Pilzticker Brandenburg 1:
Funde vom 25.06.2012 - 03.10.2012



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Wälder um Brandenburg a. d. Havel

Uta schreibt am

3. Oktober 2012:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

unerschütterlich haben wir den Feiertag genutzt, um einen weiteren unserer Pilzplätze im Raum Brandenburg aufzusuchen. Ein Gebiet, das aus anderen Jahren wegen unerschöpflicher Maronenvorkommen und Steinpilze gut in unserer Erinnerung war.

Mir ist aufgefallen, dass es dieses Jahr sehr viel Waldgras gibt und es sehr hoch ist. Trotz grüner Moosflächen fast nur ungenießbare Pilze. Ein paar falsche Pfifferlinge, hellgraues Kleinzeug, viel rotes "Volk".

Vor zwei Wochen war eine Freundin dort und berichtete, nur zwei Maronen und zwei Steinpilze gefunden zu haben. Ein wenig habe ich sie heute übertrumpft bei den Maronen. Fünf Stück! Ein kleiner Kiefernsteinpilz, ein versprengter Pfifferling, tief im Moos, und ein herrlicher Heringstäubling - siehe Foto.

Welch ein Aroma! Wenn man ihn erntet, riecht er erst gar nicht so stark, aber dann ... Zum Glück verschwindet der Geruch bei der Zubereitung.

Du siehst, wir geben nicht auf!

Gruß aus Wald und Flur

Uta"

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Foto rechts: Ein Heringstäubling oder Roter Heringstäubling: "Wie trockenes Weinlaub", so intensiv rot leuchtet er laut Michael/Hennig/Kreisel. "Weinlaubrot" wird denn auch seine Hutfarbe charakterisiert. Sein weiteres prägnantes Merkmal sei der "schön rot angehauchte" Stiel; auf Druck bilden sich schmutzigbräunliche Flecken. Er ist ein schmackhafter Brat- und Mischpilz, kann auch getrocknet werden, wobei er seinen typischen Heringsgeruch beibehält. Ich möchte an dieser Stelle an das originelle Täublingssaft-Rezept verweisen, das ich im Pilz-Ticker Rheinland-Pfalz unter der Überschrift "Überrasche Deine Gäste mit Täublingssaft!" beschreibe (Foto © Uta).

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Wälder um Prignitz nördlich Wittenberge im Nordwesten Brandenburgs

Uta schreibt am

1. Oktober 2012:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

In der Nähe von Prignitz ging ich meine Pilzplätze zwischen Feldern und Wiesen ab und fand "nur" massig Butterpilze und Sandröhrlinge. Da wir keinen Korb mit hatten, doch dafür eine ziemlich praktische Stofftasche mit viereckigem, festen Boden, haben wir ordentlich eingepackt, aber haben auch sehr viele stehen lassen.

Mit Begeisterung entdeckten wir mehrere Parasolpilze. Und, ich konnte es kaum glauben, zwei Mini-Steinpilze, einer noch nicht mal pigmentiert, aber schon die unverkennbare Form.




Foto links: Ein Strauß herrlicher Parasolpilze. Fast wie ein Gemälde wirkt in der klaren Luft die Landschaft um Prignitz, einstmals "Vormark" genannt. Man ahnt beinahe, dass es Wohlfühlland für Riesenschirmpilze ist (Foto © Uta).




Und dann, obwohl schon unter Zeitdruck, noch mal ein Blick in den Wald: Irre!!! So viele Pilze habe ich selten gesehen. Aber fast alles unbekannte Exemplare bzw. solche, die ich nicht so gut kenne, dass ich sie mitnehmen würde. Dann, auf einem Moospolster zwei wunderschöne Kuhröhrlinge, ohne Würmer. Was bei diesem Pilz, der einzige Röhrling, der büschelig wächst, ja nicht die Regel ist.

Heute, in meinem Auslauf statt der obligatorischen Massen an Kartoffelbovisten (wie langweilig!) mehrere Birkenpilze, ein Perlpilz, zwei schon sehr angefressene Maronenröhrlinge - die ersten dieses Jahr -, und, ich hielt die Luft an: Zwei wunderbare Steinpilze. Ein großer, ein bisschen versteckt im Gras, und ein zweiter, den ich trotz guter Tarnung im Laub erwischte. Geht doch!!!

