße von

Heinz-Wilhelm

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Frankfurt: Ein Blutroter Röhrling und unzählige Plagegeister für Massimos Nase


Massimo schreibt am 21./22. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich habe heute einen herrlichen essbaren Blutroten Röhrling bzw. Filzröhrling (Xerocomus rubellus, Foto links) gefunden. Der Pilz ist nicht gefährdet, kommt aber in manchen Gegenden nicht oder nur selten vor.

Gestern bin ich eine große Runde zur Wachstumskontrolle gefahren. Beim Abfahren meiner Stellen gelangte ich hier und da über neue Wege an meine Ziele - und fand prompt eine Stelle, an der die Goldröhrlinge fast büschelweise wuchsen.

Aber auch andere Pilze fand ich: den - nicht essbaren - Klebrigen Hörnling, leckere Seitlinge, Perlpilze, erneut auch Flockenstielige Hexenröhrlinge und wieder zwei Sommersteinpilze.

Leider begegnete ich auch ständig meinem größten Feind im Wald, nämlich der Stinkmorchel. Sie schafft es immer wieder, dass sich mir der Magen umdreht. Das führt dazu, dass ich dann stets neue Plätze aufsuche, bis ich endlich aufgebe und ganz aus dem Wald verschwinde. Dieses Mal konnte ich hingehen, wo ich wollte, immer standen die Stinkmorcheln da. Schlimm! 

Hätte es so viele Steinpilze wie diese widerlichen Pilze gegeben, ich wäre mit einem übervollen Korb nach Hause gekommen. So verging mir die Lust und ich war froh, den Wald hinter mir gelassen zu haben. Falls jemand meine kleinen Diashows auf youtube ansehen möchte: www.youtube.com/watch?v=TkZNJG0N-6U

Viele Grüße von Massimo" (Foto © Massimo A.)

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Es ist geschafft: Massimo findet endlich seinen ersten Sommersteinpilz - so ganz nebenbei


Foto: Welch eine Leuchtkraft strahlt doch dieses Foto aus: Massimos erster Sommersteinpilz ist erlegt, und der wunderschöne Flockenstielige Hexenröhrling daneben gewiss auch gleich... (Foto © Massimo A.).


Massimo schreibt am 18. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

habe heute endlich den ersten Sommersteinpilz gefunden, der erste in meinem Leben.

Wiie ich ja gestern berichtete, habe ich diese Leidenschaft erst seit letztem Herbst vertieft. So war ich im Sommer nie auf Pirsch. Ich wollte heute gar nicht losgehen. Ich bin dann an einem Park vorbei gekommen, als ich einen Freund besuchen wollte. Plötzlich traute ich meinen Augen nicht: Ein wahrhaftiger Sommersteinpilz, Boletus aestivalis, zusammen mit Flockenstieligen Hexenröhrlingen, die gerade  frisch aus der Erde drückten. 

Liebe Grüße, Massimo - the true seeker, der wahre Sammler."

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Foto: Da steht es noch, das Objekt von Massimos Begierde: ein prächtiger Boletus aestivalis, ein leibhaftiger Sommersteinpilz, auf den er so lange gewartet hatte (Foto © Massimo A.).


Diemelstadt: Der erste Steinpilz, eine schöne Marone und eine wiedergefundene Tasche fürs Pilzmesser


Jürgen schreibt am 18. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

habe gestern im Wald meine Tasche für mein Pilzmesser verloren und bin heute nochmal dieselbe Strecke gelaufen. Hatte das Glück, sie wiederzufinden und gleichzeitig einen schönen jungen streifig stieligen Maronenröhrling (Foto links). Der Pilz war 8cm hoch und hatte einen Hutdurchmesser von 3cm. Er stand wieder in dem Kiefernbestand von gestern. Ich hoffe, dass es so weitergeht - und noch viele schöne Pilze zu finden sind.

Einen Tag zuvor, am 17. Juni, war ich bei meinem Feierabendspaziergang ebenfalls auf einige Pilze gestoßen.

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Und zwar auf einen Hexenröhrling und auf einen kleinen Anisegerling. Etwas weiter fand ich dann meinen ersten Steinpilz des Jahres (Foto rechts) in Waldeck-Frankenberg.

Der Pilz war 13cm hoch, der Hut hatte einen Durchmesser von 8cm. Er ist von unten etwas angefressen, dafür aber total wurmfrei. Das hat mein Sammlerherz sehr gefreut und werde jetzt noch mehr draußen sein. Die Pilze standen wieder in einem jetzt nicht mehr so trockenen Kiefernbestand.

Viele Grüße, Jürgen"

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Frankfurt: Massimo über seine Freude am Pilze sammeln und die Wonnen, sich ein köstliches Pilzrisotto zu kochen


Massimo schreibt am 17. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

danke, dass es Deine Website gibt. Obwohl ich sie schon tausend Mal durchstöbert habe, finde ich immer wieder tolle Stories, interessante Themen und viele schöne Bilder.

Habe gerade die kleine Geschichte mit Uli Kellner auf einer der Foto-Seiten gelesen, und es hat mir sehr gefallen. Ich bin auch so einer, der auf dem Nachhauseweg plötzlich wieder umkehrt - und nochmal in den Wald zurückgeht. Einfach weitersucht, weil es eben so schön war und ist.

Auch mit Karl Berchtold aus Gauting und vielen anderen von Dir vorgestellten Sammlern kann ich mich identifizieren. So manches Mal denke ich, dass Pilzsammler wirklich echte Individualisten sind.

Ich war heute natürlich auch wieder im Wald. Es war endlich richtig war und morgen sollen es sogar 35 Grad bei uns werden. Also dachte ich mir, Mensch, die Sommersteinpilze müssen doch endlich da sein.

