Pilzticker Berlin 5:
Funde vom 25.08.2013 - 15.09.2013



Pilzticker Berlin 5




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Kaulsdorf: Note 1* für Heinz' tolle Pilzcollagen mit Topfotos und exakter Bestimmung

Heinz schreibt am 15. September 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

die letzten drei Pilzgänge standen bei mir unter dem Motto: Neue Pilze kennenlernen und bestimmen.

Ich habe alles, was mir begegnete mitgenommen. Sehr interessante Ergebnisse kamen dabei für mich heraus! Verzehrt habe ich allerdings nur die Pilze, die ich zu einhundert Prozent zuordnen konnte. Das erscheint mir manchmal gar nicht so einfach. Mir begegnete eine bunte Vielfalt aus dem Garten der Natur, die ich hier zum Teil vorstellen möchte. Die Pilze auf allen gezeigten Einzelfotos konnte ich sicher bestimmen.

Mit lieben Grüßen aus Berlin-Kaulsdorf

Heinz"

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Foto: Eine herrliche Pilzcollage von Heinz! Wir sehen in der oberen Reihe (von links nach rechts): Rehbrauner Dachpilz, Waldfreundrübling, Rauer Schirmling (giftig, evtl. mit anderen Schirmlingen verwechselbar), Pappelschüpplinge. Untere Reihe,  links: Ockerfarbener Trichterling (gilt als essbar bis ungenießbar). Ganz rechts: Behangene Faserlinge.

Bild unten in der Mitte: Birkenporlinge (Vitalpilz, Heilpilz), Heringstäubling, Rotfußröhrlinge, Herbstrotfußröhrlinge (syn. Bereifte Rotfußröhrlinge), Krause Glucke, Parasolpilz. (Collage/Fotos © Heinz Karp)

Blau = Ungenießbar



Foto: Und noch eine herrliche Collage. Obere Reihe (v. li. nach re.): Purpurfilziger Holzritterling (essbar, aber minderwertig), Herbstrotfußröhrling, Rotfußröhrling. Untere Reihe, links: Rotbrauner Milchling. Mitte: Zutaten für Holundersaft, um Erkältungen bei den Pilzgängen vorzubeugen. Rechts: Eichenmilchling. Die zwei Milchlingsarten sind nach entsprechender Kochvorbereitung essbar. (Collage/Fotos © Heinz Karp)


Lieber Heinz,

vielen Dank für diesen hervorragenden Anschauungsunterricht mit tollen Fotos und präziser Bestimmung - und für Deine große Mühe! Das gibt eine

1* (Note Eins mit Sternchen)

Herzliche Grüße, Heinz-Wilhelm

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Ein Fachgespräch im Wald und gute Funde für ein schönes Pilzmahl erfreuen Heinz


Heinz schreibt am 8. September 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

Steinpilze, Maronen etc. sind derzeit im Raum Berlin nicht zu finden. Ein Pilzgänger, dem ich im Müggelheimer Wald begegnete, zeigte mir vier wunderschöne Reizker. Da wir auf den ersten Blick nicht genau wussten um welche es sich handelte, haben wir sie aufgrund meines Pilzbuches bestimmt. Es waren Fichtenreizker. Das Gespräch mitten im Wald dauerte über eine halbe Stunde. Wir verabschiedeten uns mit Handschlag.

Meine Funde waren an diesem Wochenende: Parasolpilz, Schopftintling, Riesenbovist und Stadtegerling, siehe Collage rechts. Der Wurzelnde Schwefelkopf, der Samtfußkrempling und der Riesenporling gehörten ebenso zu meinen Funden. Über den Wurzelnden Schwefelkopf habe ich mich besonders gefreut, da er im Flachland doch eher selten ist.

Diese Woche soll es im Berliner Raum immer wieder mal regnen. Ich freu mich auf das nächste Wochenende.

Ich wünsche allen Pilzfreunden schöne Pilzfunde.

Liebe Grüße aus Berlin-Kaulsdorf, Heinz“

Blau = Ungenießbar

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Collage links: Die oberen zwei Fotos zeigen Wurzelnde Schwefelköpfe. Links unten ein Samtfußkrempling, rechts daneben ein Riesenporling. (2 Collagen/Fotos © Heinz Karp)




Heinz' kursiose Pilztour: Die Maulwürfe gaben Rauchzeichen für gute Pilzernte anno 2014


Heinz schreibt am 1. September 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

Am Samstag. d. 31. August, fand ich einen Birkenpilz, der auf den ersten Blick nicht als solcher von mir zu erkennen war, da er nur mit dem Schirm aus einer laubgefüllten Mulde lugte.

Steinpilze, die ich fand, hatten nicht nur den Stiel sondern auch die Köpfe eingezogen. In den anderen Bundesländern scheinen Sie nicht so lichtscheu zu sein. Zwei Schirmpilze fand ich auch noch. Den zweiten ließ ich jedoch stehen. Er wuchs auf einem Ameisenhaufen. Eine Raupe, die sich auf den Schirm verirrt hatte oder vom Baum gefallen war, wurde von den Waldameisen attackiert und hingerafft (siehe Foto rechts).

Am Sonntag schaute ich noch einmal an der Wuhle vorbei, an der ich am Freitag vier Riesenboviste mit einem Durchmesser von 15-20 Zentimetern fand. Meine Hoffnung war, noch andere Boviste zu finden.

