Pilzticker Hessen 32:
Funde vom 18.08.2014 - 21.08.2014



Pilzticker Hessen 32




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Übersicht aller bisherigen Hessen-Pilzticker




Massimo meldet sich eindrucksvoll zurück, mit einem Schwarzhütigen Steinpilz, den er im Dunkeln erwischt hat


Foto: Diesen Schwarzhütigen Steinpilz hat Massimo im Dunkeln "erwischt". Die seltene Art liebt neutrale (weder ausgeprägt saure noch kalkhaltige) Böden und ist ein treuer Eichenbegleiter. Wer ihn findet, hat meist auch gleich ein, zwei Handvoll Pfifferlinge in seinem Korb, die die gleichen Bedingungen mögen. (Foto © Massimo)

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Massimo schreibt am 21. August 2014:

"Hallo Leute,

momentan ist in Südhessens Wäldern ganz schön was los. Sommersteinis mal hier und mal da, aber auch die Fichtensteinpilze treten auf und sogar der seltene Boletus aereus, der Schwarzhütige Steinpilz oder Bronzeröhrling, gibt sich die Ehre.

Ihr seht ihn (oben) auf dem Foto; den habe ich im Dunkeln erwischt. 

Aber auch anderen wie den Pfifferlingen und den Perlpilzen geht es dieses Jahr blendend. 

Liebe Grüße aus Frankfurt, Euer Massimo" 

Hallo Massimo, 

einen Schornsteinfeger nachts im Wald zu entdecken, dieses Kunststück gelingt auch nur Dir! Bravo! Und melde Dich mal wieder öfter, damit die Anfragen, warum Du nicht mehr da bist, nicht Überhand nehmen. 

Viele Grüße von Heinz-Wilhelm

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Jürgens Blick war auch für die Herbsttrompeten geschärft: "Die meisten gehen ja nur in die Steinpilze" 


Foto: So viele Herbsttrompeten (Craterellus Cornucopioides) so zeitig nach dem Pilzkalender im Korb. Tatsächlich kommen sie ab Mitte August, doch ihr Hauptmonat ist klar der September. Das wird ja einen Wildschweinbraten bei Jürgen am Wochenende geben! (Foto © Jürgen)

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Jürgen schreibt am 20. August 2014:

"Guten Tag, Heinz-Wilhelm,

ich bin heute Morgen gegen 9.30 Uhr in den Wald und habe dort auf meinen Bekannten gewartet, da wir zusammen Steinpilze suchen wollten. Leider sagte er kurzfristig ab. So bin ich alleine weiter.

Innerhalb zwei Stunden konnte ich 1820 Gramm Steinpilze sammeln. Dazu kamen noch 320 Gramm Maronen und Anisegerlinge. Ich wollte dann noch nach den jungen Parsolen sehen, die ich gestern stehen gelassen hatte. Doch da bin ich erst mal nicht hin gekommen.

Denn wieder einmal begegnete ich einem Pilzsammler, der aus Paderborn rüberkommt und recht regelmäßig unsere Wälder absucht. Er hatte seinen Korb schon dreiviertel voll und wollte noch ein bisschen weiter gehen. Vorsichtig lotste ich ihn, in ein Gespräch verwickelt, von dem Forstweg weg. Denn ich hatte gleich hinter ihm etwas entdeckt.

Wir verabschiedeten uns freundlich und ich wartete, bis er sich etwas entfernt hatte. Dann ging zurück an die Stelle. Und da standen sie doch tatsächlich, die schönsten Herbstrompeten, auch Totentrompeten genannt.

Der Paderborner muss über den Forstweg gegangen sein, denn einige waren zertreten. Er scheint sie nicht erkannt zu haben oder kannte sie grundsätzlich nicht. Das würde mich aber auch nicht wundern, da die meisten Pilzsammler nur in die Steinpilze gehen und sogar die Maronen rausreißen und dann liegen lassen. 

Totentrompeten habe ich bei uns noch nie gefunden. Viele haben davon erzählt, sie jedoch nur einmal und nie wieder gefunden.

Das war jetzt schon mein vierter Erstfund in diesem Jahr. Erst die Speisemorcheln, dann die Spitzmorcheln, dann der Schwarzhütige Steinpilz und jetzt die Totentrompeten. Herrlich!

