Pilzticker Berlin 4:
Funde vom 16.06.2013 - 20.08.2013



Pilzticker Berlin 4




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Cinzia freut sich in Berlin-Pankow über Netzstielige Hexenröhrlinge

Cinzia schreibt am 20. August 2013:

"Hallo,

ich finde den Pilzticker eine schöne Idee und kann nach einem (leider undokumentierten) Riesenschirmlingsfund auf Usedom im Juli jetzt Netzstielige Hexenröhrlinge in Berlin-Pankow vermelden.

Ich meine, sie recht sicher bestimmt zu haben: Haut olivbraun, samtig - Röhren fein, orangerot - dunkle Linie zwischen Hutfleisch und Röhren - Stiel braun genetzt - Fleisch gelb, im Anschnitt blauend (Verblauung aber nicht dauerhaft). 

Beste Grüße, Cinzia"

Hallo Cinzia,

ja, das waren wohl in der Tat Netzstielige Hexenröhrlinge.

Viele Grüße

Heinz-Wilhelm

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Im Köpenicker Wald ging Heinz erst die Luft aus, dann zeigte ihm die alte Eiche die blutrote Zunge


Heinz schreibt am 12. August 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

am Samstag, d. 10. August, bin ich mit meinem neuen Fahrrad an der Wuhle entlang über Köpenick nach Müggelheim gefahren; das liegt am Müggelsee. Ein schönes Gebiet für Maronen, Edelreizker, Hallimasch usw.

Ich fand aber nichts dergleichen, und das ging bis in den Köpenicker Wald so weiter. Dann fand ich doch etwas, und zwar, dass der Vorderreifen zu wenig Luft hatte. Ende vom Lied: ich hatte einen Platten.

Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, sah ich in dem Moment, als ich wieder aufblickte, eine Eiche, die mir die „Zunge“ rausstreckte. Bei näherer Betrachtung wurde mir klar, dass es sich um eine Ochsenzunge (unteres Foto u. roter Pilz oben), auch Leberpilz oder Leberreischling genannt, handelte. Also die Zunge geerntet, Reifen geflickt und weiter.

Zu guter Letzt fand ich noch recht schöne Schwefelporlinge in ausreichender Menge und Qualität, siehe die hellen Pilze im oberen Bild. Dann begann es in Strömen zu regnen. Eineinhalb Stunden radelte ich in diesem Guss zurück und kam pudelnass zu Hause an. Es war eine schöne Tour.

Mit lieben Grüßen aus Berlin

Heinz"

(Foto rechts © Heinz Karp)

Pilzticker Berlin 4



Hallo Heinz,

vielen Dank für diesen erneut sehr lebhaften Bericht! 

Eine Ochsenzunge ist kein alltäglicher Fund! An diesem blutrot wässernden Pilz, der an den Metzgerladen erinnert, scheiden sich die Geister.

Die so genannte Beefsteak-Fraktion schwört von der Ochsenzunge als einem ausgezeichneten Braten. Realistischer sind da schon Angaben von einem eher mäßigen Speisepilz, der sich nach hinreichendem Abkochen noch am ehesten für einen Salat eignet. Ältere Exemplare sollte man lassen, wo sie wachsen: an der alten Eiche. Sie enthalten Gerbsäure.

Bei Deinen Schwefelporlingen bin ich mir hinsichtlich ihres Verzehrwertes nicht sicher. Sie dürften bereits recht zäh und lederig und damit sehr schwer verdaulich sein. Ich habe sie in dem hier gezeigten Stadium auch schon gegessen, kann es aber nicht empfehlen.

Sie sollten besser im Jungstadium sein, wie Du ein aussagekräftiges Foto im Pilzticker-Hessen findest.

Viele Grüße nach Kaulsdorf und an die Wuhle von

Heinz-Wilhelm

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Kaulsdorf: Ein Konkurrent schnappte Heinz den Glänzenden Lackporling vor der Nase weg


Foto: Ausgerechnet den nicht alltäglichen Glänzenden Lackporling (links oben) schnappte sich ein Konkurrent. Immerhin konnte sich Heinz noch über Judasohren (daneben) und über ein Körbchen Hexenröhrlinge sowie Rotfußföhrlinge und Speisetäublinge (rechts unten) freuen (Foto © Heinz Karp).

