Pilzticker Berlin 13:
Funde vom 08.12.2013 - 15.02.2014



Pilzticker Berlin 13




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Die Samtfußrüblinge halten nur noch im windgeschützten Wurzelwerk der Weiden durch


Heinz schreibt am 15. Februar 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

derzeit nix los im Moos. Wollte mich aber trotzdem mal melden, damit ich in Übung bleibe. Das Wetter scheint den Winterpilzen nicht zu gefallen. Winterpilze wie Austernseitlinge, Judasohren und Samtfußrüblinge hängen vertrocknet und knitterig herum. Ein wahrschlich trauriger Anblick.

Vereinzelt finde ich noch Nester mit frischen Samtfußrüblingen im feuchten und windgeschützten Wurzelwerk umgestürzter Weiden und Eschen (Foto links unten). Dazu muss ich aber tief in den Wuhle-Auwald eintauchen. Gummistiefel sind dabei ein Muss. Relativ häufig sind andere Baumpilzvertreter. Allen voran die Schmetterlingstrameten mit ihren verschiedenen Farbvariationen (Foto rechts unten).

Einige Frühlingsboten sind auch schon anzutreffen. Vielleicht hilft das Klima ja den Frühlingspilzen etwas eher auf den Sprung und ich kann bald auf Morcheljagd gehen.

Mit lieben Grüßen von der Wuhle, Heinz"

(Collage/Fotos © Heinz Karp)

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Heinz fand an der Wuhle drei Überlebenskünstler und einen Drachen, der sogleich in Betrieb ging


Foto: Die Austernpilze (links) wollen nicht so recht an der Wuhle, die Judasohren (oben rechts) um so mehr, und die Violetten Rötelritterlinge in der offenbar blassen Variation (darunter) wollten noch das neue Jahr erleben. Doch sie hatten die Rechnung ohne Heinz gemacht. (Collage/Fotos © Heinz Karp)

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Heinz schreibt am 22. Januar 2014:

Hallo Heinz-Wilhelm,

vergangenes Wochenende hatte ich etwas Zeit für zwei Pilzgänge an der Wuhle. Momentan finde ich sehr viele Judasohren, so dass ich mir einen schönen Vorrat anlegen konnte. Den Samtfußrüblingen (Nächstes Foto © Heinz Karp) scheint es doch etwas zu warm gewesen zu sein. Ich fand sie nur in vereinzelten Nestern.

Austernseitlinge sind nur schwer an der Wuhle zu finden, es fehlt das nötige Substrat. Ich werde, falls es meine Zeit zulässt, am kommenden Wochenende im Norden von Berlin in Waldgebieten mit Buchen mal Ausschau halten.


Erwähnenswert finde ich mich meinen Fund von drei Violetten Rötelritterlingen am 28. Dezember 2013. Sie hatten keinen Frost abbekommen, so dass sie anstandslos zum Verzehr geeignet waren.

An jenemTag machte ich noch einen anderen Fund. Im Wuhle-Auwald fand ich einen abgestürzten Drachen. Nachdem ich die Schnur entwirrt hatte, ließ ich ihn steigen. Der Wind stand günstig, etwa eine halbe Stunde lang ging ich den Wuhle-Wanderweg in Richtung meines Wohnortes.

Es muss ein wahrlich merkwürdiges Bild für die Spaziergänger gewesen sein, wie ich so mit Pilzkorb und Drachen daherkam. Sei's drum! Ich war voll und ganz in meine Kindheit eingetaucht und hatte ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen. Es war ein sehr schöner Pilzgang an der Wuhle.

Liebe Grüße von der Wuhle

Heinz"

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"In diesem Jahr erweiterte ich mein Wissen um cirka 60 Pilzarten"


Foto: Schöne Fotos von schönen Winterpilzen: Austernseitlinge (oben links), Samtfußrüblinge (oben rechts), Judasohren (unten rechts) sowie der in diesem Jahr in Polen erstandene Pilzkorb von Heinz. Ein wirklich einladender Anblick, wie die Arten in Behältern getrennt in dem Korb lagern. (Collage/Fotos © Heinz Karp)

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Heinz schreibt am 15. Dezember 2013:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

es ist nun fast ein Jahr her, als ich am 4. Januar 2013 meine erste Nachricht an den Pilzticker schickte. Damals fand ich alle drei Winterpilze (Samtfußrübling, Judasohr, Austernseitling) bei meinem ersten Pilzgang nach sehr langer inaktiver Zeit und schrieb:

"Hallo liebe Leute! Ich bin neu hier auf dem Pilzticker. Finde ihn absolut hilfreich - hab in meiner Kindheit und Jugend sehr viel gesammelt - aber im Laufe der Jahrzehnte doch an Wissen verloren. Jeder Blick in den Pilzticker bringt mir mein Wissen und mein Selbstvertrauen wieder zurück. Dafür erst mal Danke.“

Auch heute kann ich vermelden: Alle Winterpilze bei einem Pilzgang gefunden.

