Pilzticker Bawue 19 (Baden-Württemberg 19):
Funde vom 05.01.2014 - 09.03.2014



Pilzticker Bawue 19 (Baden-Württemberg 19)




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Gratulation in die Baar! Wie Hans den legendären Märzellerling nach vier Wochen intensiver Suche fand


Foto: Da ducken und verstecken sie sich, die Kultpilze namens Märzellerling oder Märzschneckling. Vier Wochen lang war ihnen Hans vergeblich nachgestellt. Doch er gab nicht auf - und wurde belohnt. Ähnlich schwierig wie sie zu finden dürfte es sein, in Deutschland einen weiteren Pilzfreund zu finden, der sie ohne fremde Hilfe erstmalig aufspürt. (Foto © Hans B.)



Hans schreibt am 9. März 2014:

"Hallo,

mein Name ist Bond - James Bond. So fühlte ich mich zuweilen in den vergangenen vier Wochen, war ich doch auf der Suche nach einem Phantom. Es hat den Namen Märzellerling.

Zunächst suchte ich an den mit Weißtannen bestandenen Nordhängen des Ost-Schwarzwalds, bis ich eine neue Spur bekam: das Objekt der Begierde fehlt im  Buntsandsteingebiet ganz, es hasst nämlich saure Böden.

Nun mußte ich mehr östlich im Gebiet der Baar suchen, die neuesten Informationen besagten: die Hauptvorkommen liegen auf den tonigen und mergeligen Schichten des unteren Muschelkalks, des Keupers und über Lias und Dogger.

So ging ich durch die Wälder, bis mich jede Weißtanne beim Vornamen nannte, es war sinnlos, keine Spur weit und breit. Zunächst sagte ich mir noch: OK, er heißt Märzellerling und nicht Februarellerling, aber nach diesem "Winter" schwand die Motivation von Tag zu Tag.

Heute nun, also am 9. März 2014, war ich im Gebiet Trossingen auf "Bunten Mergeln" unterwegs, und ich hörte die Weißtannen schon raunen: "Da kommt Hein Blöd mal wieder, der sich für James Bond hält!"

Pilzticker Bawue 19 


Foto: Schornsteinfegerschwarze Hüte - das können im März nur Märzellerlinge bzw. Märzschnecklinge sein. Wo sich das Moos kugelig wölbt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie sich darunter verbergen. Stehen sie erst einmal frei, ist es mit der besten Qualität schon vorbei. Davon abgesehen, dass man diese Rarität unangetastet lassen sollte. (Foto © Hans B.)



Zwei Stunden lang konnte ich dem höhnischen Gelächter über mir trotzen, und dann, plötzlich, kurz vor dem endgültigen Aufgeben, waren sie da: zwei schwärzliche Pilze, im Moos abgeduckt, an einem Nordhang mit Weißtannenbesatz und auch einigen Buchen. Ein Blick von seitwärts - und schon hatte ich sie enttarnt: Märzellerlinge!

Ich dachte an den Film "Verschollen - cast away", in dem Tom Hanks auf einer einsamen Insel strandet und nach vielen mühevollen Stunden mit blutenden Händen Feuer entfacht, um danach ein riesiges Lagerfeuer zu machen und sich wie ein Gorilla auf die Brust zu schlagen, um das Feuer zu tanzen und zu brüllen "Ich habe Feuer gemacht!"

Der Nachhauseweg war ein Triumphzug durch den Wald, die Stimmen der Weißtannen - "Bravo, 50km durch den Wald gelaufen, um zwei Pilze zu finden" - konnten mich nicht entmutigen. Immerhin hatte ich einen der seltensten Pilze unserer Wälder entdeckt.

Und doch stellte sich die Frage: warum nur diese beiden, auf was warten die anderen?

Klar war der Winter mild, aber die Nächte sind weiter frostig und die Schneeschmelze fiel wegen der überschaubaren Schneedecke denkbar gering aus. Vielleicht brauchen die Ellerlinge noch einen schönen warmen Regen?

Ich weiß es nicht, aber ich werde weiter dranbleiben

 Viele Grüße, Hans Bond - oder so!"

Lieber Hans,

herzliche Gratulation, verbunden mit herzlichem Dank!

Außer dem langjährigen Kenner der Märzellerlinge, dem Schweizer Armando Hübscher, hat noch kein Besucher von passion-pilze-sammeln.com diesen sehr seltenen Pilz aufgespürt. Es gibt ihn heute in Deutschland nur noch ganz zerstreut. Wohl nur mit der Dir eigenen Besessenheit und offenbar mit geologischem Fachwissen ist er noch zu entdecken. Das ist Leidenschaft, das ist Freude an Pilzen!

Dank aber auch für die humorig-informative Schilderung Deiner Erlebnisse, der es nicht an schwungvoller Selbstironie fehlt. Ein tolles Lesestück über Pilzleidenschaft!

Herzliche Grüße, Heinz-Wilhelm

Pilzticker Bawue 19 







Eine winterliche Pracht von Judasohren im Main-Tauber-Kreis


Foto: Planen diese Judasohren einen Lauschangriff? Was gut in die derzeitige politische Landschaft passt, macht sich im schönen Taubertal allemal gut für das Landschaftsbild. Wiltrud hat diese herrlichen Judasohren für uns fotografiert.


