Pilzticker Bawue 17 (Baden-Württemberg 17):
Funde vom 22.10.2013 - 04.11.2013



Pilzticker Bawue 17 (Baden-Württemberg 17)




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Übersicht aller bisherigen Pilzticker Baden-Württembergs






Spätherbstliche Antipasti aus Totentrompeten und Semmelstoppelpilzen




Foto: Bunte Spätherbstmischung aus Totentrompeten und Orangefarbenen Semmelstoppelpilzen. Sie ergänzen sich prima für auch optisch gelungene Antipasti in Öl.



Hans schreibt am 4. November 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

zum Abschluss der Saison habe ich versucht, Herbsttrompeten nach einem mit dem Deinem vergleichbaren Einlegerezept (in Öl) einmal anders zu verwenden. 

Und ich muss sagen, dass mich das Ergebnis geschmacklich überzeugt hat. Allerdings sah es etwa düster aus im Glas, weshalb ich einen hellen "Kumpel" für die Herbsttrompeten gesucht - und gefunden habe.

Denn was liegt da näher als der Semmelstoppelpilz. Ich kann daher heute sagen, dass diese beiden sich aufgrund der Unterschiede in Farbe und "mouth feeling", wie es neudeutsch, heißt ganz ausgezeichnet ergänzen und als Antipasti in Öl fantastisch machen.

Pilzticker Bawue 17


Foto: Zwischenstation. Die Pilze werden in einem Sud aus Weinessig und Wasser sowie mit den Zutaten Salz, Lorbeerblättern und Gewürznelken fünf bis zehn Minuten gekocht. Und zum Schluss im Glas schichtweise mit Olivenöl aufgegossen. Siehe hierzu das Kapitel "Pilze in Öl einlegen". So köstlich wie auf dem nächsten Foto sieht das Ergebnis aus.



Da die Herbsttrompeten vom Rand her schlecht werden und oft kaum von noch guten zu unterscheiden sind - Pilzfreunde kennen dieses Problem gewiss -, habe ich mir angewöhnt, an jeder einzelnen zu riechen. Das geht schnell und zuverlässig. Des weiteren rupft man diese Pilze ja, ob man will oder nicht, mit Stumpf und Stiel aus dem Waldboden. Da ist dann fast immer reichlich Erde dran, deshalb schneide ich die Pilze nach der Entnahme mit der Schere unten ab, um weniger "Knirschen" bei der Pilzmahlzeit zu haben.

Schönen Abend noch, Hans"

(3 Fotos © Hans)

Pilzticker Bawue 17










Esslingen: Vier Kilo Semmelstoppelpilze zeigen, dass die Pilzsaison noch längst nicht zu Ende ist


Foto: Solche Mengen an Pilzen - hier Semmelstoppelpilze - deuten darauf hin, dass die Pilzsaison noch anhalten wird. (Foto © Rainer)

Rainer schreibt am 4. November 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

und immer, wenn man(n) meint, es gibt nix mehr, zeigt einem der Wald, es leuchtet noch sehr.

Vier Kilo Semmelstoppelpilze am 4. November - von feinster Qualität! Es gibt zwar keine Steinpilze mehr, aber der Gang in den Wald lohnt noch immer.

Gruß Rainer"

Pilzticker Bawue 17



Das etwas andere Rezept von Pilzfreund Hans:

Jetzt den köstlichen Schlehenlikör für den Heiligen Abend und Silvester ansetzen!



Hans aus dem Schwarzwald schreibt am 31. Oktober 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute mal ein bisschen Abseitiges. Jetzt, da sich die Pilzsaison dem Ende zuneigt, möchte ich allen Pilzfreunden, die mit leeren Händen durch die Natur streifen, noch eine Anregung für Weihnachten geben: Schlehenlikör!

Zutaten für 4 Flaschen:

  • 1,5l Wodka
  • 800gr Schlehen (über die Nacht einfrieren, um einen Teil der Gerbstoffe umzuwandeln. Oder auf die ersten Fröste warten)
  • 800gr Kandiszucker gemahlen
  • 2 Vanilleschoten.

Zubereitung: Schlehen anritzen oder durchstechen (3x mit Zahnstocher). Achtung, Finger werden bei Kontakt durch Gerbstoffe häßlich verfärbt. Danach alles gleichmäßig auf 4 Flaschen verteilen, jetzt noch jeden Tag umschütteln und bis Weihnachten den zunehmenden tiefroten Farbton bewundern. Zu Heiligabend ist das Ganze dann fertig durchgezogen.

Und ja niemanden zum Verkosten einladen! Sonst ist Silvester bereits alles weg, weil ZU KÖSTLICH!! Viel Spaß beim Pflücken und Ansetzen!