Nun kenne ich aber gar keine Stellen von ihnen - ich bin ja erst im vergangenen Herbst so ein Pilzverrückter geworden. Davor bin ich nur mal gelegentlich mit meinem Vater im Herbst in die Pilze gegangen, wie das eben bei vielen Leuten so ist. Dann haben wir nur Nebelkappen gesammelt, anderes kannten wir gar nicht. 

Dass wir auch Steinpilze finden könnten, daran hatten wir im Traum nicht gedacht. Für so etwas Edles muss man in die Berge gehen, das war unsere Meinung. Das nur mal am Rande, so eine kleine Geschichte von mir.


Foto: Solche Prachtexemplare wie diesen Flockenstieligen Hexenröhrling findet man nicht jeden Tag. Denn diese Pilze sind nicht nur für uns, sondern auch für Schnecken ein Festessen. Massimo hat das schöne Foto für uns geschossen; sogar die fliegenden Blütensamen sind zu erkennen  (Foto © Massimo A.).

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Fortsetzung Pilznachricht Massimo

Weil ich also noch so wenig kenne, bin ich heute mal wieder in einem ganz fremden Wald eine neue Strecke abgelaufen. Und na ja, Du kannst Dir das Ergebnis vielleicht schon denken: Nicht ein einziger Sommersteinpilz, dafür aber wieder sehr schöne Flockenstielige Hexenröhrlinge, ganz frisch und richtig knackig. .

Dazu gab es meinen ersten Maronenröhrling und noch einen Anisegerling am Waldrand. Das ergab zusammen ein herrliches Pilzrisotto. Dafür habe ich die Pilze gehobelt, so dass die Scheiben schön dünn wurden. Es schmeckte wunderbar!

Ich vermute, die Steinpilze werden hier in Hessen wohl noch bis zum nächsten Regen auf sich warten lassen. Aber dann erhoffe ich mir eine gute Schwemme, auch Pfifferlinge, alles fast schon wie im Herbst.

Eines hätte ich fast noch vergessen: Ich fand weiße Austernseitlinge oder Zitronenseitlinge, aber die waren alle total madig. Haben dafür aber wunderbar geduftet.

Es grüßt Dich herzlich

Massimo"

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Diemelstadt: Sechs Anisegerlinge für herrliches Pilzaroma - und ein einsames Rotfüßchen


Foto: Sechs Anisegerlinge, die Jürgen fand, bringen ein herrliches Aroma in jedes Pilzgericht. Es lohnt sich aber auch, sie zu trocknen oder zu pulverisieren. Sie zählen zu den besten Aromapilzen unserer Wälder (Foto © Jürgen S.).


Jürgen schreibt am 16. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich habe heute den ersten Rotfußröhrling 2013 gefunden. Heute Morgen hatte ich Zeit und bin natürlich in den Wald und konnte nochmals sechs schöne Anisegerlinge ernten. Es waren insgesamt fast 600 Gramm!

L. Gr. Jürgen"

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In der Hohen Mark haben es dieses Jahr auch die Goldröhrlinge sehr eilig


Massimo schreibt am 12. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

leider konnte ich keine Steinpilze mehr finden, auch dort, wo der erste gestanden hatte: weit und breit nichts. Aber die Perlpilze sind da, jedoch fast ausschließlich madig.

Heute habe ich einen ausgedehnten Ausflug in die Hohe Mark gemacht gemacht. Es war wunderschön. Es gab jede Menge frischer Täublinge und etliche Flockenstielige Hexenröhrlinge. Die Sensation aber waren zwei frühe, sehr knackige Goldröhrlinge mit richtig dickem Stiel.

Er stand erstaunlicherweise bei einer einsamen Douglasie. Etwas entfernt befanden sich Buchen und Kiefern und etwas weiter, einen Hang hinunter, zwei Mammutbäume. Sie wurden 1890 gepflanzt; es sind wahre Oschis, mit einem Umfang von mehr als sechs Metern.

Weil die Pilze selten dicke Stiele hatten und so früh im Jahr unterwegs waren, ärgerte ich mich, weil ich keine Kamera dabei hatte. Doch dann fiel mit mein Handy ein - und so ist dieses Bild (Foto rechts © Massimo A.) entstanden.

Bis zum nächsten Mal viele Grüße von

Massimo"

Hallo Massimo,

die Douglaise ist der einzige Baum, unter dem Goldröhrlinge, die ja streng an Lärchen gebunden sind, in seltenen Fällen auch mal wachsen.

Dein Fund war wohl Gedankenübertragung: Auch ich habe vorgestern (11. Juni) vorsichtshalber schon mal bei meinen drei "Superlärchen" vorbeigeschaut, die alljährlich zuverlässig die Goldröhrlinge hervorbringen. Fand jedoch noch nichts. Dann werde ich das mal gut im Auge behalten...

Viele Grüße von

Heinz-Wilhelm

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Diemelstadt: Der trockene Kiefernwald lässt Anisegerlinge und Hexenröhrlinge gedeihen


Jürgen schreibt am 11. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

habe heute noch ein paar schöne Flockenstielige Hexenröhrlinge gefunden und dazu noch schöne Anisegerlinge. Die Röhrlinge und Anisegerlinge standen in einem alten Kiefernbestand, der sehr trocken ist. Habe mich über diesen Fund (Foto rechts, © Jürgen) sehr gefreut.

Zwei Tage zuvor habe ich meinen ersten Maronenröhrling gefunden. Heute bin ich noch mal raus und habe ebenfalls zwei schöne Anisegerlinge gefunden.

L. Gr. Jürgen"

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Allen Pilz- und Naturfreunden eine schöne Adventszeit

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