Wiltrud schreibt am 29. Januar 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

angetrieben vom schönen Wetter, habe ich heute die alten Holunderbäume besucht, von denen ich auch Blüten für Tee sammle. Und siehe da, die Äste waren voller Judasohren. Ob sie wohl einen Lauschangriff planen? Die Ernte war gut und wird nun getrocknet.

Viele Grüße aus dem Taubertal im Main-Tauber-Kreis

Wiltrud"

Pilzticker Bawue 19 


Foto: Geradezu übersät ist der gute alte Holunderbaum von Judasohren. Seine Blüten ergeben einen schönen Tee, seine Pilze kraftvolle Suppen und Soßen. So ergiebig kann ein unscheinbarer Baum unweit unserer Haustür sein. (2 Fotos © Wiltrud)

Pilzticker Bawue 19 


Die Birkenporlinge aus dem Schwarzwälder Hochmoor sind immer noch im erstklassigen Zustand


Foto: Große Samtfußrüblinge am bemoosten Stamm, spärlich überzuckert von Grieselschnee. Das Dunkelbraun der Stiele signalisiert, dass sie abgeschnitten werden müssen, weil sie unangenehm holzig sind.


Hans schreibt am 12. Januar 2014:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

kürzlich war ich ausnahmsweise mit Kamera im Wald und habe auch noch einen Beitrag zum Thema Samtfußrüblinge geschossen, Fundort Eschachtal bei Rottweil.

Heute bin ich dann wieder ohne Fotoapparat durch ein Hochmoor spazieren gegangen (es gab keine Sonne und war leicht neblig), als ich an verschiedenen abgestorbenen Birken die zugehörigen Birkenporlinge entdeckte. Ich war bisher der Meinung, dass sie nicht gerade zu den Winterpilzen zählen, da sie ja, wie hier auch zu lesen, im Dezember langsam hinüber sind.


Foto: Frisch geerntete Birkenporlinge. Die fast noch reinweiße Farbe verrät, dass sie beste klimatische Bedingungen hatten. Erst wenn sich an der Unterseite gehäuft grüne Flecken zeigen, soll man die Finger von ihnen lassen.


Sie waren aber von erstklassiger Qualität und ich trockne sie bereits im Dörrautomaten. Sie hatten 350g Frischgewicht, da wird ja nicht so viel Schwund wie bei Ständerpilzen sein. Vielen Dank für die auf Deiner Homepage zu erhaltenden Anregungen, ich hätte diesen Pilz sonst nie gesucht. Da ich ein bisschen Probleme mit dem Magen habe, kann er jetzt einmal zeigen, was er kann!

Das längsfaserige Relief auf den Pilzschnitzen stammt vom Wellenschliff des Messers, er hat sonst eine glatte Oberfläche, aber war so besser zu schneiden.

Schöne Grüße

Hans"

Pilzticker Bawue 19 


Foto: Jetzt sind sie frisch zu Schnitzeln geschnitten und wandern sogleich in den Dörrautomaten. Besser geht es nicht. (3 Fotos © Hans)


Lieber Hans,

sollte der Pilz Deinen Magen überzeugen, so für Dich als Tierarzt noch ein kleiner Tipp:

Auf der Seite "Heilerfolge 1 vom Birkenporling - Ehemals Erkrankte berichten" findest Du von Wilhelm Schlüter, Reinheim, einen Hinweis, dass dieser Pilz auch für Hunde und vermutlich noch andere Tiere von Wert ist. Mit diesem Pilz lohnen kleine Experimente allemal.

Viel Erfolg und beste Grüße

Heinz-Wilhelm

Pilzticker Bawue 19 


Kleinode am stillen Flüsschen im Nordschwarzwald


Foto: Dieses schöne Bild von Samtfuß- oder Winterrüblingen liefert uns einen beispielhaften Eindruck vom farblichen Akzent, den diese Pilze in einer (vor-)winterlichen Landschaft setzen: Im Milieu eines Bachufers mit verblassten, matten Gräsern leuchten sie vor dem dunklen Hintergrund verkrusteter Weidenborke wie ein goldenes Kleinod. Diese Pilze haben im Wintersonnenlicht eine wunderbar warme Ausstrahlung.


Ernst schreibt am 5. Januar 2014:

"Lieber Heinz-Wilhelm, 

nochmal ein gutes Neues Jahr auf diesem Wege. Meine zwei Fotos zeigen die kleine, aber feine Ausbeute des heutigen Pilzganges an dem Dir schon bekannten Flüsschen. Viele schöne Samtfussrüblinge und an einem abgebrochenen Weidenast dann einige hübsche, wenn auch noch kleine Austernseitlinge.

Viele Grüße, Ernst"

Praxis für Pilzheilkunde und Biofeldtherapie
www.praxis-ernst-hampl.de

Pilzticker Bawue 19 





Foto links: Ernsts Gesamternte nach einem Gang den Bach entlang. Neben Winterrüblingen wohl einige Austernpilze, die fast so tun, als seien sie Violette Rötelritterlinge. (2 Fotos © Ernst)




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