Pilzticker Bawue 90: Pilzfunde in Baden-
Wuerttemberg vom 23.04.2017 - 07.05.2017



Pilzticker Bawue 90




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Die lange Wanderung der Speisemorcheln im Dauerregen auf dem Remstal-Höhenweg


Foto: Drei Speisemorcheln, die einen weiten Weg im strömenden Regen hinter sich haben, aber wohlbehalten in der Küche angekommen sind.

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Diana schreibt am 7. Mai 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

seit nunmehr zwei Jahren hoffe ich im Frühjahr vergeblich darauf, einmal eine herrliche Morchel zu finden. Gestern war es endlich so weit.

Eine 40-Kilometer-Wanderung entlang des Remstal-Höhenwegs galt es zu bewältigen. Dabei suchten die Augen natürlich den Wegrand immer wieder nach Morcheln ab.

Plötzlich schrie ich so, dass mein Freund erschrak. Da strahlte uns doch tatsächlich eine wunderschöne Speisemorchel an (Foto rechts)!

Wir freuten uns wie Schneekönige über diesen Erstfund. 30 Kilometer lagen noch vor uns. So trug ich den einsamen Pilz bei strömendem Regen in einem Stoffbeutel über 10 Stunden den Höhenweg entlang. Später gesellten sich noch eine gute Hand voll Schwefelporlinge und zwei weitere Speisemorcheln hinzu. Alle diese Schätze brachten wir einigermaßen wohlbehalten nach Hause.

Bei den Becherlingen* (Foto rechts) waren wir uns unsicher, um welche Art es sich handelt, darum ließen wir sie stehen.

Wenn ich mir die anderen Beiträge über die üppigen Morchelfunde hier anschaue, ist das natürlich ein bescheidener Erfolg, aber für mich der größte Glücksfund überhaupt, da ich die letzten zwei Jahre stets vergeblich danach gesucht hatte. Die Morchelzeit ist noch nicht ganz vorüber, ich werde weiter wachsam sein!

PS: Vielleicht hast Du einen Tipp für uns, wie man Zufallsfunde auf Wanderungen am besten verstaut und transportiert? Einen Pilzkorb trägt man ja nicht immer mit sich.

Liebe Grüße Micha und Diana«

(3 Fotos © Diana)

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Hallo Diana,

ein Stoffbeutel ist bei solchen Unternehmungen schon optimal.

Ich habe stets mindestens einen meiner zwei kleinen Stoffbeutel (Foto links, halb gefüllt mit Nelkenschwindlingen) dabei, nach zig Wäschen genau 23 mal 23 Zentimeter klein und der rote Stoff nach mehr als 15 Jahren Betrieb schon ganz ausgeblasst.

Ich habe sie mal in einer Apotheke in Gauting/Obb. als Werbegeschenk bekommen. Schon aus Erinnerungsgründen hänge ich an ihnen, aber natürlich auch, weil sie beste Dienste leisten.

Mit einem kleinen Karabinerhaken kann man sie ganz einfach am Gürtel oder an einer Gürtelschlaufe fixieren, so dass man sie beim Gehen gar nicht weiter beachten muss.

*Eure Becherlinge dürften ungenießbare Buchenwaldbecherlinge sein.

Ich wünsche Euch weiterhin Erfolg nicht nur bei den Morcheln!

Herzliche Grüße Heinz-Wilhelm

(Foto © p-p-s.com)

Blau = ungenießbar

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Emmendingen: Selbst der dürftige Regen hat den Flockis gut getan


Foto: »Ein kleines bisschen Regen hat dem Wald und den Pilzen gut getan«, schreibt Oliver zu diesem Foto. In Badisch-Sahara herrschte - einmal mehr - bereits wieder seit einigen Wochen Trockenheit. (Foto © Oliver)


Oliver hat am 5. Mai 2017

im Landkreis Emmendingen vier Flockenstielige Hexenröhrlinge gefunden. Man wartet auf diese wohlschmeckenden Pilze, die zu den Frühaufstehern der Speisepilze gehören, mit einiger Spannung, um dann überrascht festzustellen, dass sie schon recht weit im Erwachsenenalter sind.


Bruchsal: Der Laubholzknäueling an den Baumstümpfen gibt sich dreist als Schweinsohr aus


Michael schreibt am 4. Mai 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

heute erntete ich einen sehr schönen Schuppigen Porling. Außerdem habe ich eine Frage bezüglich eines »sonderbaren« Pilzes.

Ich fand diese Art schon des öfteren. Sie wächst an und auf Laubbaumstubben. Der Fruchtkörper wird ca. 6-10 cm breit, cirka 5 cm hoch, wird im Alter violett, ist durchweg fleischig und faserig, besitzt Lamellen, die eher an Leisten erinnern. Der Pilz riecht angenehm pilzig.

Er sieht aus wie ein Schweinsohr oder Purpurleistling, der auf Baumstubben wächst. Kennt jemand diese Pilzsorte?

Viele Grüße Michael«

Hallo Michael,

es ist nicht, wie ich zunächst überzeugt war, das Schweinsohr, sondern der Laubholz- oder Birkenknäueling. Er besiedelt die Stümpfe von Laubhölzern, meist Birken, Buchen oder Pappeln. Er wird zwischen essbar und ungenießbar eingeordnet, wobei die Ungenießbarkeit nicht, wie bei vielen anderen Pilzen, auf Bitterkeit oder Muffigkeit beruht, sondern auf seiner zähen, lederigen Konsistenz.

Viele Grüße Heinz-Wilhelm

(Foto © Michael)





Gleich zu Saisonbeginn wetteifert Fritz mit den Schnecken und Waldnagern





Foto rechts: Den ersten Fund von Flockenstieligen Hexenröhrlingen (Foto rechts) hat Fritz gemacht, und  zwar im Bodenseekreis. Die Schnecken und Nager scheinen auf die bereits leicht alternden Exemplare schon sehnsüchtig gewartet zu haben. (Foto © Fritz)

3. Mai 2017

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Jetzt sind auch im Landkreis Emmendingen die Maipilze da


Foto: Ein Maipilz-Riese vor dem Pfannengang, den Oliver groß in Szene gesetzt hat. (Foto ©  Oliver)

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Oliver meldet am 29. April 2017

aus dem Landkreis Emmendingen einen Fund von schönen ausgewachsenen Maipilzen.








Taubertal: Die Vorgärten sind ertragreiche Morchelbeete


Nicole schreibt am 25. April 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

in mehreren Vorgärten  fand ich heute 46 Morcheln auf Rindenmulch, 40 Spitz- und sechs Speisemorcheln (Foto rechts). Manche waren frisch, andere bereits endgetrocknet, aber alle verwertbar. Die größte Speisemorchel wog 68, die größte Spitzmorchel 34 Gramm.

Viele Grüße aus dem Taubertal, Nicole«

(Foto ©  Nicole)

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Östringen: Noch einmal drei Arten Morcheln für Michael zum nahen Ende der Morchelzeit


Michael schreibt am 23. April 2017:

»Hallo Heinz-Wilhelm,

ich denke, dass die Morchelzeit bei uns allmählich dem Ende entgegengeht. Lediglich im Bereich Östringen habe ich an meiner neuen Stelle noch Flatsch-, Speise- und Käppchenmorcheln (Foto rechts) gefunden. Verpeln blieben dieses Jahr bislang aus.

Viele Grüße Michael«

(Foto © Michael)

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