Pilzticker Berlin 1:
Funde vom 04.10.2012 - 14.10.2012



Pilzticker Berlin 1




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Randbereich Berlin: Schöne Herbstpilze mit Steinpilzen

Uta schreibt am 14. Oktober 2012:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

für mich ist es immer ein schönes Erlebnis, wenn ich andere Pilzsammler treffe, selbst in einem begrenzten Gebiet. Ein älterer Pole ging dort seine Runden. Was mich allerdings sehr enttäuschte: Er hortete die gefundenen Pilze in einer Plastiktüte. Für einen Sammler, der sich ganz offensichtlich sehr gut auskannte (er trug auch Pilze mit sich, die ich aus Unkenntnis hätte stehen lassen), ein eher schwaches Bild.

An meiner Birkenpilzstelle fand ich nur einen Pilz; kein Wunder, da war er mir zuvorgekommen. Auch war in seiner Tüte ein schöner, großer Steinpilz, also rechnete ich nicht mit großer Beute. Ganz in der Nähe, wo er gesucht hatte, fand ich auf dem Rückweg aber noch den großen Steinpilz, den du auf dem Foto siehst. Meine Geduld war belohnt worden!"

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Foto: Bunter Pilzherbst! Uta hat eine schöne Mischung Speisepilze in der waldigen Stadtnähe von Berlin gefunden. Und hat sie für uns stimmungsvoll mit herbstlich gefärbten Blättern um zwei Kerzenlaternen drapiert (Foto © Uta).


Fortsetzung Utas Nachricht:

"Vor zwei Jahren stand an der Stelle nämlich ein sehr großer, leider schon sterbender Steinpilz. Seit zwei Jahren ging ich die Stelle immer wieder ab - vergeblich. Heute nicht!!! Und ich habe sogar noch eine neue Steinpilzstelle entdeckt, wo ich nie im Leben damit gerechnet hätte. Zwischen wunderschönen Fliegenpilzen lachte mich ein Steini an.

Einen anderen, den mit dem Kindl, hatten die Wildschweine ausgehebelt. Er lag mindestens seit gestern dort, denn er fühlte sich schon ein wenig hohl an. Du siehst ja, was ich noch gefunden habe, Birkenpilze, außerhalb meines Platzes, eine Parasole, Butterpilze, Sandröhrlinge, zwei kleine Maronen - die wollen noch nicht so richtig - und zwei Täublinge zum Bestimmen und Rantasten...

Lieben Gruß und fröhliches Pilzesuchen!

Uta"

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Berliner Umland

Uta schreibt am 10. Oktober 2012:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

traurig sah es im Wald heute aus. Die Wildschweine hatten jeden Platz, an dem mal Pilze standen, umgepflügt und natürlich darüber hinaus alle anderen Plätze, wo sie durch sind. Die Rotte muss entweder riesig gewesen sein oder aber sehr viel Zeit gehabt haben, um so gründlich vorzugehen.

Sie hatten all die wunderschönen Fliegenpilze und die sehr ansehnlichen Birkenreizker, an denen ich mich schon ein paar Tage erfreue, vollkommen zertrampelt. Es war ein Jammer, das zu sehen. Dennoch einen kleinen Teller Butterpilze gefunden, die zusammen mit ein paar Jungbirkenpilzen jetzt in die Nudeln kommen.

Hoffe, die Wildschweine treiben diese Nacht ihr Unwesen an einer anderen Stelle.

Lieben Gruß,

Uta"

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Randbereich Berlin

Uta schreibt am 8. Oktober 2012:

"Hallo,

ich war heute mit einer Bekannten unterwegs. Wir fanden gemeinsam sechs Birkenpilze und drei Butterpilze. Sahen einen jungen Parasol - den schau ich mir die Tage noch mal an. Einen Heringstäubling, den jemand rausgerissen hatte, ließ ich im Wald.




