Pilzticker Bawue 9 (Baden-Württemberg):
Funde vom 26.08.2013 - 03.09.2013



Pilzticker Bawue 9 (Baden-Württemberg)




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Baden-Württembergs





Nördlicher Schwarzwald: Romans Lernerlebnis mit bitteren und brennend scharfen Spielverderbern



Foto rechts: Da haben sich zwei Unerwünschte in das Pilzkörbchen von Roman geschummelt: Halblinks, die mit den rosa Röhren, das sind Gallenröhrlinge. Einer reicht, um eine ganzes Pilzgericht zu verhunzen. Roman hat die Verderber noch rechtzeitig erkannt. (Foto © Roman)




Roman schreibt am 3. September 2013: 

„Hallo Heinz-Wilhelm, 

ich bin erst seit knapp einem Jahr ein Pilzfreund und war zum ersten Mal auf großer Tour am vergangenen Samstag.

Nach langem Beobachten des Pilztickers und meiner eigenen Vorliebe für den Schwarzwald hab ich mich nach Bad Wildbad aufgemacht, ins Blinde. Runter vom Parkplatz und rein in den schönen Wald. Und prompt wurde ich fündig.

Dieses Mal gabs zuhause von der Freundin auch kein belustigendes Kichern mehr, sondern ein freudiges Strahlen: "Du hast ja wirklich Pilze gefunden." :-)

Gefunden habe ich jede Menge Sandröhrlinge im super Zustand, einige Maronen, ein paar Jodoform-Täublinge, zwei brauchbare Steinpilze, Rotfußrörlinge, Kuhröhrlinge und ein paar Fichtenreizker.

Beim nachträglichen Bestimmen und eben auch Probieren habe ich gleich mal die geschmacklichen Erfahrungen vom Gallenröhrling und einem extrem scharfen Täubling, vermutlich der Zedernholztäubling, machen können. Also viel gelernt! Und über die anschließende Pilzverkostung hat sich dann auch meine Freundin gefreut :-) Liebe Grüße, Roman“

Blau = Ungenießbar

Pilzticker Bawue 9



Pilzwanderung mit schönem Ausgang: Sogar seltene Breitblättrige Glucken landeten in Torbens Korb


Foto: Wer zu solchen Steinpilzen auch noch die Breitblättrigen Glucken erhascht, die mit nussigem Geschmack betören, ist auch ein Pilz; ein Glückspilz. (Foto © Torben)


Torben schreibt am 2. September 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

auch der zweite Tag unserer Pilzwanderung bei Welzheim/Alfdorf am Sonntag war sehr erfolgreich. Wir fanden Steinpilze, weitere Champignons, zwei Breitblättrige Glucken, ein paar Pfifferlinge, Parasol und Flockenstielige Hexenröhrlinge.

Leider hatten Maden und Schnecken einigen Pilzen bereits stark zugesetzt. Aber gereicht hat es am Ende trotzdem gut.

Viele Grüße, Torben"

Pilzticker Bawue 9



Bodenseekreis und Südschwarzwald: Wer kann uns einen Tipp geben?

Sebastian schreibt am 1. September 2013:

"Hallo zusammen,

wir sind neu hier in der Gegend und würden gerne mal wieder Pilze sammeln gehen. Kann uns vielleicht jemand einen Tipp geben, an welchen Plätzen wir eine Chance haben, was zu finden? Wir sind vorzugsweise im Bodenseekreis und Südschwarzwald unterwegs. Vielen Dank und Grüße aus Singen."

Kontaktmail: s.schwarz79[aet]web.de

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Da staunte Torben: Die  vielen Wiesenchampignons nahe Winnenden standen im Maisfeld



Torben schreibt am 31. August 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute war die erste Pilzwanderung des Jahres in der Umgebung von Winnenden - und es hat sich wirklich gelohnt.

Es gab einige schöne Steinpilze sowie Pfifferlinge und Flockenstielige Hexenröhrlinge. Der Fund des Tages aber waren Wiesenchampignons, von denen es mehr gab, als man mitnehmen konnte. Der Großteil stand, man glaubt es kaum, kiloweise in einem Maisfeld.

Viele Grüße, Torben"

Foto rechts: Karl Berchtold (Gauting/Obb.) mit einem ganzen Sack voller Wiesenchampignons. (Foto © p-p-s-.com)




Karlsdorf-Neuthard: Der alte Pflaumenbaum grüßte Michael von weitem mit einer grellgelben Delikatesse


Foto: Michael Pilzinszenierungen erinnern bisweilen an kunstvolle Gemälde. Auf diesem Bild imponieren in erster Linie die leuchtend gelben Schwefelporlingsstücke im Topreifezustand für die Küchenverwertung, rechts davon eine Eichen- oder Laubwaldrotkappe und links oben die immer seltener zu findenden Wiesenchampignons. Aber auch die Grünfelderigen Täublinge (halbrechts unten) sind eine Delikatesse (Foto © Michael S.)


Michael S. schreibt am 20. August 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute war ich mal wieder im Bruchsaler Wald und auf den Pferdekoppeln in Karlsdorf-Neuthard.

Im Wald fand ich viele Frauen,- Grüngefelderte- und Speisetäublinge, einen Flockenstieligen Hexenröhrling, zwei Hainbuchenrauhfußröhrlinge, einige Pfifferlinge und, ich kann es selbst kaum glauben, eine Eichenrotkappe.