Viele Grüße von

Uta"

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Wälder um Bronkow, Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Horst schreibt am

1. Oktober 2012:

"Hallo!

Wir waren zweimal in der Lausitz (27.9 nach Starkregen in der Nacht).

Ausbeute von zwei Personen in zwei Stunden: 6kg Maronen, häufig unter dem Kopf verwurmt. Kein Steinpilz. Auf der Rückfahrt vom Besuch am 30.9. in derselben Gegend (um Bronkow) erneut zwei Stunden und die doppelte Menge an Maronen. Erneut viel Abfall, aber auch Frischwuchs. Und, obwohl es nass war, wiederum kein Steinpilz.

Mit freundlichen Grüßen

Horst"

Hallo Horst,

vielen Dank für die Meldung! Du bestätigst einen Trend: Nördlich des Taunus tun sich in diesem Jahr die Steinpilze sehr, sehr schwer, auch in Westdeutschland, erst recht in Niedersachsen. Dort sieht es dieses Jahr ganz mau aus ("Pilze gibt es nur im Supermarkt"; siehe Pilz-Ticker-Niedersachsen).

Aus dem Thüringer Wald sowie aus dem Vogtland und Erzgebirge, wo der Pilz-Ticker fleißige "Melder" hat: Keine Steinpilz-Nachricht...

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Foto rechts: Horsts Maronen-Fund bei Nässe erinnert mich an einen legendären Pilzgang mit dem Gautinger "Meister der Morcheln", Karl Berchtold (re.). An einem regenschwarzen Novembertag Mitte der 90er Jahre wuchsen beste, jedoch quatschnasse Maronenröhrlinge zu tausenden. Auf meinen Vorschlag, noch zwei Körbe im strömenden Regen vollzumachen, meinte Berchtold nur: "Du kannst mich mal am... Ich fahre jetzt nach Hause, dusche und gehe ins Café."




Landkreis Teltow-Fläming, südl. Land Brandenburg

Thomas schreibt am

1. Oktober 2012:

"Hallo,

bin neu hier und wohne in Berlin. Gestern war ich mit meiner Tochter im Landkreis Teltow-Fläming unterwegs. Es gab ein paar Goldröhrlinge, reichlich Sandröhrlinge, Täublinge, Edelreizker! und Butterpilze; jedoch alles nicht in den großen Mengen. Dazu gesellten sich noch drei Birkenpilze und ein Steinpilz. Maronen und "Steinis" sind aber momentan Mangelware...

Viele Grüße,

Thomas"

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Wälder um Potsdam, Wälder südwestl. Berlin

Thomas schreibt

am 25. September 2012:


"Hallo Heinz-Wilhelm,

sehr trocken hier, kaum etwas. Immerhin, für eine Mahlzeit reicht es: Parasolpilze für ein leckeres Schnitzel, Waldchampignons, Violette Rötelritterlinge und Pfifferlinge, südwestlich von Berlin.

Beste Grüße

Thomas"

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Hallo Thomas,

hier zählt die Weisheit der tollen Pilzköchin Brigitte Debus: "Ein einziger Pfifferling reicht für eine schöne Tasse Pilzsuppe." Es sei ein großer Irrtum zu glauben, dass die Menge an Pilzen über die Qualität eines Gerichtes entscheide.

Und jede Wette: So mancher Pilzsammler wäre heute glücklich, wenn er Deinen Fund im Korb hätte. In diesem Sinne: Guten Appetit!

Viele Grüße

Heinz-Wilhelm

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Wälder um Potsdam

Thomas schreibt

am 23. September 2012:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute eine kurze Nachricht: Ich habe heute in der Nähe von Potsdam einen Korb Violette Rötelritterlinge gefunden und einige schöne Waldchampignons. Die Hälfte war verwertbar, der Rest wurmig.

Beste Grüße

Thomas"

Foto: Immer wieder ein wunderbares Herbstbild: Violette Rötelritterlinge in einem Gebüsch. Eher selten findet man für diese Pilze, deren junge, noch geschlossene Exemplare sich auch ausgezeichnet als Öl- oder Essigpilze eignen, ein Kochrezept.