Übrigens bin ich dann doch noch nachschauen gegangen, was die Parasolen machen. Sie sind zwar schon schön gewachsen, aber immer noch geschlossen.

Ich werde sie morgen oder übermorgen holen. Jetzt müsste  ich mit meiner diesjährigen Gesamtsammelmenge bei 70 Kilo und 640 Gramm stehen.

Und jetzt liebe Grüße von Jürgen"

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Diemelstadt: Jürgens spontaner Begleitservice erfreute die unbedarfte Familie


Foto: Große dicke Steinpilze füllen den Korb. Die unentbehrliche Parasole daneben wartet auch schon auf Ernte. Es zählt zu Jürgens lieben Gewohnheiten, sich gleich nach dem Waldgang ein Parasolengericht zuzubereiten. Ein schöner privater Brauch! 

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Jürgen schreibt am 19. August 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

nach stressigen Tagen rief am Montag wieder mein Fichtenwald. Ich fand jede Menge Steinpilze, aber auch Maronen und Anisegerlinge warteten schon auf mich. Es waren 2870 Gramm insgesamt, am meisten Steinpilze.

Aber heute, Dienstag, ging es dann erst richtig los. Als ich gegen 8.30 Uhr gerade den Wald betreten wollte, kamen mir schon die ersten zwei Sammler entgegen und waren auf dem nach Nachhauseweg. Wir unterhielten uns eine Weile und ich konnte ihre Ausbeute inspizieren.

Sie hatten nicht viel. Es stellte sich heraus, dass sie italienischer Herkunft sind, in einem Nachbardorf wohnen und schon seit 6.30 Uhr im Wald waren. Sie hatten zusammen ca. 1,5 Kilo in ihren Körben.

Ich sagte ihnen, sie seien vermutlich zu schnell durch den Wald gegangen und hätten Etliches übersehen. Wir verabschiedeten uns und wünschten uns gegenseitig Finderglück.


Foto: Ein Rätselpilz, ein Pilzrätsel. Die kräftigen hellgelben Röhren lassen auf einen Steinpilz, der braun angehauchte Stiel mehr auf einen großen Maronenröhrling tippen. Wie auch immer, die noch hellen Röhren zeigen einen guten Zustand trotz bereits aufgeschlagenen Hutes an. Was also rätseln wir hier? Hinein in den Korb! (2 Fotos © Jürgen)







Ich war noch keine zehn Meter gegangen, da standen auch schon die ersten schönen Pilze direkt am Weg. Ich zeigte sie ihnen. Sie waren ganz platt und meinten nur, sie würden suchen wie die Affen und hätten auch kein Glück. Dies ist nur ein kleines Beispiel, das zeigt, wie konzentriert man durch den Wald gehen muss, um ein gutes Sammelergebnis zu erzielen.

Ich bin dann durch den Fichtenwald gegangen in der Hoffnung, dass sie noch mehr übersehen hätten. So war es auch, denn in Nullkommanichts hatte ich meinen Korb halb voll mit schönsten Steinpilzen.

Nach einer Weile hörte ich erneut Stimmen. Dieses Mal traf ich eine junge Familie, Mutter, Vater und Sohn. Auch sie waren auf der Suche nach Steinpilzen, hatten aber bislang kein Glück. Vier Pilze lagen in ihrem Korb, darunter eine Marone und ein Gallenröhrling.

Ich bot ihnen an, sie zu begleiten, damit sie wenigstens einige Steinpilze im Korb hätten. Hoch erfreut nahmen sie an, und so gingen wir zusammen, wobei wir verschiedene Waldstücke durchkämmten.

Mit einem fast gefüllten Korb, etwa ein bis zwei Kilo guten Pilzen, konnten sie schließlich den Heimweg antreten. Ich freute mich, dieser unbedarften Familie geholfen zu haben, sie freuten sich, nicht mit leerem Korb heimkehren zu müssen.

Danach bin ich alleine weitergezogen und konnte noch einige schöne Pilze ernten. Auf dem Foto ist zu erkennen das es wieder Steinpilze, Pfifferlinge, Anisegerlinge, Maronen und natürlich die unentbehrlichen Parasolen waren. Insgesamt 3720 Gramm

So Heinz-Wilhelm, nun wünsche Dir eine gute Nacht.