Auf den Pferdekoppeln fand ich Wiesenchampignons. Als ich meinen Heimweg antritt, sah ich auf einer Wiese, von weitem an einem Baum, sehr viele grellgelbe "Stellen". Ich hatte sofort eine Vorahnung - und die bestätigte sich prompt.

Der gesamte Baum - ein alter Pflaumenbaum - war von unten bis oben voll von jungen Schwefelporlingen. Im besten Alter zur Verwertung! Ein paar davon nahm ich mit.

Viele Grüße, Michael"

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Kronau/Bruchsal: Michaels Raritäten-Trip geht weiter. Dieses Mal fand er kostbar-köstliche Zimtröhrlinge!


Foto: Neben den Flockenstieligen Hexenröhrlingen (links oben), dem seltenen und schützenswerten Fransigen oder Einsiedler-Wulstling (unten links), dessen Speisewert umstritten ist, sowie neben der Eichen- oder Laubwald-Rotkappe (unten rechts) imponieren uns auf dieser Collage von Michael S. vor allem die herrlichen Zimt- oder Hasenröhrlinge (oben rechts). Sie sind sehr seltene Pilze. Michael als stets verantwortungsbewusster Sammler hat - wohl bis auf den einen liegenden - alle stehengelassen. Vorbildlich! (Foto © Michael S.)


Michael S. schreibt am 28. August 2013:

Hallo Heinz-Wilhelm,

in den Wäldern um Kronau gibt es momentan reichlich Pilze. Leider auch schon viele überaltert oder um es genauer zu sagen: infolge des Regens der vergangenen Tage schimmeln die Pilze bereits.

Geerntet habe ich Sommer- und echte Steinpilze, Hainbuchenraufußröhrlinge, Schwarzblauende Röhrlinge, Maronen, viele Flockenstielige Hexenröhrlinge, Grüngefelderte-, Frauen- und Violettstielige Pfirsichtäublinge.

Mein Fund des Tages und auch mein Erstfund überhaupt waren acht Eichenrotkappen. Mitgenommen habe ich allerdings nur drei davon. Die anderen ließ ich aufgrund ihrer Seltenheit stehen.

Weitere tolle Funde, die der Wald behalten durfte, waren viele Zimtröhrlinge, ein  kleiner Fransiger Wulstling, zig Perlpilze und einige bereits überalterte riesige Steinpilze.

Viele Grüße

Michael"

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Rems-Murr-Kreis: Der Apfelbaum trug nicht nur Äpfel


Kerstin und Peter schreiben am 28. August 2013:

"Hallo Herr Bertram,

diesen Pilz, ein Schwefelporling, hatten wir noch nie. Gefunden an einem lebenden Apfelbaum. Gut abkochen und paniert essen sagen die schlauen Bücher. Probieren werden wir es.

Viele Grüße aus dem Rems-Murr-Kreis

Kerstin und Peter" (Foto © Kerstin B.)

Hallo,

er sieht, ehrlich gesagt, schon arg alt, angeschlagen und angefressen aus. Er liegt in diesem Reifestadium sehr, sehr schwer im Magen. Vom Verzehr rate ich eher ab. Einen Schwefelporling im Bestzustand für den Teller zeigt der aktuelle Pilz-Ticker-Hessen (nicht das erste Foto, sondern etwas weiter runterscrollen).

Pilzticker Bawue 9


Steinpilze, Hexenröhrlinge und ein Riesenwiesenchampignon für Frank


Frank schreibt am 26. August 2013:

"Hallo zusammen,

ich war heute im südlichen Allgäu bei Immenstadt Pilze sammeln. Die Ausbeute war gut. Acht Fichtensteinpilze, drei Wiesenchampignons, darunter ein großer. Dazu gab es sechs Flockenstielige Hexenröhrlinge.

Die Voraussetzungen sind gerade ideal. Es hat gestern ausgiebig geregnet und ist noch sehr warm. Ich freue mich schon auf meine leckere Steinpilzsuppe.

Guten Hunger und viel Erfolg an alle Pilzjäger!

Warum findet man die Steinpilze eigentlich immer nur am Waldrand und nicht tief im Wald?" (Foto re. © Frank)

Hallo Frank,

am Waldrand haben sie erstens Sonne und Licht. Nebenbei bemerkt: In Fichtenschonungen, wo sie wenig Licht bekommen, überwiegt der Vorteil eines bestimmten Wachstumsstadiums der Fichten als klassischer Mykorrhizapartner für Steinpilze.

Zweitens sammeln sich am Waldrand aufgrund des oft hier endenden abschüssigen Waldgeländes gehäuft wachstumsfördernde Mineralien.

Drittens, und das scheint das Wichtigste zu sein: Viele Pilze mögen so genannte inhomogene bis leicht gestörte Böden. An einem Waldweg am Waldrand geht der feste Wegboden in lockeren Waldboden über; genau diese Schnittstellen sind offenbar wachstumsfördernd für viele Pilzarten.

Das formt sich zu der Regel aus: Für manchen erfolgreichen Pilzgang muss man gar nicht in den Wald hinein.

Viel Erfolg auf diesen Pfaden und viele Grüße

Heinz-Wilhelm

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Allen Pilz- und Naturfreunden eine schöne Adventszeit

(Foto © Fotolia)

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