Umso erfreulicher, dass der Pilz-Starkoch Antonio Carluccio in seinem herrlichen Kochbuch "Pilze für Feinschmecker" gleich zwei Gerichte mit ihnen vorstellt: "Forelle mit Violetten Rötelritterlingen" (S. 79) und "Rebhuhn mit Violetten Rötelritterlingen" (S. 101). Das grandiose Pilzkochbuch ist leider schwierig zu bekommen. Wer Geduld hat und am Ball bleibt, kann es mit einigem Glück in der pilzarmen Zeit für um zehn bis 12 Euro kaufen.


Wälder um Potsdam

Thomas schreibt

am 10. September 2012:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

jetzt gibt es mal einen Eintrag von mir für den Pilzticker:

In der Nähe von Potsdam finden wir seit etwa Mitte Juli Pfifferlinge. Wir ernten im Abstand von zwei Wochen die Stellen ab, sie scheinen regelmäßig nachzuwachsen. Auch die lange Trockenperiode konnte ihnen nichts anhaben.

Am Wochenende haben wir wieder einige gefunden. Dazu einen Steinpilz und ein paar Rotbraune Scheidenstreiflinge. Wir brauchen Regen! ;-)

Beste Grüße

Thomas"

Foto: Pfifferlinge in voller Pracht: In der brandenburgischen Niederlausitz werden sie von älteren Sorben noch "Kuraschken" genannt. Sie sind neben dem Steinpilz die begehrtesten Speisepilze in Deutschland (© Dušan Zidar - Fotolia.com).



Hallo Thomas,

vielen Dank für die Meldung!

Ja, Pfifferlinge sind unter den Speisepilzen mit die resistentesten gegenüber Trockenheit.

Erstaunlich, dass Ihr Euern Ernteflecken bei knapp 160000 Einwohnern (Potsdam) und der Nähe der Metropole Berlin scheinbar exklusiv für Euch habt! Drücken wir die Daumen, dass es so bleiben möge!

Weiterhin viel Erfolg und viele Grüße von

Heinz-Wilhelm

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Südl. Land Brandenburg, Niederlausitzer Haldenwälder

Frank schreibt am

14. Juli 2012:

"Hallo Heinz,

ich war jetzt mal zwischen zwei Regen- bzw. Gewittergüssen im Wald und - Bingo! Die erste Welle der Böhmischen Trüffel fängt an! Konnte gleich etwas über 1,5kg ausbuddeln; über die Hälfte war noch im Boden.

Als Nebenfunde gab es noch viele Pfifferlinge (der größte von mir jemals gefundene war mit dabei) und einige Stein-, Birken-, und Samtpilze und ein Blutreizker. Sämtlich madenfrei! Den Würmchen ist es wohl auch zu nass...

Viele Grüße,

Frank"

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Foto: Neue Ernte 2012: Frank hat in der Niederlausitz die ersten Böhmischen Trüffeln des Jahres gefunden! Sie sehen zwar "nur" aus wie Kartoffeln - doch sie sind vielleicht die besten Würzpilze Deutschlands und versprechen auch als Solo-Pfannengericht Pilzgenuss der Extraklasse! (Foto © Frank Walter).




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Landkreis Barnim

Dagmar schreibt am

25. Juni 2012

"Hallo,

die ersten Pfifferlinge auch in Brandenburg! Nachdem es in den letzten Tagen warm und feucht war, gab es am 23.06.2012 bei uns im Landkreis Barnim die ersten Pfifferlinge zu holen!

Viel Glück an alle Barnimer Pilzsucher!"

Hallo Dagmar, jaaa, der Trend vom vergangenen Pilzjahr scheint sich fortzusetzen. Brandenburg ist ja ein richtiges "Pfifferlings-Land"!


Foto: Und sie sind wieder da! Pfifferlinge sind ein nahezu unschlagbarer Klassiker in unserer Pilzküche. Die köstlichen Pilze lieben leichte, sandige Böden - wie es sie in Brandenburg häufig gibt.


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Allen Pilz- und Naturfreunden eine schöne Adventszeit

(Foto © Fotolia)

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