Liebe Grüße Jürgen"

Blau = Ungenießbar

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Offenbach: Die Kinder des Schwefelporlings wuchsen pünktlich am liegenden Stamm


Olaf schreibt am 19. August 2014:

"Hallo Heinz Wilhelm,

gestern wollte ich nachschauen, ob an der Fundstelle vom letzten Jahr der Schwefelporling wieder gewachsen ist. Die Reste sind noch erkennbar, jedoch kein neues Wachstum.

Ich bin dann im gleichen Waldstück weitergelaufen und habe an einem anderen Stamm drei Schwefelporlinge gefunden. In der vergangenen Woche sind noch einige schöne Steinpilze sowie Hexen- und Raufußröhrlinge im Korb gelandet.

Viele Grüße aus Offenbach Olaf"

(Foto © Olaf)

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Ein leckeres Pilzgericht von Margarete (Darmstadt-Dieburg)

Herzhafte Ziegenkäsequiche mit Schusterpilzen 
(Flockenstieligen Hexenröhrlingen)




Liebe Pilzfreunde, 

Margarete aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg stellt Euch heute ein tolles herzhaftes Pilzgericht vor: Eine Ziegenkäsequiche mit Schusterpilzen oder Flockenstieligen Hexenröhrlingen, wie sie auch heißen. 

Damit ist das zweite "Flocki"-Gericht auf unserer Rezeptseite für Pilzgerichte online. Und das freut mich sehr, denn diese ausgezeichneten Speisepilze kommen leider in vielen Pilzkochbüchern viel zu kurz. 

(Foto © Margarete M.)

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Landkreis Darmstadt: Die Pfifferlinge wachsen überall und erinnern beinahe an Blumensträuße


Foto: Herrliche Flockenstielige Hexenröhrlinge, wegen ihrer dunkelbraunen, ledern wirkenden Huthaut vor allem in Süddeutschland auch "Schusterpilze" genannt. Auf ihren hohen Speisewert habe ich wiederholt hingewiesen. 

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Margarete schreibt am 18. August 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm, 

wir hatten die letzten Tage etwas Zeit und waren in den Wäldern unterwegs. Es war einiges los.

Wir haben einen neuen Pfifferlingswald entdeckt, es war gelb, überall standen Pfifferlinge, wunderschön anzusehen. Wir haben hier eine regelrechte Pfifferlingsschwemme, die Pfifferlinge wachsen überall und erinnern beinahe an Blumensträuße. Auf dem Foto rechts ist das ganz gut zu erkennen. 








Foto links: Er sieht so jungfräulich und unschuldig aus - dabei ist er der Tod! Ein einziger wie dieser kräftig gewachsene Grüne Knollenblätterpilz würde reichen, um einen erwachsenen Menschen zu töten! Auch wenn in diesem Fall die Kamera das Grün des Hutes etwas gebleicht haben mag: Nicht selten ist die grüne Farbe so schwach ausgeprägt, dass der Pilz weiß ist und einem Champignon ähnelt.

Deshalb unbedingt die Blätter (weiß) und die knollige Hülltasche als Zeichen der Gefährlichkeit erkennen! Auch Farbähnlichkeiten mit dem ungiftigen Gelben Knollenblätterpilz sind verblüffend. Deshalb: Wachsam sein und unbedingt die Finger von diesen gefährlichen Pilzen lassen!  

(3 Fotos © Margarete)




Außerdem haben wir schöne Flockenstielige Hexenröhrlinge, die ersten Maronen, Krause Glucken, Semmelstoppelpilze und auch schon einige Herbsttrompeten gefunden! Der Herbst ist echt auf dem Vormarsch! 

Heute habe ich die ersten "Grünen" Knollenblätterpilze gesehen; die Anführungszeichen sind ein dezenter Hinweis, dass das Grün von der Handykamera leider kaum wiedergegeben wurde. Ich fand den Pilz sehr schön, da er soeben erst sein Velum (Hülltasche) verlassen hat und so unscheinbar tut, obwohl er ein tödlicher Giftpilz ist. 

Viele Grüße Margret"

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