Foto rechts: Ob sich Utas Riesenschirmpilz, den sie stehen gelassen hat, so prächtig entwickeln wird wie diese Parasolenmajestät? Ernst hat sie gestern im Nordschwarzwald fotografiert, als er weit über 100 von diesen größten Pilzen der europäischen Wälder fand - und allesamt stehen ließ (Foto © Ernst).




Sehr schön konnte ich ihr den Unterschied zwischen Perlpilz und Pantherpilz an lebenden Objekten zeigen. Die Perlpilze waren noch zu jung, aber der Pantherpilz wie aus dem Bilderbuch.

Ich hab ihr die Ausbeute von den essbaren Pilzen geschenkt. Jetzt gehen wir bestimmt öfter gemeinsam in die Pilze.

Lieben Gruß

Uta"

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Randbereich Berlin

Uta schreibt am 7. Oktober 2012:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

vergangene Nacht schein kälter gewesen zu sein als die vorige, denn die vier kleinen Birkis, die ich gestern hatte stehen lassen, sind nur 6 bis 7 Zentimeter gewachsen. Sie kommen ins Omelett für meinen Sohn.

Übrigens, meine gestern gefundenen Birkenpilze landeten nicht in einer Pilzsoße, sondern paarten sich mit Nudeln in einem ausgezeichneten Pasta-Gericht. Der Fund davor landete in einem Pilz-Risotto. Man muss schon erfinderisch sein, wenn man so viele Pilze findet ;O)

Hier scheint die Sonne und ich werde wohl noch mal in den Wald gehen, ehe sie verschwindet.

Mein Sohn "Klein Adlerauge" hat bei unserem nochmaligen Pilzgang zwei wunderschöne Steinpilze und auch ein paar Birkenpilze gefunden.


Ausbeute insgesamt: 11 Birkenpilze (ein ansehnlicher Teil siehe Foto rechts/© Uta), vier Maronen, teils von Schnecken angefressen - jemand hatte eine abgeschnitten und darum hingeworfen. Fand ich zu schade, sie liegen zu lassen. Dann noch einen Sandröhrling und einen Perlpilz. Dazu drei junge Heringstäublinge. Sie waren vor dem Schnitt typisch gefärbt. Aber die Stiele, verlieren jetzt allmählich die Farbe und der typische Duft hat sich noch nicht so richtig eingestellt, eher bisschen seifig...

Noch einen schönen Sonntag!

Lieben Gruß, Uta"

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Randbereich Berlin

Uta schreibt am 6. Oktober 2012:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

Regen! Und nur eine halbe Stunde Zeit für die Suche.

Im Birkenhain, wo ich vorgestern war, heute acht neu gewachsene Birkenpilze gefunden, der höchste 14 cm groß. Vier große und ein (fünfter) etwas krüppeliger, der wohl Mühe hatte, das Erdreich zu durchdringen, mit hellen Hüten. Waren vorgestern alle noch nicht da. Und drei junge, knackige mit dunklen Hüten. Der größere davon ca. 12,5 cm hoch.

Die Kleinen, die sich sehr gut getarnt hatten, entdeckte ich erst auf dem Rückweg.

Sehr helle Drillinge, die gerade das Erdreich verließen, werde ich morgen noch mal begutachten.

Dazu vor einem öffentlichen Gebäude zwei mittlere Exemplare, um die 1o cm, schön dunkelhäutig; sie waren gestern auch noch nicht zu sehen.

Außerdem: vier dunkle Knubbelchen, die gerade mal das dunkle Hütchen sehen lassen, ließ ich mir für morgen stehen.

Lieben Gruß

Uta"

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Foto rechts: Glücklich, wer, wie Uta, die Birkenpilze quasi vor der Haustür findet. Und das nun schon seit Tagen, ja sogar Wochen. Da ist für eine wohlschmeckende Sonntagssoße gesorgt (Foto © Uta).

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Stadtwald, Berliner Umland

Uta schreibt am 4. Oktober 2012:

"Lieber Heinz-Wilhelm,

bisher hatte ich mich immer beschwert, dass es im Stadtwald, an meinen gewohnten Birkenpilz-Plätzen nichts zu holen gab. Das änderte sich heute bei leichtem Regen.