Pilz-Ticker-Berlin


Heinz schreibt am 10. Juli 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

in den vergangenen zehn Tagen habe ich in näherer Umgebung von Kaulsdorf diverse Pilze gefunden.

Pfifferlinge, Perlpilze, Waldfreundrüblinge, Rotfußröhrlinge sowie Ziegenlippe gehörten dazu. Desweiteren noch Parasole, Behangene Faserlinge, Netzstielige Hexenröhrlinge, einige Egerlinge (leider alle madig) und einige Täublinge (Speisetäubling u. Heringstäubling).

Der Heringstäubling riecht echt nach Matjeshering. Meine Judasohren darf ich natürlich nicht vergessen. Die pflücke ich mittlerweile trocken vom Holunder und freue mich jedes Mal darüber, dass sie das ganze Jahr über zu finden sind. Den Glänzenden Lackporling fotografierte ich vor ca. 2 Wochen, wollte ihn noch wachsen lassen. Gestern (9.7.13) wollte ich ihn ernten. Leider war er nicht mehr da. Die Konkurrenz scheint größer als angenommen zu sein.

Bei den Behangenen Faserlingen war ich mir erst nicht sicher, weshalb ich nur einige wenige zur Bestimmung mitnahm. Am nächsten Tag ging ich nochmal zu der Stelle wo ich sie fand, doch kein einziger Pilz weit und breit zu sehen. Nichts deutete mehr daraufhin, das hier am Vortag noch hunderte Pilze gestanden hatten!

So kann es kommen, wenn man bei der Bestimmung von Pilzen noch unsicher ist und die Konkurrenz offenbar sicherer und entschlossener. Aber es macht richtig Spaß!

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

Heinz"

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Foto rechts: Auch die Behangenen Faserlinge (2 Bilder oben u. 1 Bild unten links) hatten sich zur Enttäuschung von Heinz über Nacht in Luft aufgelöst. Doch die schönen Pfifferlinge und ein strammer Perlpilz waren ihm gewiss hinreichender Trost ( Foto © Heinz Karp).




Lieber Heinz,

eine schöne kurzweilige und lebhafte Zusammenfassung Deiner immer wieder lesenswerten Pilzabenteuer in der Hauptstadt! Deine Nachrichten aus Berlin zeigen stets aufs Neue, dass es nicht unbedingt der Bayerische Wald sein muss, um interessante Pilze kennenzulernen. Deshalb: Vielen Dank für diesen Report!

Bis zum nächsten Mal grüßt Dich

Heinz-Wilhelm

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Herrliche Steinpilze, Schopftintlinge und ein Schiefer Schillerporling


Heinz schreibt am 16. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm, innerhalb dieser Woche fand ich einen Schiefen Schillerporling (Foto rechts), mehrere Birkenporlinge, 40 Netzstielige Hexenröhrlinge in Gesellschaft von sieben Steinpilzen (innerhalb einer Stunde unter Eichen), sechs Champignons und zwei Schopftintlinge.

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Foto links: Welch ein kerniger Gesell' von Steinpilz zum Saisonauftakt. Man scheint ihn förmlich aus dem Bildschirm herauszuriechen...




Fortsetzung Pilznachricht Heinz

Desweiteren noch einige andere Pilze, deren Bestimmung mir einfach nicht gelingen will, weil sie in keinem meiner Bücher aufgelistet sind. Es ist wirklich ein besonderes Pilzjahr!

Werde mich jetzt erst einmal mit meinen Vitalpilzen beschäftigen. Steinpilze und Hexenröhrlinge (2 von ihnen Foto rechts) werden verarbeitet, d. h. getrocknet. Madige Schirme werden unter Eichen in der Nähe ausgesät. Es ist wirklich hoch interessant zu erfahren, welch eine Vielfalt an Pilzen in meiner näheren Umgebung herrscht.

Mit lieben Grüßen aus Berlin

Heinz" (3 Fotos © Heinz Karp)

Hallo Heinz,

@ "... Madige Schirme werden unter Eichen in der Nähe ausgesät."

ich kenne eine Reihe von Pilzfreunden, die es damit - teilweise mit Erfolg - genauso halten wie Du.

Viele Grüße, Heinz-Wilhelm

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