Bei meiner Suche stolperte ich über einige Maulwurfshügel, die augenblicklich zu qualmen begannen. Es stellte sich heraus, dass es sich um Reste von vorjährigen Riesenbovisten handelte. Ich deute es mal so: Die Boviste gaben mir ein Rauchzeichen, im kommenden Jahr doch noch einmal vorbeizuschauen. Das Schöne ist ja, dass diese Pilze standortgebunden sind.

Pilze fand ich am Sonntag nicht, dafür nach meinem Waldgang einige Pilse in angenehmer Atmosphäre. Auch das gehört dazu!

Ich wünsche allen Pilzfreunden ebenso schöne Erlebnisse und spannende Begegnungen.

Liebe Grüße aus Berlin-Kaulsdorf

Heinz" (Collage/Fotos © Heinz Karp)

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Heinz' achtstündige Pilzradtour führte zu einem Sonderling: Der Sklerotienstielporling

Heinz schreibt am 30. August 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute, am 30. August 2013, lautete mein Motto - „Der Weg ist das Ziel“.

Ich war fast acht Stunden mit dem Fahrrad in Richtung Müggelsee unterwegs und blieb immer auf Fahrradwegen und Waldwegen. Die Pilze, die ich fand, standen allesamt am Wegesrand.

Hierzu zählten Schopftintling, Dünnfleischige Anisegerlinge, Sklerotienstielporling, Riesenboviste und entweder Frauentäublinge oder Grasgrüne Täublinge. Das ist wieder die Sache mit den Täublingen, ich konnte sie nicht eindeutig bestimmen. Sie waren auf jeden Fall mild im Geschmack und somit eigentlich essbar, habe sie aber nicht verarbeitet."

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Collage links: Oben links sehen wir einen Sklerotienstielporling. Der Pilz ist ein Eigenbrötler. Er benötigt trockene warme Sommer. Er bildet im Erdreich ein Überdauerungsorgan aus, nämlich eine Knolle aus Pilzfäden, die Erde, Steinchen und Wurzeln einschließen. In Italien wurde das genutzt, um diese Knolle bei geeigneten Bedingungen zu kultivieren. So konnte man über einige Jahre sichere Ernte der stets nachwachsenden essbaren Fruchtkörper machen. Rechts daneben ein köstlicher Schopftintling. Links, das dürfte ein Grasgrüner Täubling (essbar) sein, rechts unten sehen wir einen Dünnfleischigen Anisegerling. (Collage/Fotos © Heinz Karp)

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Fortsetzung Pilznachricht Heinz:

"Ein paar Scheiben von den Bovisten habe ich wie Schnitzel verarbeitet. Sie haben mir sehr gut geschmeckt. Vielleicht gibt es noch andere Zubereitungsarten die genauso gut munden. So, jetzt bin ich ganz schön schlapp und werd mich zur Ruhe begeben. Morgen werde ich mit frischem Elan in eine andere Richtung strampeln, um zu schauen, wie es den Pilzen an anderer Stelle so geht. Ich hoffe, gut. Nach Steinpilzen steht mir Sinn!

 Mit lieben Grüssen aus Berlin

Heinz"

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Die Riesenboviste erinnerten Heinz an ein Bootsunglück in seiner Kindheit


Foto: Links, das sind nicht die Riesenboviste, mit denen Heinz in seiner Kindheit bei einem etwas missglückten Floßbau kenterte. Sie waren ein willkommener Fund am Wochenende. Rechts daneben Netzstielige Hexenröhrlinge. (Foto © Heinz Karp)


Heinz schreibt am 25. August 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich war mal wieder unterwegs, habe am Wochenende 24./25. August Steinpilze, Rotfußröhrlinge, einen Birkenpilz, einen Perlpilz, einige Netzstielige Hexenröhrlinge sowie Braune Ledertäublinge gefunden.

Im Laufe der Woche hatte ich einen Birkenpilz und einen Ockertäubling gefunden. Bei den Täublingen bin ich mir nie so richtig sicher, habe sie aber zur Bestimmung mitgenommen.

Vom Schiefen Schillerporling habe ich nur ein kleines Stück ergattert. Das nächste Mal werde ich wohl Hammer und Meißel mitnehmen müssen. Anders ist diesem klammernden Baumbewohner offenbar nicht beizukommen.

Direkt neben den Steinpilzen fand ich noch Pfeffermilchlinge in großer Anzahl - so dachte ich jedenfalls. Zu Hause hatte ich mehr Möglichkeiten, eine genaue Bestimmung vorzunehmen. Sie erwiesen sich schließlich als Wollige Milchlinge, auch Erdschieber genannt.

Gefreut habe ich mich über die Riesenboviste, der größte war aber leider überständig. Sie waren die ersten, die ich überhaupt gefunden hatte. 

Der Korrektheit halber erlaube ich mir anzumerken, dass wir als Kinder mal drei wirklich stattliche Riesenboviste entdeckt hatten, die wir in einen Bach warfen. Sie wollten partout nicht untergehen, hielten sich tapfer an der Oberfläche.

Das verlockte uns, eine Leiter von zu Hause zu holen, keine fünf Minuten entfernt. Unser Plan war es, die weißen großen Bälle als Auftriebkissen für unsere Leiter zu nutzen, also eine Art Floß herzustellen. Es dürfte klar sein, was dann passierte. Das eigentümliche Wasservehikel kenterte natürlich erstklassig, und so krabbelten wir alle pitschnass aus dem Bach.

So geht es mir auch heute noch gelegentlich, dass ich nach meinen Pilzgängen völlig durchnässt zu Hause ankomme. Dieses Wochenende blieb ich ausnahmsweise mal trocken.

An alle Pilzfreunde liebe Grüße aus Berlin

von Heinz

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