Gleich Zwillinge und Drillinge, jung und knackig, in Sichtweite im Halbschatten stattlichere Exemplare, die mir entgegenlachen.

Meiner Erfahrung nach wachsen Birkenpilze sehr rasant, doch so schnell hatte ich nicht damit gerechnet. Manche sehen von oben fast wie Steinpilze aus und haben auch Kindl, so wie Steinpilze, doch der Stiel verrät sie. Andere wiederum sind sehr hellhütig.

Ausbeute von anderthalb Stunden: 17 Birkenpilze - diese bereits in der ersten Viertelstunde. Und zwar in einem Quadrat von zehn mal zehn Metern.

In der restlichen Zeit ein wunderbarer junger Parasol, schon über 20 cm hoch, unter einer Birke. Ein junger Butterpilz, der gerade sein Häutchen abgestreift hatte, ein Sandröhrling, eine kleine angeknabberte Marone und ein Händchen voller Pfifferlinge. Teils unter Laub versteckt, aber auch vorwitzig zwischen jungen Eichenbüscheln leuchtend. Die zweite Pfifferlingphase naht!

Alles in allem kriegt man von dem heutigen Fund schon die Familie satt! Nur kein Steinpilz, doch ich bleibe wachsam.


Die Wildschweine setzen den Pilzsammlern gehörig zu

Die Situation im Wald: Immer noch sehr trocken, hohes Gras, viele Wildbrombeersämlinge, viel Laubfall - man muss schon schauen, wo sich das Laub sanft hebt. Und Wildschweinspuren überall. Der Boden ist an vielen Stellen regelrecht umgepflügt. Aus dem Grund nehme ich auch junge Pfifferlinge mit, denn hier haben sie kaum Gelegenheit groß zu werden.

Was mir aufgefallen ist: Die Schweine scheinen nicht alle Pilze zu mögen und sind recht wählerisch. Es scheint so, als wühlen sie den Boden auch einfach mal so aus Übermut um, denn manchmal fand ich schon Pilze an diesen Plätzen Pfifferlinge, die nur ausgehoben und dann einfach liegengelassen wurden.

Ist es auch bei Euch anderen so, dass es in diesem Jahr an euren Plätzen keine Gallenröhrlinge gibt? Hier sah ich noch nicht einen einzigen, von denen es in den letzten Jahren sehr viel gab, und die einen auf den ersten Blick schon mal narren können.

Zweimal bin ich in den letzten Jahren Sammlern begegnet, die auf Nachfrage, ob sie denn erfolgreich gewesen wären, darauf beharrten, Steinpilze gefunden zu haben und dann zum Beweis, weil ich wohl ungläubig guckte, Gallenröhrlinge aus ihren Plastiktüten holten. Da ich ein freundlicher Mensch bin, habe ich sie natürlich gewarnt. Wäre doch schade, wenn man sich die Mahlzeit damit verdirbt.

Viele Grüße, Uta"

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Foto links: Schöne Birkenpilze mit Parasole, Marone und Pfifferlingen, präsentiert vom plüschigen Rentier Rudolf in der Bildmitte (Foto © Uta)




Hallo Uta,

zu "Deinen" Wildschweinen: sie wühlen überwiegend nach Hirschtrüffeln, deren penetrantem Geruch und Geschmack sie kaum widerstehen können. Sie riechen sie bis tief in der Erde. Die anderen Pilze werden von Wildschweinen eher dann gefressen, wenn sie krank sind; sie sind für sie meist Heilpilze.

Mit den Gallenröhrlingen hast Du Recht: Obwohl für die diversen Pilz-Ticker ständig auch Funde von ungenießbaren Pilzen gemeldet werden, wurde in diesem Jahr noch nicht ein Gallenröhrling angezeigt. Es gibt Jahre, da schießt er hingegen regelrecht ins Kraut, der Gallenede!

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