Pilzticker Berlin 3
Funde vom 03.05.2013 - 09.06.2013



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Heinz' vielfältige Funde - und sein Wettlauf mit ungebetenen Pilzbesuchern


Heinz schreibt am 9. Juni 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich habe im Mai mein Sammelgebiet etwas erweitert und folgende Funde gemacht:

Nachlese von Schuppigen Stielporlingen (Esche), Nachlese von Käppchenmorcheln und Maipilzen, Judasohren (Schwarzer Holunder), Schlehenrötlinge im Einklang mit Wiesen- bzw. Feldegerlingen (Schlehen, versetzt mit Hasel am Wegrand), Schildrötlinge (unter Weißdorn) und Flockenstielige Hexenröhrlinge (unter Eichen an der Waldrandgrenze zur Wiese). 

Dazu noch Schwefelporlinge und diverse andere Pilze, die ich aber noch nicht richtig einordnen konnte.

Die vier Letztgenannten waren zum größten Teil madig. Schade fand ich es um die zwei Hexenröhrlinge, die ich auf meinem letzten Gang im strömenden Regen fand. Die Kamera blieb bei dem Regen im Rucksack. Nach vierstündigem Gang war ich mehr als durchgeweicht.


Ich glaube, dass der viele Regen über längere Zeit einigen Pilzen half, anderen aber den Garaus durch Maden- und Schneckenfraß machte. Bei den Rötlingen war ich am Anfang etwas verunsichert. Ich bin mir aber ziemlich sicher, eine genaue Bestimmung getroffen zu haben, bzw. treffen zu können. Hab sie allerdings nicht zubereitet. Wenn ich mehr Sicherheit habe, dann im nächsten Jahr.

Das Problem in Berlin ist, es gibt zu wenige Pilzsachverständige die man kurzfristig kontaktieren kann. Da ich sehr lange Zeit nicht mehr gesammelt habe, bin ich doch ab und zu verunsichert (ist vielleicht auch gut so).




Am 29. Mai fand ich nochmals mehrere Ringe von Maipilzen und ein paar Wiesenchampignons. Leider allesamt von Maden und Schnecken zerfressen. Vielleicht gewinne ich nächstes Jahr den Wettlauf zwischen Maden und Pilzgänger. Am Ende des Tages erntete ich noch sehr schöne Judasohren an Holunder, siehe drittes Foto.

Der Juni brachte mir bisher einige interessante Funde. Nochmals meine treuen Judasohren, Perlpilze, einen Netzstieligen Hexenröhrling, verschiedene Egerlinge, Birkenpilze - siehe zweites Foto - sowie einige Pilze die ich noch bestimmen muss.

Ps.: Hatte leider die vergangenen Wochen nicht die Zeit, meine Funde aktuell zu dokumentieren.

Mit lieben Grüßen aus Berlin

Heinz" (3 Fotos © Heinz Karp)

Hallo Heinz,

vielen Dank für diesen interessanten und lebhaften Überblick! Dein Umgang mit Dir (noch) wenig bekannten oder unbekannten Pilzen ist sehr verantwortungsbewusst und vorbildlich! So soll es sein!

Viele Grüße von Heinz-Wilhelm

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Kaulsdorf: Zwei Speisemorcheln an ganz unvermuteter Stelle

Heinz schreibt am 11. Mai 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

nach dem gestrigen Fund (Vatertag), habe ich heute noch einmal dem seit 20 Jahren ungenutztem Areal gegenüber meiner Wohnung (ca. 30 Meter Entfernung) einen Besuch abgestattet.

Ich ging davon aus, dass noch andere Pilze dort wachsen müssten. Ich habe mich nicht geirrt. Ich fand noch zwei Speisemorcheln und ein paar Maipilze. Bei den Maipilzen war ich anfangs noch etwas unsicher. Gehe aber davon aus, dass es eben diese sind. Hab sie erst mal beiseitegelegt. Werde mir morgen mal die Sporen etwas genauer ansehen.

Ich denke, dass ich richtig Glück habe/hatte in Bezug auf Morchelfunde. Andere Menschen suchen Jahre lang, ohne fündig zu werden. Insgesamt kann ich sagen, dass „mein Auenwald“ und die nähere Umgebung eine Menge an Überraschungen für mich parat halten.

Mit lieben Grüßen aus Berlin,

Heinz"

PS: Der grüne Streifen beherbergte die zwei Speisemorcheln. Es ist ein wahrhaft interessantes Areal und für mich genauso faszinierend wie der Auenwald.

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Hallo Heinz,

ja, das sind Maipilze, da lege ich mich fest. Hoch interessant scheint mir Dein zweites Foto mit dem Grünstreifen zu sein. Ja, Morcheln wachsen mitunter an den abenteuerlichsten Plätzen. Auf jeden Fall solltest Du im kommenden Jahr wieder dort vorbeischauen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Morcheln nach dem 2. Weltkrieg in Frankreich in zerbombten Häusern gefunden wurden: sie wuchsen auf verrotteten Matratzen. Das Phänomen scheinbar paradoxer Mykotope (Pilzwohnstätten) von Morcheln ist bis heute nicht geklärt (2 Fotos © Heinz Karp).