Am Freitag d. 13.12.13 fand ich Austernseitlinge und Samtfußrüblinge direkt vor meiner Haustür. Bei einem Spaziergang an der Wuhle fand ich weitere Samtfußrüblinge und Judasohren.

Über das ganze Jahr hinweg ging ich regelmäßig auf Pilzsuche. Viele Pilze, die ich noch nicht kannte, lernte ich auch über den Pilzticker kennen. Pilze, die ich in meiner Kindheit sammelte, kamen wieder ins Bewusstsein. Die Beschäftigung mit den Pilzen, die Pilzgänge haben mein Leben positiv verändert. So finde ich Ruhe und Erholung, bin in Bewegung, und werde in meinem Umfeld anerkannt und geachtet.

Einige meiner Bekannten bitten mich mittlerweile um Rat bei der Suche nach Pilzen. Andere freuen sich über Baumpilze zur Dekoration von Adventskränzen. Es gibt natürlich auch Nörgler und Zweifler, die mich insgeheim als Spinner bezeichnen. Aber ich denke, das bleibt nicht aus, wenn man mit einem Korb voller Pilze und einem Handfeger zur Schneebeseitigung mitten im Winter in die Gaststätte geht.

Es ist für mich mittlerweile zur „Passion Pilze sammeln“ geworden. In diesem Jahr erweiterte ich mein Wissen um cirka 60 Pilzarten. Ich freue mich schon auf das kommende Jahr und werde mich im Januar wieder melden.

In nächster Zeit muss ich erst mal mein Wissen vertiefen und meine Fotos sortieren. Eine große Aufgabe wird noch sein, die gefundenen Pilze zu katalogisieren und nach ihren Fundstellen zu kartographieren. Wie gesagt, es ist zu einer Passion geworden.

Recht herzlichen Dank, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins nächste Jahr.

Mit lieben Grüßen von der Wuhle, Heinz"

Pilz-Ticker-Berlin

Lieber Heinz,

auch Dir herzlichen Dank für Deine engagierte und wirklich lehrreiche Mitarbeit, die Du stets mit tollen Fotos und Collagen garnierst. Auch Dir ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest - und auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Herzliche Grüße von Heinz-Wilhelm

Übrigens, wer mehr über Pilze und die Natur an der Wuhle erfahren möchte, kann dies auf

Heinz' neuer Internetseite

http://wuhlepilzeundco.blogspot.de/


An der Wuhle quirlt das Pilzleben auch noch im Dezember lebhaft


Foto: Was so alles wächst und gedeiht im Dezember an der Wuhle (oben links): Judasohren (oben rechts), Fichtenporling (unten links) und Trompetenschnitzlinge (unten rechts) kamen Heinz vor das Objektiv. (Collage/Fotos © Heinz Karp)

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Heinz schreibt am 8. Dezember 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

momentan sind an der Wuhle Samtfußrüblinge (Foto © Heinz Karp), Judasohren und Kreiseldrüslinge vorherrschend. Die Wintertrompetenschnitzlinge fand ich in meinem Pilzgarten, sie wachsen dort ausschließlich im Winter. Das Wetter scheint optimal für Winterpilze zu sein (niedrige Temperaturen und Feuchtigkeit).

Austernseitlinge sind derzeit nicht in Sicht. Am Freitag fuhr ich trotz Unwetters beziehungsweise Sturmwarnung mit befürchteten Schneeschauern in den Wald östlich vom Müggelsee. Man sollte sich eigentlich nicht bei solchem Wetter im Wald aufhalten. Ich kann nur sagen: Es war phänomenal, so nah an der Natur zu sein. Die Laubbäume warfen ihre trockenen Äste ab, die Fichten schlugen im Sturm aneinander. Der Wind, das Rauschen in den Baumkronen, das Knarren der Stämme und mein Herzschlag gaben den Rhythmus an.

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Fotos waren kaum möglich, zu viel Schneegestöber und Sturm bis hin zu orkanartigen Böen. Kurzfristig musste ich mich in einer Schonung in Sicherheit bringen, da in Sichtweite einige Fichten zu Boden gingen.

Meine Gedanken kreisten um unsere Vorfahren, die auch um diese Jahreszeit auf der Suche nach Nahrung gewesen sein mussten. Ich kam mir unendlich wissenslos vor und wünschte mir einen Menschen aus alten Zeiten neben mir, der mir das Wissen unserer Vorfahren hätte vermitteln können.

Nach einigen Stunden war ich wieder im Stadtgebiet. Die Straßenbahn, mit der ich fahren wollte, fiel aus, weil zwei kleine Äste auf die Schienen gefallen waren. Zwei Löschzüge, Polizei und jede Menge Menschen waren vor Ort. Am liebsten wäre ich hingegangen und hätte die Äste beiseite gelegt.

Im Wald fand ich einige brauchbare Birkenporlinge, Schmetterlingstrameten und einen Porling an Fichte. Ich dachte zuerst an den Glänzenden Lackporling, bin aber mittlerweile der Meinung, dass es sich um einen Fichtenporling (Rotrandiger Baumschwamm) handelt.

Lieben Gruß von der Wuhle, Heinz"

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