Hans"

Pilzticker Bawue 17


Auch Herbsttrompeten bringt der Wald hervor, reichlich


Hans schreibt am 30. Oktober 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

die auf dem Foto zu sehenden Herbst- oder Totentrompeten habe ich am 27. Oktober in einem Wald nahe Deißlingen, Kreis Rottweil, gefunden.

Dieser Wald bringt im Frühjahr Maipilze und vereinzelt Spitz- und Speisemorcheln, von Mai bis September reichlich Flockenstielige Hexenröhrlinge, danach Parasole und einzelne Steinpilze sowie Semmelstoppelpilze hervor. Und - wie erst jetzt bemerkt - im Oktober offenbar Herbsttrompeten.

Von daher ein schönes Fleckchen Erde.

Einen schönen Ausklang der Pilzsaison!

Hans"

(Foto © Fam. B./Privat)

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Main-Tauber-Kreis: Einsam stand ein seltener Bronzeröhrling im Buchenlaub

Wiltrud schreibt am 27. Oktober 2013:

"Hallo Herr Bertram,

leider habe ich erst jetzt Ihren schönen Pilz Ticker entdeckt.

Ich sammle schon jahrelang begeistert Pilze im Norden Baden-Württembergs, nämlich dem Main-Tauber-Kreis. Bei meinem letzten Ausflug mit Freundinnen am 26. Oktober, stand einsam und verlassen ein Schwarzhütiger Steinpilz (Bronzeröhrling) im Buchenlaub.

Ich hoffe, in der nächsten Saison auch einige Pilznachrichten über die Kinder des Waldes liefern zu können.

Wiltrud"


Rems-Murr-Kreis: Mönchsköpfe sollte man nur jung essen - und nur wenige im Mischpilzgericht


Kerstin schreibt am 24. Oktober 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

heute habe ich mir die Mönchsköpfe geholt. Zu sehen auf dem Foto rechts. Dazu leider nur ein paar Trompetenpfifferlinge. Ansonsten war alles leer und nass. Was mache ich aus den Mönchsköpfen? Mönchskopfkutteln?

Viele Grüße aus dem Rems-Murr Kreis, Kerstin"

(Foto © Kerstin)

Hallo Kerstin,

bitte nicht enttäuscht sein: Mönchsköpfe lässt man, da sie erheblich mit Arsen und Quecksilber belastet sind, besser im Wald. Man nimmt allenfalls einige wenige junge mit, die man ins Mischpilzgericht schneidet. Ältere werden zäh und verlieren ihr mildes Aroma.

Mönchsköpfe bilden im übrigen größte Hexenringe. Bei Belfort in Frankreich wurde 1953 ein Hexenring von 600 Metern Durchmesser gefunden, dessen Myzel nach der Ausdehnungsberechnung auf ein Alter von mindestens 700 Jahren geschätzt wurde.

(Quelle: Jürgen Guthmann, Taschenlexikon der Pilze Deutschlands, Wiebelsheim 2011, S. 327).

Viele Grüße von Heinz-Wilhelm

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Nordschwarzwald: Der viele Regen machte den Pilzen den Garaus

Andy schreibt am 22. Oktober 2013:

"Hallo Heinz Wilhelm,

ich war heute nochmal im Wald bei Bad Liebenzell im Nordschwarzwald.

Pilzmäßig leider gar nichts mehr los, obwohl wir viel Regen hatten und die Lufttemperatur über 20 Grad liegt. Ich bin dennoch optimistisch, da ich 2008 am 1. Advent noch Steinpilze gefunden habe.

Gruß Andy"

Hallo Andy,

gerade weil "viel Regen" war, rücken die Pilze nicht nach. Siehe Pilzticker Hessen, wo Massimo in Frankfurt nach den Regentagen erst wieder losging, nachdem drei Tage Trockenheit geherrscht hatten. Und siehe da - der nächste Steinpilztrupp krabbelte aus dem Waldboden. Auf Trockenheit warten! Solange es mild bleibt, ist die Chance auf Herbstpilze - auch Steinpilze - da.

Viele Grüße, von Heinz-Wilhelm

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Esslingen: Sechs Hexenringe mit Semmelstoppelpilzen - da war der Korb randvoll


Rainer schreibt am 22. Oktober 2013:

"Hallo Heinz-Wilhelm,

Ich war heute morgen mit dem Rad in den Wäldern. Und hab beim langsamen Fahren rechts und links geschaut. Und was glaubste, sieben Kilo Semmelstoppelpilze fand ich! Sechs herrliche Hexenringe standen am Wegesrand. Der Korb ist randvoll.

Gruß, Rainer"

(Foto © Rainer)

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Allen Pilz- und Naturfreunden eine schöne Adventszeit

(Foto © Fotolia)

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