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Wie Heinz am Vatertag aus der Kneipe in die Käppchenmorcheln purzelte

Heinz schreibt am 10. Mai 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

hallo liebe Pilzfreunde,

am Vatertag bin ich mal wieder in „meinem Auenwald“ auf die Suche gegangen. Morcheln zu finden war mein Ziel. Die letzten Tage hat es immer mal wieder leicht geregnet, von daher war ich recht zuversichtlich, etwas zu finden.

Die Judasohren waren zusammengerollt, also weiter. Dann fand ich zwei junge Schuppige Stielporlinge. Ich hab mich riesig gefreut. Als ich wieder aufblickte, sah ich etwas Helles in ca. 30 Meter Entfernung. Meine Neugier war geweckt. Als ich dann davor stand, blieb mir fast der Atem weg: Schuppige Stielporlinge, und zwar zum Teil so groß wie Klodeckel! Allesamt weich und zart!


Foto: Heinz und seine Schuppigen Porlings-Riesen. Sie können sich wahrhaftig sehen lassen.


Fortsetzung Nachricht Heinz

Vor zwei Tagen war da noch nichts gewesen. Nun gut, die kleineren Fruchtkörper habe ich geerntet. Insgesamt 1570 Gramm. Ich war zufrieden und hab mich auf den Weg in meine Kneipe gemacht, um den Vatertag zu feiern. Vorher hab ich noch ein paar Stängel Knoblauchrauke als Zutat für die Pilze gezupft.

Gut gefeiert in der Kneipe, dann nach Hause. Kurz vor meiner Wohnung nochmal kurz in den Busch. Und dann hat es mich richtig umgehauen! Nachdem ich nun die letzten Tage überall rumgelaufen bin, kilometerweit gelatscht bin, die Gegenden nach günstigen Bodenbeschaffenheit für Morcheln abgegrast habe, finde ich ca. 45 Käppchenmorcheln - nur ca. 20 Meter vor meiner Haustür! Und das nur, weil ich mal eben in den Busch musste... Na ja, der Vatertag. Für mich wurde er zum  Morcheltag.

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Foto rechts: Da standen sie auf einmal, als Heinz geschäftig war nach gemütlichem Kneipenbesuch am Vatertag: Käppchen-morcheln. Der amüsante Tagesverlauf lehrt uns u.a., dass Pils und Pilz mitunter gar nicht so weit auseinander liegen.




Fortsetzung Nachricht Heinz

Es erscheint mir mittlerweile wirklich so: nicht wir finden die Pilze, sondern die Pilze finden uns. Hab ich mal irgendwo gelesen.

In diesem Sinne schöne Spaziergänge - und lasst Euch finden.

Gruß Heinz"

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Foto: So sah die Gesamternte von Heinz schließlich aus. Ein beachtliches Depot an Käppchenmorcheln und einige Stängel Knoblauchrauke haben sich den Schuppigen Porlingen hinzu gesellt (3 Fotos © Heinz Karp).

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Am Kaulsdorfer Auenwald: Ein schöner Schuppiger Porling und ein großes Lob für ein Pilzbuch

Heinz schreibt am 3. Mai 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

ich habe gestern einen schönen Schuppigen Porling am Rande „meines Auenwaldes“ entdeckt. Hab ihn heute geerntet (199 Gramm, butterweich), werde ihn morgen verarbeiten. Die letzten Wochen habe ich immer mal wieder ein paar Judasohren nach einem Regenguss geerntet. Auch ein paar Samtfußrüblinge konnte ich noch im April als besondere Würze meiner Hühnersuppe beifügen.

Herzlichen Dank muss ich dir für die Buchempfehlung: „Taschenlexikon der Pilze Deutschlands", Hrsg.: Guthmann/Hahn/Reichel aussprechen. Ein wirklich höchst interessantes Buch in Bezug auf Heilwirkung von Pilzen auf den menschlichen Organismus und damit sicherlich auch auf die menschliche Psyche und das Wohlbefinden.

Der Auenwald hat leider keine Birken, bin aber in einer anderen Gegend, ganz in der Nähe, fündig geworden: Birkenporling und Schmetterlingstramete waren meine Funde. Ich werde mich weiterhin mit Pilzen, insbesondere mit den Vitalpilzen, beschäftigen. Ich glaube, mich hat das Pilzfieber erwischt, und dagegen hilft nur eins: Raus in die Natur!

Mit lieben Grüßen aus Berlin,

Heinz"

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Foto: Schön sind auf diesem Foto die blassgelblichen Röhren des Schuppigen Porlings zu erkennen. Der Pilz eignet sich prima für die Herstellung von Pilzklößen oder, um eine schmackhafte Pilzbrühe zu gewinnen (Foto © Heinz Karp)


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